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Posts mit dem Label "Krankenhaus" werden angezeigt.

Kleiner Zwischenstand

So, im Fernsehen läuft entweder Fußball oder sonstiges uninteressantes Zeug. Also Fußball. Und weil sich da auch nichts tut - ab in die Küche, gegen den kleinen Hunger ein Süppchen aufgewärmt. Dauert nicht lange, kein Problem. Stand: 0:0. Fünf Minuten später bin ich mit einem dampfenden Tellerchen zurück am Platz. Schaue auf den Bildschirm. Und fühle mich ein klein wenig verarscht. 2:0 für Algerien. Ne, oder? Kurz darauf das 3:0. Pfffff... Laaaaangweilig. Also mal kurz Zeit für einen Zwischenbericht. Das rumfaulen tut mir wirklich gut. Gestern habe ich mir erstmals seit ein paar Jahren ein Stückchen Fleisch, ein paar Zwiebeln und auch Kartoffeln gegrillt. War richtig gut, schön piano, mit langer Vorlaufzeit für die Glut. Soll ja langsam machen, grillen kann man auch im sitzen. Der Blutdruck ist nun einigermaßen stabil, nicht ideal aber zumindest nicht mehr so hoch, dass es die Ventile raushaut. Auch nicht mehr so niedrig, dass ich einfach einschlafe. Läuft also. An Wasser sind...

Großmaul

Eigentlich bin ich ja nicht so einfach klein zu bekommen. Immer vorne dabei, immer das Maul weit auf und nichts ernst genommen. Meist, weil es einfach nicht so schlimm empfunden wird von mir. Manchmal auch aus Verlegenheit. Und ab und zu auch aus Unsicherheit. Zynismus, Sarkasmus, Ironie. Das ist mein Schild gegen das Leben. Funktioniert. Bis auf einen Moment, der mir doch mehr in den Knochen steckt, als ich dachte. Montag letzter Woche. Todesangst, nicht zum ersten Mal im Leben. Aber so präsent, wie nie zuvor. Öfter schon stand es schlimm um mich, eigentlich dachte ich, ich wäre es gewohnt. Könnte damit umgehen. Nicht dieses Mal. Drei Mal an einem Tag dem Tode näher als dem Leben, ich glaube, das hat mich geprägt. Ein Erlebnis, auf welches ich gerne verzichten würde. Wenn dir der Notarzt sagt, dass du gerne zu Hause bleiben kannst, dann aber in drei Stunden die Sache erledigt ist. Wenn du realisierst, dass es nun anders als sonst läuft, du nicht die Wahl hast, es langsam zu prob...

Mach dich naggisch!

Da kommt unverhofft eine der fleißigen Arzthelferbienen herein, mit einem Lächeln auf den Lippen, und teilt einem mit, dass es nur an der Zeit wäre, eine weitere Untersuchung zu bekommen. Keine Chance, nachzufragen, um was es eigentlich geht, nur ein "Der Fahrer kommt gleich! Machen Sie sich bereit." Schwester Resolut war da, da war schon bei dem Tonfall klar, dass es kein Auskommen geben wird. Leicht ratlos, was nun passieren wird. Die Krankenakte in der Hand. In den Rolli gesetzt und geharrt, welche Dinge nun passieren. Wie immer holt ein freundlicher Fahrer ab, erklärt, wohin es geht. Als das Wort "Ultraschall" fällt, bin ich beruhigt. Kein neues Loch in den Körper, kein Schnitt, kein Ritz. Nichts wird entnommen oder nachgefüllt. "Auf die Reise, Kapitän!" Kurze Zeit später werde ich an Position sieben in die Reihe gestellt. Vor mit Krankenbetten, Rollis, wartende Menschen. Wahnsinn, welche Geschwindigkeit die Schwestern ans Tageslicht bringen, d...

Outtakes

Der Hauptstrom der Ereignisse in einem LKH wird täglich neu geschrieben, das Drehbuch hat nur einen Rahmen - die Protokolle der Untersuchungen. Der Rest? Teils purer Wahnsinn. Neben meinem leicht rassistischen Nachbarn 1 im Zimmer bekam ich in der letzten Nacht einen Neuzugang. Der charakterliche Idiot wurde von einem tatsächlichen abgelöst. Wie ich so über die Zeit heraus gefunden habe, hat Nachbar 2 einen ordentlichen Beruf erlernt. Dachdecker. Sein Problem seit frühester Jugend scheint aber der Durst nach Bier zu sein. Nichts gegen ein Bierchen, von mir aus auch ab und zu mal eines zu viel. Jeder wie er will. Er aber hat in den letzten Jahre viel zu viel gewollt. Kurz: Er hat seinen Verstand versoffen, wie man so schön sagt. Und das nicht nur im übertragenen oder bösen Sinn, leider in der Realität. Donnerstag, die Nase läuft. Ab in den OP. Der Nachbar 1 lauert auf Entlassung, leider ist keine Zeit zur Verabschiedung, da plötzlich Trubel ausbricht und ich aufbrechen muss. Eigen...

Woher und wohin?

Kürzlich habe ich mit der Vanillelady darüber diskutiert, ob es "über uns" noch ein übergeordnetes Wesen gibt. Am Schluss siegte die Erkenntnis: wir bleiben Beide unterschiedlicher Meinung. Gelebte Toleranz. Übrigens: wenn man mich fragt, ob die Ex an Gott glaubt oder nicht; ich müsste passen. In 15 Jahren sind wir nicht einmal auf dieses Thema zu sprechen gekommen. Na, ist ja auch weit weg von Holz und Pferd. Egal. Woher also kommen wir? Werden wir vorher aussortiert, von einem Wesen für lebenswürdig befunden und einem Körper zugeteilt? Oder sind wir einfach geronnene Energie, die anstatt einer Seele elektrochemische Vorgänge in sich birgt? Und wo läge der Unterschied bei den beiden Varianten, wie würde es bei 100 %iger Sicherheit unseren Alltag beeinflussen? Würden wir nun alle ehrfürchtig kriechen, gäbe es einen Gott, den man auf keinen Fall verärgern darf? Oder hauen wir uns nun mit Freude und ohne Gewissensbisse die Schädel ein, denn - nach dem Tod ist einfach tot? K...