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Lanz lässt kochen

Früher die Sendung, die ich um keinen Preis verpassen wollte - heute zum Hintergrundfernsehen für die Tageszeitung degradiert. Nein, nicht die Sendung ansich ist schlecht, die Köche - immer die gleichen üblichen - konzentrieren sich immer mehr auf ihre Sidekick-Rolle.

Fangen wir von links nach rechts an:

- Andreas C. Studer. Schweizer, viel in der Welt herumgekommen. Ja, wenn dieser Mann kocht, merkt man die Achtung vor dem Material und auch, dass er wirklich bemüht ist. Auf gezielte Fragen kommen auch präzise Antworten. Mir gefällt seine Art zu kochen und auch der sehr seltene aber dafür feine Witz. Am wichtigsten für eine Show dieser Art: er kocht so, dass man es auch nachvollziehen kann.

- Sushi-Meister Henssler. Nach anfänglich recht ruppiger Art; oder sollte ich sagen - hochnäsiger Art? kommt er jetzt schon eher auf die Menschen zu. Hat man sich früher oft gefragt, warum er so hoch gelobt ist, so zeigt er nun dann und wann schon mal sein Können. Am Freitag übrigens mit leckerem Fleisch und prima Zutaten. Erstmals habe ich gedacht - der kann was! Und, er traut sich auch in dieser Runde der Zustimmer am Freitag Abend, auch einmal seine Meinung zu sagen. Dieses "ich-tue-Dir-nicht-weh-tu-mir-nicht-weh". Grausam!

- Alfons Schuhbeck. Sicher ein Mensch mit vielen Verdiensten. Aber - muss er denn zu allen Themen eine Meinung haben? Mr. Ingwer, wie er oft schon genannt wird. Gestern ist es wieder so richtig aufgefallen. Die Kandidatin mit dem Wochensieg, die bei Lanz antreten darf, hatte keinen leichten Stand. Wer sie etwas fragte, der bekam Antwort von Schuhbeck. Und immer mit erhobenem Finger. DAS nervt mich unglaublich. Und immer die Geschichten zu diesem oder jenem Gewürz. Man mag schon nicht mehr hinhören. Auch andere Köche haben viel zu bieten. Für mich leider sehr schade, war ich mal ein Fan von ihm.

- Mario Kotaska. Einer der drei verbliebenen bei den Kochprofis. Still, effektiv, mit Tipps, die auch dem Otto-Normalkocher gut weiterhelfen. Und er kann auch fundiert kritisieren, so muss es sein.

- Horst "Butter + Sahne" Lichter. Schaut mal in die Augen seiner Kollegen, wenn wieder eine seiner "Kreationen" verkostet wird. Die Kameraleute machen sich da scheinbar oft einen Spass daraus und halten genau da drauf. Sachliche und fachliche Mängel auch in der Zubereitung, sehen die Speisen oft auch schon wie Zumutungen aus. Schade, dass auch hier das schnelle Fernsehgeld mehr lockt als die Karriere daheim am Herd. Sicher hat er schon viel mitgemacht, wie auch im von Lanz geschriebenen Buch festgehalten (Achtung: das Buch liest sich an einem Nachmittag, ein AHA-Erlebnis stellt sich trotzdem nicht ein...). Butter & Sahne sind natürlich Geschmacksverstärker - aber sich nur darauf zu verlassen? Ein Unding. Schade, schade, schade...

Mir ist in der letzten Zeit immer öfter aufgefallen, dass diese Show nurnoch nebenbei läuft. Vielleicht liegt es auch daran, dass fünf Rezepte parallel gekocht werden und niemand den Überblick hat. Zu verfolgen, was im Einzelnen geschieht, leider unmöglich. Kerner Hat den Ausstieg aus diesem Format in meinen Augen rechtzeitig geschafft. Was hätte er auch noch fragen sollen? Das hundertste Mal, wie das Carpaccio genau im Original zubereitet wird?

Ich denke, eine Frage der Zeit, bis auch diese Sendung vom Bildschirm verschwindet.

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