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Es war einmal... Tschechien

Tschechien, 1999 war ich zum ersten Mal in diesem Land. Damals noch wild, gesetzlose Straßen, heruntergekommene Häuser und Grünflächen, die den Namen nicht verdient hatten. Zwischendurch ein Run auf die Randgebiete. "Fidschi"-Märkte, billige Lokale. Leider auch Prostitution und Schwarzhandel. Betruf auf beiden Seiten; Käufer und Verkäufer wollten das Maximale für sich herausschinden. Ströme von Besuchern in den grenznahen Städten, Devisen, die zusätzlich ein klein wenig die Not in diesen Gegenden linderten. Mitten in Europa, trotzdem arm. Kaum waren Einkaufszentren entstanden, wurden in den Toiletten die Armaturen abgebaut. Auch die von den Spülkästen. Mehr als einmal habe ich gesehen, wie das Wasser aus den Kabinen gelaufen ist. Heilig war das nichts, jeder sich selbst der Nächste. Dann, so um 2005 herum, begann das Land, sich zu regenerieren. Die grenznahen Orte nahmen den alten Glanz an. Die Bevölkerung ging in großen Teilen in den Westen zum arbeiten, der Handel vor...

Die Bilder der letzten Tage

Kürzlich habe ich ja die Fotos der bereits in das kleine Gewächshaus auf dem Balkon ausgewilderten Pflänzchen gezeigt. Tja, seit 1998 habe ich das, die letzten Jahre hat es leer herumgestanden, ohne dass etwas passiert wäre. Den letzten Sturm hat es zwar auch überlebt - leider aber auf der Seite liegend. Was den Garaus für die zarten Sprösslinge bedeutet hat. Leider hat trotz der Rettungsaktion nicht eine Lebensform überlebt. Glücklicherweise habe ich aber den zweiten Schwung, einer inneren Stimme folgend, im Haus belassen. Tadaaa: darf ich vorstellen - Akelei Runde Nr. 2. Danke nochmals an das Frollein , hier Deine "Enkel". :-) Tja, erst habe ich mit einem T-Shirt in der Sonne gesessen, ein paar Tage später dies:  Minusgrade, Schneefall. Etwas später sogar eine geschlossene Schneedecke. Hat mit sowieso nichts ausgemacht, ich mag fahren unter "besonderen" Umständen. Und der erweiterte Einkauf in dieser Woche hat sich besonders gelohnt. Bisschen Geburts...

Gnocchikügelchen in Parmesansauce

Nach der kleinen Rundfahrt (Metro - Metzgerei - Käserei) war der Kühlschrank ordentlich gefüllt, auch mit Dingen, welche ich vor Ort eher schlecht bekomme. Zwei Baustellen gleichzeitig (Arbeiter in/an der Wohnung), selbst umbauen im Firmengebäude, sorgen dafür, dass die Zeit nur so dahin rinnt. Somit ist auch nur wenig Raum für ein "anständiges" Essen. Die Zutaten für heute: - 500 g Gnocchetti Tricolore (Frischware) - 200 g Kochsahne - etwas von dem Nudelkochwasser - 150 g Champignons (Egerlinge) - 100 g gekochter Metzgerschinken - 100 g frisch gehobelter Parmesan - nach Geschmack frischer Schnittlauch oder Petersilie Die Gnocchetti nach Anleitung in Salzwasser kochen. Derweil Champignons in kräftige Scheiben, Metzgerschinken in "Fleckerl" schneiden. Die fast garen Gnocchetti mit der Schaumkelle aus dem Wasser heben, gut eine Tasse Flüssigkeit aufheben. Die Nudeln zusammen mit dem Schinken und den Champignons in eine hohe Pfanne geben, das Nudelw...

Schnorrwittchen und die sieben Zwerge

Da läutet es an der Wohnungtür. Zufällig stehe nahe selbiger und kann mit wenigen Schritten die Pforte erreichen. Davor: Eine Frau, südländischer Typ. Klein, sehr gedrungen, heftig adipös. Schlampiger Auftritt mit ungewaschenen Haaren. In der Hand ein Zettel: "UNGARN. NIX GELD. BITTE!" Aus dem Mund kommen nur kehlige Worte, Unverständliches. Im Hintergrund, außerhalb der Grundstücksumfriedung, läuft währenddessen eine weitere Frau. Gepflegt, unauffällig. Sie schlender vorbei, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Nachdem ich gerade zurück von Bank bin, Geld in Scheinen geholt habe, habe ich nichts Kleines mehr einstecken. Bis auf drei Cent bin ich abgebrannt. Und eben die Scheine. Ihr Griff geht zum Geldbeutel, ein entschiedenes "Nein!" unterbricht ihre Aktion. Ich versuche freundlich zu erklären, dass es hier kein Geld gibt. Ungarn ist ein EU-Staat, für alle Einwohner ist gesorgt. Die Freizügigkeit bringt leider nicht nur Arbeitssuchende, auch Menschen, we...

Liebe seriöse Medienschaffende!

Wie gerne wurde von Euch in den letzten Jahren mit Genuss auf die Blogwelt eingeschlagen. Schlechte oder gar keine Recherchen wurden uns vorgeworfen. Der Ruf des Journalismus würde so zerstört. Die Verbreitung von Halbwahrheiten und das Nichtbeachten von Regeln des Anstandes. Auch und gerne, dass es keine Grenzen gäbe. Und dann passierte 4U9525. 150 Menschenleben wurden ausgelöscht. Eine Tragödie, die weit mehr Menschen direkt betrifft. Die in Sekunden das bisherige Leben nicht mehr führen können. Und dann kamt Ihr. Wie Hyäenen habt Ihr Euch buchstäblich auf das Aas gestürzt, möglichst große Stück aus dem Quotenleib gerissen. Keine Sensationsüberschrift, keine noch so pietätlose Aktion war Euch zu peinlich. Ihr standet vor der Kamera, in den Händen Trümmerteile oder persönliche Stücke der um das Leben Gekommenen. Habt mit einer geheuchelten Anteilnahme spekuliert, Nachbar und Freunde der Opfer vor die Linse gezerrt und mit abstrusen Fragen genervt und in der Trauer gestört. Ihr...

Die Sache mit dem Anstand...

Von den ganz Alten wird immer wieder gefordert, dass "die Jungen" sich nach deren Regeln zu benehmen haben. Auch ich, im mittelalten Alter werde da mit einbezogen. Anstand ist gut, wichtig in der Gemeinschaft und sorgt für reibungslosen Ablauf. In der Regel. Wo aber ist der Anstand "der Alten", die sich und ihre ach so gute Erziehung vergessen, wenn es gerade unangenehm ist oder einen Vorteil zu erhaschen gilt, bei dem diese im Weg steht? Sie ist blitzartig verschwunden. Beispiel? Gerne: Heute, Mittwoch, nach dem aufstehen um sechs Uhr, den Besorgungen bei OBI und im Baufachmarkt, ein wenig arbeiten im Gebäude, meldet sich der kleine Hunger. Frühstück war ausgefallen, weil Red bei sich zuhause krank liegt. Schnell zum Bäcker bei OBI im Eingangsbereich, weil ich sowieso weiteres Material kaufen musste. Rein - kaufen - raus. Denkste. Erst einmal im Eingangsbereich. Da werden momentan Blumen aufgestellt. Blumen brauchen Nahrung in Form von Wasser, welches b...

Der Rest der Woche

Dinge, die sonst so passiert sind. Hat von Euch schon einmal jemand blanchierte, geschälte, ungesalzene Erdnüsse gegessen? Nein? Macht nichts. Stellt Euch einfach vor, Ihr würdet in einen Kaktus beißen. Oder in eine Karambole. Nur eben in knackig. Mal ehrlich - dann lieber gar nichts genascht. Es grünt. Die ersten Zöglinge haben das Gewächshaus auf dem Balkon bezogen. Gelbe Tomaten, runde Zucchini, Dill, Sonnenblumen, Kürbisse und Löwenmäulchen wachsen vor sich hin. Löwenmäulchen verbinde ich mit einem Urlaub in vergangener Zeit, ich mag die Dinger einfach. Funktionsblumen ;-) Und weil ich Red fast täglich mit Fotos von Essen oder Trinken nerve, hat sie mir ihr Frühstück geschickt. Bisschen kalorienarm für mich. Reds zweite Kochaktion: Schinkennudeln nach Mac´n´Cheese-Art. Frischer Salat dazu, sehr lecker. Und sättigend. Auch ein schönes Auto. Und es wird ja gerade Sommer ;-) Banana! So, wie ich sie mag. Schön in einer tiefen Schale gelagert, damit die Scha...

Kaffee, Kaffee, Kaffee... - wenige Worte

Was sich so in einer Woche ansammelt. Frühstück im Café. Warum immer belegte Brötchen? Eben... OK, an Design des Milchkaffees muss noch gearbeitet werden, dafür schmeckt er aber gut. Selbst gebackenes Brot. Gut gelungen, auch der zweite Versuch. Die Backmischung stammt aus einer Mühle in der Nähe, welche alle Zutaten selbst herstellt. Schmeckt man auch. Versuch zwei war auch in Ordnung, Versuch drei ist verbrannt, Versuch vier ging nicht auf. Ach, was solls... Und wenn die Zeit einmal nicht ausreicht - z. B. weil der Putz an der Wand um Aufmerksamkeit buhlt - reicht auch einer aus dem Pappbecher. Auch, wenn viele Menschen das ablehnen, meist sind es die, die es nicht einmal probiert haben. Und lieber einen solchen Kaffee als gar keinen. Manchmal... So sieht es dann am Nachmittag aus, wenn die Zeit wieder mehr ist. Punschkuchen dazu, Sonne - was will ich mehr. Meine Entschädigung vom Leben. Milchkaffee in der Hauptfiliale. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Tannen...

Bauen, bauen, bauen...

SO sieht eine wirklich lebensbedrohliche Verletzung aus, wie Mann sie sich jederzeit auf dem Bau zuziehen kann. Eine Sekunde nicht aufgepasst - und es war geschehen. Natürlich bin ich als Naturbursche so etwas gewohnt und stecke das ohne längeren Aufenthalt auf der Sterbecouch weg. Ein wenig Schwindel und Übelkeit, schon kurz darauf war das Thema vergessen. Wie das passiert ist? Ich habe das Parkett (kein Laminat, RICHTIGES, hartes, deutsches Holzparkett!) aus den alten Büros entfernen wollen, dazu mit einem Beton-Kratzeisen immer schön die alten Paneele anheben, feste ziehen und das Holz beiseite legen. Dumm nur, dass eine unter Spannung stand und aus der Hand gerutscht ist. Schön über eine Stelle, nur mit der Kante, ohne offene Wunde. Kein Blut. Also nicht einmal etwas, mit dem man angeben könnte. Wäre ich gestorben an der Verletzung - niemand hätte da was gesehen. Trauriges Schicksal. Na, bin dem ja entkommen. Von wegen "du musst dich mehr bewegen!!!" Da war es knap...

Automatische Kartoffeln - oder "Der Regiomat"

Samstag ist in der Regel einer der Tage, an denen es mir -manchmal- gelingt, Red vom täglichen Trott und Stress zu lösen und auszubremsen im "aber-das-muss-doch-fertig-werden"-Wahn. Am einfachsten klappt das, wenn ich sie nach dem aufwachen in das Auto setze und einfach losfahre. Meist gibts dann unterwegs ein Frühstück oder einfach was auf die Hand. Schauen, wohin es uns treibt. An diesem Samstag in die Bad Staffelsteiner Richtung, nach einem Frühstück im Café "zur schönen Petra". Erster Anfahrtspunkt war mein Mühlenmensch in Gößmitz. Nur kleine Beute an diesem Tag: Position Nr. drei gärt bereits vor sich hin. Nur etwas frische Hefe zugesetzt, Wasser drauf (oder Schwarzbier) und backen. Bin auf das Ergebnis gespannt. Nächste Stelle war der Bäcker im Nachbarort. Gibts aber keine Fotos mehr davon, das Zeug wurde unterwegs Raub des kleinen Hungers. Neu war dann der Forellenzüchter. Für Sonntagabend dann eine Lachsforelle, frisch aus dem Rauch, ca...