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Fleisch ist mein Gemüse

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein ordentliches Stück Fleisch nicht verschmähe. Gerne auch mit etwas Gemüse und einer Sättigungsbeilage dazu, aber ganz ohne Fleisch - nein, das ist kein Essen. Leider ist unsere neue deutsche Essenskultur immer öfter von Billig, Billiger - am Billigsten geprägt. Wie hat ein Gemüseexporteur aus Holland mal zu mir gesagt? "Die 1a-Ware bleibt im Land oder kommt nach England. Was unsere Leute nicht mehr wollen, bekommen die Deutschen. Die bekommen dann das, was sie auch bezahlen wollen." Erst habe ich mich über diesen Ausspruch geärgert , nach ein paar Tagen ist mir aber aufgefallen, was damit überhaupt ausgedrückt wurde. Der deutsche Kunde kauft nur über den Geldbeutel ein, die Qualität ist (fast) egal. Und was im Kleinen, also dem Gemüse und der Beilage so ist, ist im Großen, also beim Fleisch, nicht anders. Wenn ich allein daran denke, wie viele kleine Metzger wir zu meiner Lehrzeit Mitte der 1980er-Jahre beliefert haben. Ganze drei sind ...

Functional Food?

Funktionierendes Essen! Für mich hat Essen bisher funktioniert, indem es mich satt gemacht hat. Und wenn es besonders gut war - auch glücklich. Die Industrie hat nun endgültig einen neuen Zweig der Ernährungsbranche für sich entdeckt. Nachdem die molekulare Küche (oder was eben so genannt wurde) nicht der Schlager war, weil eben auch nicht immer sattmachend, muss also der nächste Hype her. Koste es, was es wolle. Und wenn es der letzte Cent ist, Hauptsache , wir sind schöner als zuvor. Was aber ist denn Functional Food ? Functional Food ist Essen, welches neben der einfachen Funktion der Sättigung auch eine weitere Funktion enthält, die nicht primär mit dem Überleben zusammenhängt. Beispiel: ein Joghurt, der aufgrund von Zusatzstoffen auch die Falten im Gesicht glättet. Oder ein Bonbon, welches seine enthaltenen Duftstoffe über die Körperdrüsen als Deo verbreitet. Und das sind nur zwei der bisher schon umgesetzten Ideen. Welche mögen noch kommen? Die Biologen und Chemiker werden ...

Conmux und der Gralshüter der Gastronomie

Am Montag Abend war es wieder soweit. Rach der Restauranttester war unterwegs in Sachen Hygiene, Geschmack und Anstand. Drei Dinge, die er im Jahr 2007 im getesteten Restaurant " Conmux " nicht vorgefunden hat. Dafür gab es Anarchie, Müll und vorlaute Servicekräfte. Und wenn man die heute populären Bewertungsseiten anschaut, dann scheint das noch immer so zu sein. Schade, denn manch anderes Lokal hätte die Dienste des Herrn Rach sicher auch gerne in Anspruch genommen - und etwas geändert. Natürlich sind nicht alle gastronomischen Betriebe so elend beieinander. Einige wenige schon. Dafür haben wir ja aber unsere Organe, die soetwas kontrollieren. Und wie ich erst kürzlich aus dem Buschfunk in Coburg gehört habe - ES FUNKTIONIERT! Oft ist es leider so, dass die Gasträume ja noch einigermaßen in Ordnung sind. Wie die Küche ausschaut, weiss in den seltensten Fällen der Gast, in den Lagerraum kommt er schon gar nicht hinein. In meinem früheren Arbeitsleben durfte ich da e...

Asien in Europa

Bestimmt war jeder schon einmal bei einem Chinesen zum Essen. Oder bei einem Thailänder . Oder -ganz allgemein und im Trend - bei einem "Asiaten". Das sind dann die, die zum Beispiel aus Korea kommen, thailändischen Stil haben, original japanische Sushi können und auch das "chinesische" Chop Suey perfekt zubereiten. Chopy Suey und chinesisch, ja klar.... Quasi asiatische Alleskönner, die in einem Lokal alle Stile vereinen. In so einem Lokal waren wir gestern Abend zu Gast. Da gab es sogar noch "Italienische Pizza" aus dem Steinbackofen. Wahrscheinlich deshalb, weil der Vorgänger den Pizzaofen übrig gelassen hat. Was haben wir aus unserem Besuch von Gestern Abend gelernt? Wer vieles ein bischen kann, kann noch lange nicht eine Sache richtig gut. Na , vielleicht doch, aber er hat keine Zeit mehr, sich darauf zu konzentrieren. In einem Forum auf RK habe ich kürzlich gefragt, ob wir denn überhaupt authentische Sachen zu essen bekommen, wenn wir beim I...

Edward Rozebottel

Irgendeiner am Tisch hat damit angefangen: "Kennt ihr Rozebottel ?" Niemand kannte Rozebottel . Langes Schweigen am Tisch " Edward Rozebottel ? Kennt denn niemand von euch den Rozebottel ?" Keiner kannte Rozebottel , schon gar nicht den Edward . Das Gesicht vom Kumpel wurde immer ernster. Kennt Ihr das, wenn man fast schon peinlich berührt ist, wenn man etwas nicht kennt, was scheinbar zur Allgemeinbildung gehört? Nun, das Gespräch kam auf andere Dinge, der gute Edward war bald vergessen, keiner hatte mehr darüber gesprochen. Aber der Name blieb im Gedächtnis. " Rozebottel ... Rozebottel ...." Mittendrin: "Wer ist denn der Rozebottel ?" Kennt Ihr die Antwort? Wir nun schon. Rozebottel heisst auf Niederländisch ganz schlicht und einfach die Hagebutte . Edward war der Produzentenname. Ein paar Tage ist es nunschon her, der Name geistert immernoch im Gedächtnis. Das Wichtige wird oft vergessen, solche Dinge setzen sich fest.

Wenn die Gäste einfallen....

Geburtstag, Familienfeiern, einfach nur schönes Wetter - Anlässe gibt es immer wieder. Nur ist oft die Wahl zwischen a) aufwändiges Gericht zubereiten und keine Zeit für die Gäste haben oder b) einfaches Gericht wie Bratwurst oder Steak, dafür Zeit - aber die Gäste gelangweilt. In dieser Woche war mal wieder ein Kreativitätsschub zu vermelden, der in Kochgenüsse umgesetzt wurde. Heraus kam eine überbackene Speise mit einer Art Ragout als Einlage. So sieht das aus: Hackfleischtopf für die gefrässige Verwandtschaft oder auch die guten Freunde. Billig herzustellen, prima vorzubereiten und schmeckt lecker! Für 10 - 12 Portionen werden benötigt: - ca. 1,5 kg gemischtes Hackfleisch - 3 Eier - Salz und Pfeffer - ein Bund Petersilie - zwei Zehen Knoblauch - zwei Zwiebeln - etwas Öl - etwas Meerrettich (entweder frisch oder welchen von Schamel ) - etwas Senf ( diesen bevorzugt ) - ca. 100 ml Sahne - 300 g Karotten - 1 Stange Lauch - ca. 100 g Semmelmehl - 2 grosse Dosen passierte Tomat...

Lanz lässt kochen

Früher die Sendung , die ich um keinen Preis verpassen wollte - heute zum Hintergrundfernsehen für die Tageszeitung degradiert. Nein, nicht die Sendung ansich ist schlecht, die Köche - immer die gleichen üblichen - konzentrieren sich immer mehr auf ihre Sidekick -Rolle. Fangen wir von links nach rechts an: - Andreas C. Studer . Schweizer, viel in der Welt herumgekommen. Ja, wenn dieser Mann kocht, merkt man die Achtung vor dem Material und auch, dass er wirklich bemüht ist. Auf gezielte Fragen kommen auch präzise Antworten. Mir gefällt seine Art zu kochen und auch der sehr seltene aber dafür feine Witz. Am wichtigsten für eine Show dieser Art: er kocht so, dass man es auch nachvollziehen kann. - Sushi-Meister Henssler . Nach anfänglich recht ruppiger Art; oder sollte ich sagen - hochnäsiger Art? kommt er jetzt schon eher auf die Menschen zu. Hat man sich früher oft gefragt, warum er so hoch gelobt ist, so zeigt er nun dann und wann schon mal sein Können. Am Freitag übrigens mit lecke...

Rauchen in Bayern

Das ist mal wieder ein heisses Thema. Rauchen in Bayern wird teilweise in der Gastronomie wieder erlaubt. Während die Bayern schneller waren als der Reststaat und " Spice " zum 22.01.2009 verboten haben, rudert die bayerische Staatsregierung in Sachen " strengstes Nichtraucher-Schutzgesetz " gehörig wieder zurück. Ob nun die Wahlschlappe für die CSU oder die Einsicht, nur halbherzig gehandelt zu haben, die Ursache dafür ist - wir werden es nie erfahren. An den Bürger auf der Straße wurde dabei aber noch weniger gedacht, als an den verunsicherten Gastronomen. "Darf ich, oder darf ich nun nicht...?" Und was ist mit den Raucherclubs? Auch das ist ja nicht zu ende gedacht. Müssen denn die Mitglieder nicht auf einer Versammlung den Tod des Clubs beschließen ? Und was ist mit den teils elektronischen Einlasskontrollen? Die Kosten hat nun der Wirt. Von blindem Aktionismus seitens der Regierung( en ) kann man eigentlich nicht sprechen. Zieht sich die Diskussion ...

Shop Shop Hurra

Gestern also war die Nachbesprechnung für die geplanten Neuaufnahmen im Onlineshop . Da wir lieber auf Qualität als auf den Preis achten, ist es zwar relativ leicht, gute Lieferanten zu finden. Oft sind diese aber skeptisch, ob sie uns beliefern sollen. Auch unsere Versicherung, erst jeden Lieferanten zu besuchen, die Produktion wenn möglich zu besichtigen und auch Proben der Waren zu verköstigen, stimmt die meisten Hersteller nicht um. Zu viel haben sie schon erlebt, die Ware würde verramscht, teilweise würden einfach nur die Kunden abgeworben. Verstehen wir ja alles auch, aber wir möchten die Ware für den Großverbraucher und den Gastrospezialisten auch dem Endverbraucher zugänglich machen. Aus der eigenen Erfahrung wissen wir, dass es fast unmöglich ist, manche Zutat in der eigenen Küche zu verwenden, die für den Profi längst Alltag geworden ist. Sei es die spezielle Gewürzmischung, sei es eine besondere Nudel - oder auch nur ein extra leckerer Essig. Sicher, irgendwie kommt man an a...

Bücher - für die Ewigkeit oder für das Ego?

Schreiben kann in Deutschland ja fast jeder. Zumindest der/die, der/die sich in der Schule etwas darum bemüht hat. Analphabeten und Legastheniker mal ausgenommen. Zwischen schreiben und schreiben ist aber ein Unterschied. Der eine assoziiert mit schreiben das pure notieren von Buchstaben, der andere sieht in schreiben aber eine Möglichkeit, Wissen für die Nachwelt zu erhalten. Im Moment scheint wieder so ein Kreativitätsschub durch Deutschland zu gehen. Allein in den letzten zwei Tagen habe ich mich mit vier Menschen unterhalten, die ein Buch schreiben wollen oder an einem mitwirken möchten. Mich nicht ausgenommen. Biografien , Sachbücher, Romane, alles dabei. Biografien berühmter Menschen finde ich dabei ausgesprochen langweilig. Ich möchte nicht wissen, wie viele Biografien dabei gnadenlos geschönt sind. Natürlich nur zu einem Zweck: um zu gefallen und den Verkauf anzukurbeln. Ist das noch legitim oder schon eine Kunstform? Schöner finde ich da schon die Themen, die ich in Erfahrun...

Die HOGA und der Hunger

Die HOGA war schon lange geplant, ist über die Jahre ein kleines Highlight im Jahreslauf. Bisher konnten wir die HOGA nur im öffentlichen Teil besichtigen, der eigentlich interessante Teil, die FOOD-Special vom Servicebund , war uns bisher immer verwehrt. Und das, ist das doch der eigentlich intressantere Teil. Hier wird gekocht, hier wird erzählt, hier wird Interna kommuniziert, hier wird - probiert. Ja, probiert. Und nicht nur ein kleiner Zahnstocher voll mit homöopathischer Menge an Käse. Probe im eigentlichen Sinne des Wortes. Man schmeckt auch RICHTIG, was man probiert. Oft fragt man sich, ob die Standbetreiber einen nur vera.... wollen oder ob das mit den klitzekleinen Stückchen der volle Ernst ist Wie auch immer, wir ( PeterThai und ich ) durften erstmals in die geheiligte Halle. Mit fast 40 Jahren noch so etwas wie eine Nervosität zu spüren ist schon komisch. Hier, so kurz vor dem Eintritt in das Heiligste der Kochbranche. Alles mit Rang und Namen in der Branche war anwesend...

Nogger Dir einen...

Geht es Euch manchmal auch so? Ihr habt (Essens-)Gelüste und wollt diese stillen, aber es ist nicht "Saison"? Mich trifft es meistens im Hochsommer, wenn ich Lust auf Spint habe. Logisch, im Sommer gibt es keine Hausschlachtung, weil die Witterung es nicht zulässt und der Mitteleuropäer lieber leichte Speisen zu sich nimmt. Schlimm ist es auch regelmässig Montags. Bei uns in Coburg gibt es den "Fisch Kupfer". Den kenne ich schon von kleinauf, damals wurde ich noch mit Matjes und Gemüsebrötchen traktiert. Matjes mag ich bis heute noch nicht und Gemüsebrötchen ist der Bruder vom Matjes. Mag ich auch nicht. Na, jedenfalls habe ich nun immer Montags Heisshunger auf Lachssandwich oder Thunfischsalatsandwich. Die sind dort einmalig. Nur, wie gesagt, Montags ist dort zu. Ich bin ja aber tapfer und habe in den letzten Jahren so lange probiert, bis ich hinter die Geheimnisse der Sandwichs gekommen bin. So bin ich zumindest etwas unabhängiger davon geworden. Das Problem nun:...

Sachsen und Sachsen-Anhalt lassen grüssen!

Das www.restaurant-kritik.de - Mitglied PERO hat gerufen – und wir sind gerne gefolgt. Diesmal sollte es nicht ein „Franken-Treffen“ werden, sondern ein Treffen in der heimlichen Hauptstadt Sachsens, nämlich in Leipzig . Und übernachtet wurde in Köthen , welches in Sachsen-Anhalt liegt. Aber, von vorne. Die kleinen und grösseren Treffen unserer Restaurant-Kritiker-Vereinigung in Franken sind eigentlich immer recht lustig und informativ. Und auch gut besucht. Dieses Mal sollte es aber ein Treffen sein, welches nicht in Franken stattfindet. Und Pero, ein gerne und oft gesehenes Mitglied aus Sachsen-Anhalt hatte sich bereit erklärt, die Formalitäten zu erledigen. Sprich: einen Ablaufplan zu erstellen, sich um die Restaurants zu kümmern –was für uns RKler ja eigentlich das Wichtigste ist- und auch für eine Übernachtungsmöglichkeit zu sorgen. Vorweg: wir hatten eines der besten Abendessen, die wir je zu uns genommen haben. Hier ist der Bericht dazu. Einfach a nklicken, es ersch...

Ein Treffen steht vor der Tür

Eigentlich nicht unbedingt direkt vor der Tür. In Leipzig treffen wir uns heute mit Bewertungskollegen von Restaurant-Kritik . Das Escados ist als Treffpunkt auserkoren, die Leitung obliegt unserem Bewertungskollegen PERO . Auch das Hotel zur anschliessenden Übernachtung hat er ausgesucht. Und hier werden wir uns dann zur Nachtruhe begeben. Bisher waren wir ausserhalb Oberfrankens nur auf einem Treffen in Würzburg. Wir sind wirklich gespannt, was uns heute noch so alles erwartet. Der ausführliche Bericht zum Treffen wird hier erscheinen und auch bei www.Restaurant-Kritik. Ich hoffe nur, dass mir mein Gedächtnis keinen Strich durch die Rechnung macht....

Nun denn..

auch DerSilberneLoeffel hat nun einen Blog. Klar, einen Blog braucht niemand wirklich, die nette Spielerei hier trägt aber vielleicht dazu bei, uns Hobby-Kritiker auf www.restaurant-kritik.de, dem interessierten Publikum näher zu bringen. Was ich in Zukunft hier schreiben werde - kann ich noch nicht sagen. Eingeladen ist aber JEDER, der Lust am Essen, an der Zubereitung und an allem drumherum hat. So, nun kurz zu mir. Geboren im April 1970 war ich bei der Geburt dem Tod näher als dem Leben. Eine kurz zuvor entwickelte OP-Technik erm öglichte eine Operation an meinem Magenpförtner, der mir die Nahrungsweitergabe vom Magen in den Darm unmöglich machte. Das Ergebnis ist, dass die OP so gut gelaufen war, dass die Ärzte mich sogar vor Ablauf der eigentlich angedachten Krankenhaus-Aufenthaltszeit nach Hause schickten. Und ich habe heute noch Hunger... Nach der Schule habe ich dann eine Lehre zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel abgeschlossen, ein paar Jahre später an der IHK zu Coburg auch ...