Direkt zum Hauptbereich

Urlaub - wo war ich denn überall schon?

Unentschlossen wie ich bin, sortiere ich momentan erst einmal, wo ich überall schon in Urlaub war. Ist doch eine recht umfangreiche Liste geworden. Fangen wir mal an....

1983, im zarten Alter von Präpubertär, ging es erstmals los. Vorher gab es nie Urlaub, da mein Vater sich lieber mit Arbeit zugedeckt hat und seinem damaligen Chef keine Widerworte geben wollte. Alte Schule halt. 1983 hat er die Firma übernommen und erstmals in seinem - und unserem - Leben einen Urlaub gemacht. Geplant wäre schon zu viel gesagt, denn zwei Tage vorher hat er entschieden, dass es los geht und wohin. Südtirol. Gebucht wurde vorher natürlich nicht, denn, wenn wir kommen ist was frei. Klar... Ich sage dazu nur: Hauptsaison!

Nach einer idiotischen Fahrt über München/Starnberger See (1 Stunde 55 Minuten ab Coburg/Steingasse bis zur Telefonzelle am See *würg*) versuchten wir unser Glück in Meran. Nichts frei. Terlan: auch nichts zu bekommen. In Eppan, einem schönen kleinen Weinbauernort, fanden wir ein Zimmer. Für vier Personen, eine Woche. Nur Übernachtung und Frühstück. Dafür haben die uns ein Zimmer für die zweite Woche besorgt, wo wir auch schon vorher zu Abend essen konnten. Erstmals Schlutzkrapfen, die uns bis dahin komplett unbekannt waren. Die erste Woche verbrachten wir bei Familie Sanin, die zweite im Gästehaus Dall´ora. Zwei Wochen jeden Abend drei bis fünf Gänge südtiroler Spezialitäten, tagsüber schwimmen in den Seen (Montiggler Seen, Kalterer See), bummeln in Meran. Ein Traum. Na, eben der erste Urlaub überhaupt. Nur eines war stark Gewöhnungsbedürftig: der Snack des Jahres an den Seen. Nudeln, gekocht, durch Olivenöl geschwenkt, dann Zucker drauf. Davor graut es mir noch heute.

1984 ging es schon wieder nach Südtirol, jedoch nur für eine Woche und dieses Mal nach Latsch. Ich kann nicht mal mehr den Namen von dem Hotel sagen, meine Mutter hat mir auf die Sprünge geholfen. Hier war es: KLICK!  Da waren wir mit dem Ex-Chef meines Vaters, dessen Gespielin und der Tochter unseres damaligen Stammlokales vor Ort. Der langweiligste Urlaub meines Lebens. Heimwärts ging es dann sogar noch über Samnaun, was in der Schweiz liegt und duty-free-Gebiet ist. Beute: zwei Mal voller Tank und für mich ein Klappmesser. Nach dem Urlaub ist der Griff zerbrochen, tolle Erinnerung. Auch nicht viel länger haben die Bonbons von "Quality Street" gehalten. Die gab es da in einer fünf-Kilo-Dose. Lecker. Heute sind die nur noch als Wochenration im 2,9 kg-Midipack erhältlich. Und auf dieser Strecke hat sich auch herausgestellt, dass ein BMW 525eta mehr Sprit verbraucht als unser BMW 732i. Der eta war eben für kurze Strecken, nicht für die Autobahn ausgelegt. Und auch damals war das Papier in Sachen Testverbräuchen schon stark strapazierbar.

Ab 1985 habe ich dann schon gearbeitet, da war es mit dem Urlaub vorbei. Im elterlichen Betrieb zu lernen hat eigentlich nur Nachteile. Zumindest im kleinen Betrieb. Der Kanal ist übergelaufen? Junior! Da fällt einer aus und du hast Urlaub eingetragen? Jetzt nicht mehr. Die Folge waren ein paar Jahre mit nicht mehr als drei bis vier Tagen Urlaub am Stück, was auch der Grenzöffnung und der diesem Umstand geschuldeten Mehrarbeit zu verdanken war. Bis 1993 erstmals die Nierengeschichte kam und zur Schonung zwang.

1993 ging es dann erstmals wieder auf Tour. Die neue Firma war gebaut, das Personal gehörig aufgestockt, alles im Lot. Ziel: München. Begleitung: diese Dame hier. Natürlich streng getrennt in jeweils einem Einzelzimmer untergebracht. Wir waren ja kein Paar, da war das selbstverständlich. Heutzutage sieht man das wohl anders. Mitten in Schwabing in einer heruntergekommenen Pension, die Nacht für damals 140 DM - je Zimmer und Nacht. Aua Aua Aua..., ein Internet gab es noch nicht, so wusste ein Provinzler nichts von einer in München stattfindenen Messe und irgendeinem Kongress. Aufschlag bezahlt haben wir trozdem. Ich habe bezahlt und wurde dafür zum Dank auf den Olympiaturm eingeladen. Komischerweise hat mir die Höhe nichts ausgemacht. Drei Tage, oder eben zwei Übernachtungen, haben wir dort verbracht. Und ich war stolz auf mein erstes Handy, welches noch eine Grundgebühr von 129 DM(!) hatte, zusätzlich die Minute für 1,89 DM. Und trotzdem hat es erstmals in München fast lückenlos mit dem telefonieren per Handy geklapp. SMS wäre theoretisch auch schon möglich gewesen. Nur - wer hätte die lesen sollen? Die mit dem Wählscheibenapparat?

Und dann im August 1993 - die Rundfahrt England - Schottland. Coburg, Belgien/Oostende. Mit der Fähre nach Dover, an die Kalkfelsen. Dort war das erste Ziel ein Campingplatz, denn a) war der Sprit schon sehr teuer, und b)wir waren mit einem Auto und zwei Motorrädern unterwegs, ein Kumpel noch in der Schule und die beiden Anderen hatten gerade erst ausgelernt. Einen Tag haben wir nur geschlafen, da es im Dauerregen und max. 100 km/h über die ganze Strecke ging. Immerhin fast 800 km. Dann ging es nach London. Madame Tussaud? Fünf Stunden Wartezeit, utopische Eintrittspreise. Zumindest bin ich über die London Bridge gelaufen, habe den Big Ben gesehen, den Buckingham-Palast, Speakers Corner, Hydepark und ein paar andere Ding. Top war dagegen der Camden-Market. Viele kleine Läden mit ausgefallenen (und leider meist alternativen) Klamotten, Fish´n´chips-Läden (schmeckt sogar brauchbar) und einer Indienbude an der anderen. Leider so scharf, dass uns oft der Appetit vergangen war. Am Ende waren wir nirgendwo drin, einfach weil es zu teuer war. Damals wäre es sogar noch möglich gewesen, in die Innenstadt mit dem eigenen Auto zu fahren. Auch da haben wir schon für das Tagesticket im Nahverkehr umgerechnet gut 20 Euro bezahlt, um überhaupt etwas zu sehen.

Nach den drei Tagen ging es gegen den Uhrzeigersinn durch England an den Küsten entlang. Stonehenge/Salisbury, Bristol, Birmingham, Liverpool, Gretna Green, Loch Ness, Ullapool, Bankfoot, Banff, Aberdeen, Edinburgh, Seebad Brighton (lausige Lokale mit WAHNSINNSPREISEN direkt am Strand), und wieder Dover. Die Engländer selbst waren eher ablehnend, während die Schotten herzenswarm und deutsch sprechend waren. Wir waren angenehm überrascht.

1995 war ich dann mit obiger Begleitung um meinen Geburtstag herum in Südtirol, in Sand in Taufers. Da habe ich dann auch Kaminwurzen, Speck, Unterthurner Waldler und andere Leckereien kennen gelernt. Ihre Familie war mit dabei, mit dem Vater habe ich - als Nichtskifahrer - die meiste Zeit in der Mittelstation des Speikbodens verbracht. Ich bei Dampfnudel, Jausenteller und ab und zu mal ein Skiwasser. Die anderen.... Naja, ich war ja Fahrer. In der zweiten Woche haben mir dann die Pächter verraten, wie ich mit dem Auto direkt dort hin komme. Zuvor musste ich in einer Gondel fahren. Offen. Und manchmal sind die auch stehengeblieben. Höhenangst? Höhenangst! Der längste Urlaub meines Lebens bisher, gute zwanzig Tage war ich dort, bis kurz nach meinem Geburtstag. Und kurz darauf hat sich dann endlich etwas mit Ex-FrauDSL getan.

1995 war ich dann nochmals im Urlaub, im August, als Ex-FrauDSL und ich schon ein Paar waren. Sie durfte natürlich nicht mit, da hat ihre Mutter noch lange Jahre dazwischengepfuscht. Wie man sich nicht für die Liebe verbiegt. Absoluter Schwachsinn war das, wenn ich nur daran denke, wie wir manchmal über die Autobahn geflogen sind, weil die Alte (bewusst so genannt!) unbedingt auf einen bestimmten Heimkehrzeitpunkt ihrer Tochter gelauert hat. Erstmals ging es nach Bodenmais, in die Pension Karina. Herrliches Wetter, als Begleiter meine Schwester mit ihrem Mann und dessen Bruder mit Frau und seiner Schwester mit Mann. Gekocht wurde in der Pension reihum (war nicht so gut...) und tagsüber ging es auf Wanderungen und in die Glasfirmen. Joska-Glas war da noch ein Erlebnis. Essen im Adams und das erstmalige Auftreten des "Handerls" an der Imbissbude. Hat nicht geklappt ;-)

1997 gab es nur eine Leserreise zusammen mit Ex-FrauDSL und deren Familie, nach Hamburg zum Musical "Phantom der Oper". Der Startschuss für viele, viele Wochenendurlaube in den folgenden Jahren und ebenso vielen Städtereisen und Musicalbesuchen. Stomp, Buddy Holly, Starlight Express.... Da war der Sprit noch bezahlbar und die Wochenenden in trauter Zweisamkeit.

1998 dann der erste Urlaub nur zusammen mit Ex-FrauDSL, eben in der vorgenannten Pension, da hat sie schon fast bei mir gewohnt, zumindest an den Wochenenden. Hach.... Da war die Pension im Umbau, wir die einzigen Gäste, das war nicht so prickelnd, wir dafür viel unterwegs. Und die eine Woche ging schnell wieder herum. Und es gab doch in dieser Ortschaft so viel zu entdecken.

So viel, dass wir in den folgenden Jahren in diesen Hotels zu Gast waren: "Bergknappenhof" (5 Mal), "Mooshof" (2 Mal), "Bodenmaiser Hof" (1 Mal), Hotel Böhmhof (3 Mal), Hofbräuhaus (2 Mal), Böhmhof (2 Mal).

Dafür kenne ich jetzt die Ortschaft und alles drumherum fast so gut wie meine Heimatstadt. Aber, es ist Zeit, sich einmal nach etwas Neuem umzuschauen, besonders, da mich ja jedes Eck an Ex-FrauDSL erinnern würde. Urlaub wäre also anders.

Zwischendrin war ich zusammen mit Ex-FrauDSL (muss um 1999/2000 geswesen sein) in Österreich. Sie hat da einen Drechslerkurs in Elbigenalb im Haus Geisler-Moroder absolviert. Einer der schlimmsten Urlaube überhaupt. Ich war der festen Überzeugung, dass wir in einem Ort mit zig Hotels und Pensionen schon was bekommen. Dem war nicht so, da ich dieses Mal vergessen hatte, dass dort um die Zeit unseres Besuches Saisonende war. Ergo: nur eine Pizzeria hatte auf, einmal waren wir in einem Gasthaus mit einem Standard unter einer Imbissbude. Für mich war das Horror, musste ich doch tagsüber sehen, wo ich meine Zeit totschlagen würde. So blieb es mir nur übrig, zig Kilometer bis nach Deutschland zu fahren, um in Oberstdorf wenigstens etwas zu erleben. Ach ja, die Unterkunft war eine dreckige Pension für 80 Mark in der Nacht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, nur, dass ich den Boden ohne Schuhe nicht betreten hätte. Danach, also im zweiten Teil unseres Urlaubs waren wir dann in Garmisch-Partenkirchen zu Gast, als sich dieses Hotel noch Grand-Hotel nannte und fünf Sterne hatte. Danach war Ex-FrauDSL nochmals alleine zu Gast und war nicht mehr zufrieden. Zwischendurch waren wir noch mehrmals in Garmisch, HIER und HIER.

Füssen, bzw. Hopfen am See, war auch einmal unser Ziel, da hat mich dann am zweiten Tag eine Grippe komplett außer Gefecht gesetzt. Unterkunft war hier, einfacher Standard, engste Parkgarage.Und gegessen haben wir HIER. Grins... Da wurde Ex-FrauDSL von Kindern am Nachbartisch beobachtet und eines der Kleinen hat sich ausgelassen mit den Worten "Guck mal, die isst wie ein Schwein".  Gegessen haben wir Schweinsbraten (mit dem größten Knödel, den ich je gesehen habe) und Ex-FrauDSL eine Entenbrust. Heute habe ich mich daran gewöhnt, damals fand ich es auch sehr komisch, dass bei Ex-FrauDSL das kleinste Stückchen Fett ab musste und alles fast seziert wurde. Irgendwann im Laufe der Jahre habe ich mir dann einfach gedacht, dass ja nicht  mein Essen kalt wird. Man wird halt toleranter, zumindest wohl die Männer.

Auch zwei schöne Urlaube haben wir hier verbracht: am Tegernsee, im Malerwinkel. Hier in dem Hotel haben wir gewohnt: KLICK. Und da gab es eines der besten Fleischstücke, die ich je gegessen habe. AUCH KLICK, BITTE.

Wenn ich mal kurz überschlage, was wir in den knapp 14 Jahren aktive Reisezeit für Hotels, Anfahrt, Essen und dem drumherum ausgegeben haben, dann wird mir ganz schwummerig. Ein einfaches Mittelklasseauto ist da sicher drauf gegangen. Und dann noch die Kurzurlaube über das Wochenende und drumherum.... Ex-FrauDSL war sogar noch öfter unterwegs, mal mit der Oma, mal mit der Unaussprechlichen. Blöd, aber ich war ja selbstständig. Und da sind die Angestellten immer vor gegangen. Würde mir heutzutage nicht mehr passieren.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

90 Minuten Ruhe und Entspannung

Bild: Eingangsbereich zum Bad in Bad Staffelstein

Piscina. Ich war überrascht, dass ich zu meinem Geburtstag einen Gutschein für einen Aufenthalt im Piscina bekommen habe. Mir war der Begriff bis dato nur als kirchlicher bekannt, bezeichnend für das Handwaschbecken in Kirchen. Einfach zu Reinigung.

Bild: Die Piscina

Und die Assoziation war nicht einmal so falsch. In oben genannten Gutschein-Fall ist Piscina etwas erweitert zu sehen, und zwar als Becken, in welches man Wasser füllt - und eben wieder ablässt. Dieses Piscina befindet sich in dem der Klinik Bad Staffelstein angeschlossenen Bad. Unseres, wir hatten das mit der Nummer eins, wird durch eine Art Schleuse betreten, die gleichzeitig auch als Umkleideraum fungiert. Da diese nur durch einen einfachen Fallriegen zu verschließen ist, empfehlen wir, Wertsachen im Auto zu belassen.

Die Piscina selbst ist komplett gefliest, helle, freundliche Farben, zwei Schalen mit Kerzen sorgen für eine gewisse Grundstimmung, eine eigene Dusche sowie z…

Ragout Fin - der Convenience-Test

Mitte der 70er Jahre im 20. Jahrhundert war es ein Edel-Essen auf jeder besseren Party; Ragout Fin. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter diese -damals noch recht teuren- Blätterteigförmchen gekauft hat. Und drei Tage vorher wurde uns das Maul schon wässrig gemacht. Zumindest haben mich diese Teilchen auf Anhieb überzeugt. Eigentlich mehr der Inhalt, den ich auch Heute noch gerne esse. Zeit, einen Test zu veranstalten, nachdem in der letzten Zeit immer mehr dieser Convenience-Produkte auf den Markt kommen.

Im Test befinden sich Aufwärm-Produkte von verschiedenen Discountern, teils auch Aktionsware wie das Produkt der Marke Sodergarden, hergestellt von Tulip. Zwar sind diese nicht immer zu bekommen, einen Geschmackstest kann man ja trotzdem machen. Natürlich völlig uneigennützig... Erwärmt werden die Produkte jeweils auf 60° Celsius, um eine Basis für die Vergleiche zu haben. Gemessen werden die Temperaturen mit einem Digitalthermometer, um eine Überhitzung und somit Beei…

Geschmackstest - "Royal One" Burger für die Mikrowelle von LIDL

Heute stand auf den Speiseplan: Nichts.
Einzukaufen war: Nichts.
Ich war also nur Begleiter und hatte Zeit, die Augen ohne Einkaufszettel einfach so über die Regale schweifen zu lassen. Und siehe da, es gibt Neues.





Neugierig wie ich bin, wenn es um "Lebensmittel" geht, besonders dann, wenn es sich um Neuheiten handelt, muss ich zuschlagen. Manchmal geht es gut, manchman falle ich mit Anlauf auf die Nase.

Die Zubereitung ist für Nichtskönner, ich sollte somit damit klarkommen. Mikrowelle auf, das Teil inklusive Verpackung hinein, 600 Watt, 90 Sekunden. Einfacher gehts nur, wenn die Packung mitgegessen werden kann, ohne das Teil vorher durch die Teilchenkammer zu jagen.

Gesagt, getan, zwei Minuten später steht das Ding heiß und dampfend vor mir. Und riecht. Aber nicht gut, irgendwie "komisch". Nach Schwein. Wer schon einmal Insulin gerochen hat, der weiß, was ich meine.

Eigentlich sage alle Sinne, dass ich die Finger davon lassen solle. Aber, der männliche Forscherdr…