Direkt zum Hauptbereich

44 : 74

Manchmal im Leben, geht es Wege, die nicht so geplant sind. Dabei laufen einem dann Menschen über den Weg, die ebenfalls nicht zwingend zum Tagesablauf gehören.

Viel ältere Menschen zum Beispiel, also solche, die nicht der eigenen Generation angehören. Da gibt es dann 88jährige, die geistig fit und rege sind. Oder eben auch 74jährige, bei denen du dich fragst, wann da was komplett aus der Bahn gelaufen ist.

Eine solche Abzweigung mit den dazugehörigen Konsequenzen und Menschen darauf nahm ich am vergangenen Montag. Gerade dabei, auf der x-Box ein paar nette Mitbewohner der Stadt zu verhauen, zu marodieren und Autos zu "leihen", trank ich ein Tässchen Kaffee. Eigentlich einen Capuccino aus der Packung. Na und? Schmeckt halt.

Als Bartträger bleibt da ab und zu ein Tröpfchen an der Oberlippe hängen. Auf dem kleinen Dienstweg und mit dem Handrücken wird das Malheur in der Regel entfernt. Nicht so an diesem Tag. Der Handrücken war dunkelrot. Kaffee? Schwarz. Capuccino? Braun und schaumig. Rot wie Erdbeermark und recht dick? Signalfarbe der Natur. Mist, hab gar nicht bemerkt, dass ich gepopelt habe. Auch nicht geschnäuzt. OK, ab ins Bad, hört gleich wieder auf. Oder so.

Bis zum Bad war das Taschentuch saftig, die Hand gleichmäßig signalfarbig. Leise Panik schleicht im Rücken aufwärts Richtung Schädel. Blutdruck und Herzschlag schießen nach oben, das Blut im gleichen Maß aus der Nase. Wechsel der Strategie: Weg mit dem Taschentuch, her mit dem Handtuch. Liegen genau 31 Stück im Bad. Weiß ich, weil ich die zur Ablenkung gezählt habe. Ich mach´ es kurz: Drei Stück habe ich gebraucht, bis der Notarzt dann meinte, dass ich ihm eher auslaufe, als dass er mich wieder dicht bekommt.
Übrigens: Mit Blut verschmierte Tücher halten nach der Trocknung die Form. Nur mal so.

Der Rettungsassistent war wenig begeistert über die Umgestaltung seiner fahrenden Heimstätte, ich möge bitte nicht sprechen und dabei die Sprenkel im Auto verteilen. Fliegenpilz mal andersrum. OK, nach sprechen war mir eh nicht. Hatte ja genug damit zu tun, nicht zu kollabieren.

Dumm: Die Autos sind ziemlich dicht und ich wurde nur transportiert. Wenigstens etwas Lärm und Aufsehen wäre doch mal was gewesen. Die Nachbarn fahren auch immer so weg. Zwar auf anderen Plätzen, aber man nimmt ja, was man bekommt.

In der Notaufnahme (Merke: Liegendvorfahrt macht Priorität ;-) ) waren dann keine Rollis frei. Kein Scherz, die haben mich auf einem Kackstuhl in die Aufnahme gefahren. Sicher ein lustiges Bild, mir war da nur noch nicht nach fotografieren. Kommt aber noch, zusammen mit der Langeweile der Woche. Ach, was solls, ich geh da einfach mal chronologisch vor. Los gehts.

 Weil ja das aus der Nase irgendwie nicht geht, wird ein erstes Loch in den Kunden gestochen. Für einen Sterbesofabesitzer ist das so, als würde man versuchen, einen Kürbis durch einen Strohhalm zu ziehen. Die Nadel? Diese Kanüle? Da rein? Niemals. Leute, ich bin dann mal weg... Ging nicht, konnte ja nicht mehr laufen. Irgendwie. Zumindest war ich vom fahrbaren Kackstuhl weg. Heute denke ich mir: WER zur Hölle kann in der Notaufnahme so einen Stuhl bestuhlen? Wahrscheinlich ist man aber froh, auf so einem Ding zu sitzen, wenn man es ernsthaft braucht. Nicht mein Problem. Das Kanalrohr war also in meinen Arm gezwängt, als Armaturen verlegt wurden. Ich bitte, das verwackelte Bild zu entschuldigen, aber ich konnte nur eine kurze Pause des Entsaftens nutzen, um dieses zu knipsen.

Ein wenig BlaBla an der Notaufnahme, denn in Deutschland wird erst verwaltet, wer dann noch das Glück von Vitalfunktionen hat, der bekommt auch Hilfe angeboten. Ne, nicht für den Sabber, der aus der Nase lief. In der Aufnahme lernte ich die Produktion von Nierenschalen und Wattevließ zu schätzen. Das Zeug ist besser als Handtücher. Und schonender für die Haut, wie ich in den nächsten Tagen anhand der Grinde um den Riecher feststellen sollte.

Zuletzt Anfang der 90er Jahre im Haus, war es an der Zeit, die große Durchsicht in Auftrag zu geben. Und siehe da, die Fachleute hatten Zeit. Betriebsstoff wechselte alleine. Röntgen des Oberkörpers. Bisschen schallen von Bauch und Organen. Die gute Nachricht: Alle komplett da. Ist doch schon mal was, wenn auch nicht zielführend. OK, ein kleiner Verdacht bestand ab da. Und dann noch einer hinterher. Schnell, effektiv und umfassend. Hut ab, wenn ich ein blutendes Etwas dahinscheidend auf der Liege hätte, ich würde wohl hypervenitlierend abhauen. So war es also eine "hypertensive Krise". Ist wohl vielfältig und heißt in etwa übersetzt: Da passt was nicht, Ausreißer nach oben.

Der nächste Schreck, als das Blut weniger lief. Zwei Möglichkeiten: Ich laufe auf Reserve oder es schließt sich die Pforte der Röte. Was zu einem Anstieg des Druckes führt und die Herzfrequenz hebt. Das wiederum ruft eine Runzelstirn des Facharbeiters Körper hervor.

Die Folge, ein bisschen was in den Arm. Und dann eine kleine Tablette direkt unter die Zunge. Und siehe da, Beruhigung kehrt ein. Senkt sich der Druck, freut sich der Mensch.

So, das Bett ist frei, ich darf in die Horizontale. Nie war ich so froh, meinen Hintern auf einem weichen Kissen parken zu dürfen. Ich werde auf dem Bett dafür erschlagen? Bitteschön. Ihr wollt mir weitere Löcher stechen? Macht, was ihr wollt. Sooo egal. Ich will nur schlafen. Lange und ausgiebig. Von mir aus auch im sitzen.

"Herr Löffel? Wir haben ihnen einen Fahrer bestellt." Bitte was? Wo gehts denn hin? Ich will hier bleiben. Schneidet mich hier auf. Jetzt. Ich muss doch abends mein Mittagessen essen, das habe ich doch schon gekocht. Ach...

Entwarnung; ein "Fahrer" ist im LKW ein Pendand zum fliegerischen Saftschubser. Ein Mensch, der den ganzen Tag in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit und mit einer hohen Präzision andere Menschen und Güter durch das LKH fährt. In den nächsten Tagen hatte ich das "Vergnügen" diese Dienste mehrfach in Anspruch nehmen zu müssen, wobei man viel erfährt. Kurzform: Zu schwer für mich, zu weit und zu wenig Bezahlung. Eine Schande, die das Gesundheitssystem mit den "kleinen" Dienstleistern umgeht.

Was ich für einen Scherz der Belegschaft (super humorig die ganze Mannschaft, bis auf eine einzige Schwester, die weder schwarzen, noch weißen Humor und schon gar nicht das, was mein Zimmerkollege dafür hielt, mochte) hielt, merkte ich, dass das sehr ernst gemeint und wirklich auch nötig war. Bisschen klapprig auf den Beinen ist der Mann, wenn die Hydraulik ein wenig leidet. Gut war, dass die "Bettruhe" am nächsten Tag in eine "leichte" gewandelt wurde, ich durfte also das Bett verlassen, ein wenig im Zimmer auf und ab gehen.

Was ein Segen ist bei der Qualität der Matratzen. DEN Namen haben die nämlich eigentlich nicht verdient. Hingesetzt, zwei Sekunden später ist der Hintern auf dem Grund der Tatsachen, sprich dem Bettgestell, in aller Härte angekommen. Auf der Seite liegen? Möglich, aber nur für Masochisten. Auf dem Rücken? Hahaha.... Und auf dem Bauch? Fällt für mich momentan aus Gründen aus. Hier wochenlang verbringen? Bitte, erschieß mich gleich.... Am nächsten Tag darauf angesprochen, hat eine Schwester erzählt, dass eine Besprechung aus genau diesem Grund in den nächsten Tagen angesetzt sein. Schade, ein Ergebnis habe ich gar nicht nachgefragt. Kann eigentlich nur besser werden. Zu dem Schaden, den ich eh schon habe (oder eben die multiplen welchen ;-) ) kommt im Moment noch ein recht schmerzendes Kreuz hinzu. Zu empfehlen ist, sich gleich ein Dekubitusbett bringen zu lassen.

Wenn man schon nicht aus dem Zimmer darf, dann ist die exquisite Beschallung ein muss. Wie man sieht, ist das "Mediacenter" mehr als üppig ausgestattet. Ein Bildschirm, der einem die Augen ausbrennt vor Schärfe, eine Fernbedienung per Telefon - schon modern ohne eine lästige App starten zu müssen und Lautsprecher, die die Ohren wegfetzen. Querschnitt: Ca. 2,5 cm. Lautstärke stufenlos einstellbar von "ganz leises Flüstern" bis hoch zu "auch leises Flüstern". Hätte mal ein wenig Nachholbedarf, die Ausstattung. Telefon anmieten habe ich mir dafür verkniffen. Wer braucht Entertainment durch Bekannte, wenn man aus gut 18 funktionierenden Kanälen wählen kann? Eben - niemand. Und wem das nicht langt, der kann auch vier Kanäle Radio anwählen.

Die einzigen Bedingungen: Gute Ohren für den Klang, gute Augen für die Bedienung des Lautstärke- und Radiowählrädchen und Leidensfähigkeit in Sachen Bildschirm. Ansonsten: Wer meckert, bekommt aufs Maul, das ist nämlich kostenfrei. Positivpunkt also.


Die Ärzte haben den Umfang ein klein wenig falsch interpretiert und eine "extreme Adipositas" auf die Annahmekarte gestellt. Klar, weil ich auch ein fettes Gesicht, Arme und Beine habe. Das ist der BAUCH! Und das ist KEIN Fett. Egal, die "Menüassistentin" war schon auf dem Zimmer, hat den noch unbekannten Zimmergenossen gefragt, was ich wohl - auch unbekannterweise - gerne hätte. Ich hasse Plastikkäse und ich hasse Honig. Und was bestellt mir die Nase? Richtig.... Abends dann also - mit überhaupt noch nichts im Bauch als dem Frühstückskaffee und reichlich Eigenblut, weil es irgendwann zu blöd war, nach außen zu tropfen. Schmeckt ekelig, bildet in der Nase eine kleine "Skulptur", die stark an einen Blutegel erinnert. Und ist auch so zäh. Foto? Ne, ich habe so schon fast gekotzt. Glaubt mir, das will NIEMAND sehen. Hut ab vor den Ärzten aller Arten - ich wäre nur am würgen mit Euren Jobs. Ernsthaft. Gewürgt habe ich auch bei der ersten "Blutegel" Runterschluckerei. Noch eine Erfahrung, die niemand braucht. Wie hat der Notfalldoc gesagt? "Ach, lassen ses ruhich raustropfen, ´s is´ ja eh scho wech!" Recht hat er. Und mir wurde nicht vom Blut schlecht, auch nicht Brechreit setzte ein. Ich glaube einfach, dass ich so schwach war, dass ich jede Energie gerne wieder zurückgenommen habe. Das gibt dem Wort "Der Körper frisst sich selbst auf!" eine ganz neue Bedeutung.



Entgegen meiner Erwartung war also kein Weckruf um fünf angesagt, wir dürfen ausschlafen. Wow. Positivpunkt Nr. 2. Früh also wieder Plastikkäse, Frischkäse, Süßstoff, Honig und ein Brot. Schnittbrot, sehr angetrocknet. Geschmacklich gut, aber dem Umstand der Massen geschuldet, die so anfallen. Schade eigentlich. Ach ja. Der Depp, der mir den Honig bestellt hat, mag Honig und keine Marmelade. Und was bekommt er? Johannisbeermarmelade. OK, ohne Zucker, aber immerhin. Tauschen wollte er nicht. Am Vorabend hat er aber klaglos meinen Hering in Aspik gefressen. Der war ihm zu trocken. Mal ehrlich: Wie soll das gehen? Der war ab Werk in einer Portionspackung. Im Laufe der Woche sollten wir also noch Diskussionen um Essen und die Zubereitung führen. Nur vorab: Am dritten Tag habe ich der einen Schwester im Vertrauen gesagt, dass der Zimmernachbar von mir in der Nacht verhauen und aus dem siebten Stock einen Unfallsturz erleiden wird. War kein Widerwort gekommen, den Blick wertete ich als stille Zustimmung.

Auf dem Bild das Mittagessen von Dienstag. Ich fand es sogar sehr gut, wusste ja nicht, was kommt. Wurde auf "Fette-Sau-Kost" gesetzt. Pfefferminztee, ein sehr guter Wackelpudding Himbeer (Gegenüber wollte den Waldmeister eintauschen, den ich auch lieber gehabt hätte - aber ich habe auch ab und zu meine Prinzipien). Die Marke habe ich leider vergessen, muss ich mal schauen. Das Essen in der Terrine war eine Megaportion Nudelsuppe mit Spargel, Blumenkohl und sehr viel Hähnchenanteil. Gut gewürzt, prima im Geschmack. Was weiß ich, vielleicht war es auch einfach der Hunger. Gut wars. Gegenüber hat nur gemault. Er, der aufrechte Deutsche, isst nämlich weder Nudeln noch Reis oder Pommes. Nur Kartoffeln und Knödel in Varianten. Und sollte damit auch noch auf die Nase fallen. Hätte ich ihm sagen können bei der Bestellaufgabe, war mir aber irgendwie am dritten Tag egal, ob er verreckt oder Fraß oder Sterneküche bekommt. 
"mit markant-herbem Duft". Nicht meines, das des Mitinsassen. Will ja nicht so viel verraten, aber der hat vorher schon markant-herb geduftet. Nicht schön. Gar nicht schön. Nein. Ich habe - natürlich - nach Magnolie geduftet die Woche über :-)
Room with a view... Schön grün, wird man wenigstens nicht von der Umgebung depressiv. Wenn schon der Rest nicht funktioniert, Coburg ist aus allen Winkeln schön. Und schön grün sowieso. Allerdings, im siebten Stock bin ich eher nur in äußersten Notfällen auf dem Balkon zu finden. Zumal der auch nach vorne abfällt. Klar, muss er auch, macht es für mich aber nicht wirklich besser. Eine ältere Patientin ist am Tag mehrmals mit Rollator vorbei gekommen. Auf die Höhe angesprochen meinte sie, dass sie das von zu Hause aus gewohnt sei. Ich hab dann mal lieber nicht nachgefragt, wo sie wohnt. Leuchttürme haben wir eher weniger bei uns in Franken. Und so hohe Häuser mit umlaufendem Balkon? Eher auch nicht. Höhe ist nicht mein Ding.

Mein Ding ist es auch nicht, rohes Fleisch mit der bloßen Hand anzufassen. Ich kann das einfach nicht. Mir egal, wenn es jemand doof findet, ich weiß auch, dass es von der bakteriellen Belastung her für das Fleisch schlechter ist - ich hasse den Geruch von Fleisch an der Hand. Der hält sich da tagelang. Und der Vampir, so hat sich die Blutabnehmerin jeden morgen im Zimmer angemeldet, kann das auch nicht leiden. Waren übrigens immer tolle Gespräche mit den Schwestern, da ist jeder anders. Klar, ist ja logisch. Macht man sich aber nicht bewusst. Das steht eben im Kopf "Schwester = nett = hilfsbereit = weiße Kleidung". Über mehr macht man sich ja keine Gedanken. Mit zwei der Schwestern war es besonders lustig, die haben aus Spaß eine Einladung gefordert. Nuja, können sie haben. Wurde ausgesprochen, wiederholt und bekräftigt. Visitenkarte haben sie bekommen, jetzt liegt es an ihnen. Das Angebot steht. Und nein, da habe ich keine Hintergedanken. Verheiratet und auch zu jung. Und ich zu alt und zu uninteressant. Aber, warum nicht mal nett sein, wenn sie das auch sind? Eben. Dürfen sich was wünschen, bin gespannt, ob sie sich melden.

Abendbrot, ein Ganzes. Nachdem da Massen aufgefahren werden, die ich nicht (mehr) schaffe, habe ich das Essen dann halbieren lassen. Regelfall: Früh zwei sehr gute Brötchen, Aufstrich nach Wahl, Butter, einen Joghurt, ein Heißgetränk und auch Käse und Wurst, wenn gewünscht. Mittags dann eine Riesenportion Hauptspeise, ein Dessert und Heißgetränk. Alleine die Mittagsportion ist mengenmäßig mehr, als ich sonst zu Hause esse. Und dann nochmals ein Abendbrot, im Umfang etwa wie das Frühstück. Kann man aber halbieren, dann ist das zu bewältigen, wenn man nur rumliegen darf. Ach ja, Salat gibt es auch oft dazu. Überwindung hat gekostet: Vanillequark mit Streifen von Apfel und roher Karotte. Aber - schmeckt gut. Muss man eben einfach mal probieren.


Damit der Gast nicht beschleunigt in der Nacht ablebt, wird der Zugang fein gepolstert und mit einem Netz versehen. Wie in Schweinebraten. Das Band ist übrigens mit Code versehen, wer im LKH verloren geht, kann eingelesen werden. Feine Sache. Warum?

Weil nämlich der Knaller in meinem Zimmer leicht desorientiert war. Die haben ihn zwei Stationen weiter aufgegriffen, ist dort mit seinem OP-Hemdchen und Ständer mit Infusion hingelaufen. Warum der das Zimmer überhaupt verlassen hat? Und dann mit dem Aufzug das Klo versucht zu erreichen? Wird wohl sein Geheimnis bleiben. So wurden aus eigentlich vier Meter Weg gute 30 Minuten. Ich habe das erst bemerkt, als die Tür aufflog und er unter Gebrummel seinerseits in das Bad geschoben wurde. Ich plädiere noch immer für ein sozialverträgliches Ableben.

Kleine Randbemerkung: Fernsehen erst ab Punkt 21 Uhr, um 23 Uhr ging der Fernseher plötzlich aus. Warum? Weil der Herr Prinzipien hat. Er ist dann müde. Also wohl eher zu Hause, weil er hier noch gesabbelt hat, bis es kurz vor drei war. Dann war er müde. Ich bin eh selten vor dieser Uhrzeit im Bett, war aufgeregt und ein klein wenig rachesuchend. Kurz vor fünf Uhr habe ich ihn dann in Ruhe gelassen. Don´t mess with the Löffel.

Nachdem am ersten Tag die Untersuchungen nicht nur umfangreich, sondern extrem ausufernd waren, gab es ein erstes Frühstück nach dem ersten Loch im Körper am Morgen, dem Wiegevorgang und der Feststellung einiger Biowerte. Dazu nachher mal ein wenig mehr. Zwei Sorten Tabletten erklären sich mir, damit hatte ich gerechnet. Warum nun sieben Teile? So what.
 Noch das erste umfangreiche Frühstück. Ich weiß nicht, wer das essen soll, ohne körperlich gefordert oder ein wenig adipös zu sein, ich schaffe das nicht. Schon gar nicht früh um acht. Da gibts sonst ein Käffchen und Tablettchen und sonst nix. Ehrlich muss ich zugeben, das hat mich schon überfordert. Würde ich da länger logieren, ich würde wohl wieder aufgehen wie ein Hefekuchen. Mal ein wenig Interna? Ich habe gut 30 % Wassereinschluss extra bei einem errechneten/geschätzten Körpergewicht von 95 Kilogramm. Klar, bei 180 cm auch noch viel, aber gut 45 Kilo weniger als zu meinen "Fresszeiten". Das ist auch das nächste Ziel - wieder unter 100 Kilo kommen und da zu bleiben. Wird schwierig, weil die letzte Diagnose da ein wenig gegensteht. Ach, wird sich zeigen. Dumm aber, dass ich scheinbar Essen sehr gut verwerte. So das überhaupt möglich ist. Aber, ich habe Zeit, keine Frau, die einen Spargel will und auch sonst keinen Anlass, in Hektik zu verfallen. Wenn ich etwas erreicht habe in den letzten Jahren, dann eine eiserne Disziplin, einen sehr bewusste Ernährung und wenig Naschanfälle. Hab zwar immer was da, das wird aber an die Familie und Besuch verfüttert. So halte ich das Gewicht und kann immer mal wieder ein wenig Abwechslung bringen. Das Naschfach ist schon seit dem Auszug der Ex chronisch unterfordert, so wird das auch bleiben. Und Kuchen backe ich, esse aber nur ein Stück. Läuft.....

 OK, HIER muss ich mal mit der Küche schimpfen. Das war nicht schlecht, das war Grausamkeit am Patienten. Links der Salat war gut, hatte ein tolles Dressing. War überrascht und begeistert. Die Bolognese-Sauce war zumindest essbar. Sehr hoher Fleischanteil, kräftig im Geschmack. Aber leider nur nach Sellerie. Was allerdings mit der Canneloni (halbe Portion) passiert ist? Ich denke, die hat einen Selbstmord im Warmhalter gewählt. Der Käse hat geknackt! Ehrlich, der musste mit richtig viel Kraft gebissen werden. Eine anwesende Schwester war aufrichtig um meine Kauleise besorgt. Ich einen Moment lang auch. Kontrolle mit der Zunge - alles wie vorher. Die Nudel hat vom Teig her am Gaumen geklebt, ohne den Kaffee dazu (welche Mischung....) hätte ich die nicht runter bekommen. Die Füllung? Leider undefinierbar. Wirklich. Trocken, wie ein angeweichtes Selleriepulver. Sollte das so gehören, entschuldige ich mich dafür, meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Schade. Aber der Joghurt war gut. Himbeer, genau mein Geschmack.


 Abendbrot. Brot, frisch und weich, Butter, ein Pilzparfait. Hab vorher noch nie ein "echtes" gegessen, kann dazu wenig sagen. Kann man, muss ich aber nicht. Aber eine nette Idee. Butter gut, klar. Dazu zwei Scheiben gekochter Schinken, der Geschmack hatte, eine gekochte Spargelstange. Keiner, der wie das widerliche Zeug aus dem Glas geschmeckt hätte. Eigengeschmack, sogar gewürzt, fand ich prima. Der Gegenüber nur am bruzzeln, er hat noch nie einen kalten Spargel gegessen, das wäre eine Frechheit, ihm das vorzusetzen, wie das gesamte Essen dort eher ein Fraß denn eine Ernährung eines aufrechten Deutschen wäre. Bei Adolf gab es das nicht. Woher der das weiß? Keine Ahnung. So alt wie mein Vater wäre, Jahrgang 1940. Viel sollte er da nicht mitbekommen haben. Und dann "in der DDR hatten wir wenigstens gute Konserven, da gab es alles!" Auf meine Frage, wie denn Dosenbananen schmecken, kam leider keine Antwort. Idiot habe ich mir für mich gedacht und mein Essen gegessen. Eben den Salat mit Vanillequark, Streifen aus Apfel und roher Karotte. War echt nicht so schlimm, wie sich das anhört. Und, man sollte auch nicht vergessen, dass da am Tag tausende Male die verschiedensten Geschmäcker getroffen werden müssen. Ziel voll erfüllt, würde ich sagen.
Kuschelig ist anders. Da habe ich das Bett mal etwas flacher gestellt zur Probe, war aber nicht meine Präferez. Also wieder schön steil. Der Nachbarschläfer hat mir übrigens bestätigt, dass ich ein angenehmer "Beischläfer" wäre. Bevor ich ihm eine schmieren konnte, hat er sich verbessert und eingeschränkt, dass er zwei Mal geschaut hat, ob ich noch lebe, weil ich so leise schlafe. DAS war dann auch mir neu. Aber angeblich schnarche ich seit langer Zeit nicht mehr. Tja, entspanntes Leben bringt entspannte Atmung.

Rückschlag. Nachdem es eingentlich ganz gut für mich aussah, ich die Chance auf Entlassung hatte, kam der Hammer. Da war die Quelle wieder offen. Hat schon mal jemand eine Tamponade bekommen? Als zarter Mann fällst du innerlich erst mal vorsichtshalber in Ohnmacht. Wäre die Ärztin nicht so toll die Tage über gewesen, ich wäre weggerannt und lieber ausgeblutet. So aber: Tapfer sein, den Mann nach außen kehren. Noch ein wenig Interna: Am Ende der Woche wurde ich 24 Mal gestochen, um irgendetwas aus mir raus zu holen oder in mich einzufüllen. Thrombosespritzen auf einen Oberschenkelknochen gesetzt sind übrigens nicht lustig und erfreuen einen ganzen Tag lang auf ihre ganz eigene Art.

Zum Bild. Auch wenn der Winkel der Aufnahme seinen Teil macht und mich noch mehr als sonst wie ein Bruder der drei kleinen Schweinchen von Disney aussehen lässt - ich war da echt am Ende. Wie geht der Spruch? "Wenn du mich gestochen hättest, ich hätte kein Blut gegeben". Richtig. Hätte ich nicht. Kurz danach ging es mal wieder zu einer Fachuntersuchung: HNO, ambulante Operation. War mir aber egal, weil der Lebensmut mit dem Saft parallel abhanden kam.


Mein Transportfahrzeug. "AOZ" steht übrigens für "Ambulantes Operations Zentrum". Das Herz ist noch tiefer gerutscht, alleine der Name hat den Angstschweiß auf die Stirn getrieben. Eine nette osteuropäische "Fahrerin" hat mich geholt und auf Teppich wirklich zu kämpfen gehabt. Kurze Plauderei, wie immer sehr nett, ich habe erfahren, dass sie ca. 20 Kilometer am Tag mit Last unterwegs ist und noch ein Jahr durchhalten muss. Über den Verdienst haben wir beide ein wenig gelacht, ist aber eher Galgenhumor.

Nach der Krankheit fragt jeder, kann ja leider keine Auskunft geben, weil eben kein Name dafür da ist. Jedenfalls hat sie auch nach dem Alter gefragt und geschickt eingeflochten, dass ich doch zu jung wäre, um hier in ihrem Rollstuhl das Leben auszuhauchen. Waren wir beide der gleichen Meinung. Ach so, ja, sie fände mich hübsch und ihre ledige Tochter stünde auf etwas ältere deutsche Männer. War das eine Kuppelaktion? Hasst die ihre Tochter, so, wie ich da aussah? Einen Tag später war sie zufällig wieder mit mir unterwegs, kannte mich und hatte ein anderes Transportfahrzeug im Schlepptau. Danke dafür, war sehr bequem und toll. Tja, liebes LKH Coburg, haltet Euch Eure Schlepper warm. Die sind wirklich gut. 

Ach ja, diese erneute Undichtigkeit hat übrigens dazu geführt, dass meine angedachte Entlassung auf unbestimmt verschoben wurde. Shit happens. War ja klar.  Interna gefällig? Nach dem Einlieferungstag höchster gemessener Blutdruck vor Medieinnahme: 167/93, niedrigster, gleich zwei Mal: 120/80. Kein Scherz, steht so auch in der Akte. Heute dann 127/83. Bin zufrieden. Ach ja, schiebe ich gleich noch mit: niedrigster Blutzuckerwert 77, höchster gemessener 86. Was auch immer das bedeutet, muss ich noch googeln, scheint zu passen, denn ab da konnte ich frei bestellen, musste keine Schonkost zu mir nehmen.

Links im Bild ein Rest vom Frühstück. Halbes Brötchen mit Honig (wir werden keine Freunde, umbestellen war mir dann auch zu blöd), ein Blattsalat mit ital. Dressing und Spaghetti mit Rucola-Sauce. Klapperkalt. Bin aber selber schuld, weil mit Tamponade essen heißt, dabei fast zu ersticken. Essen auf dem Teller - Vertilgezeit kurz nach 16 Uhr. Hat sogar gut geschmeckt, muss ich mal nachkochen. Die Menge Spaghetti ist übrigens eine halbe Portion. Ich weiß ja nicht, wer das festlegt, aber so viel schafft kein Schwein, wenn man sich nicht bewegt. Der Joghur war übrigens wieder Himbeer. Die Schwester hat da was getauscht, nachdem ich meinte, der wäre gut. Ja, wie gesagt - tolles Personal.

Die Ärztin - übrigens wohl einer ungarischen Abstammung - hat es nicht nur drauf, eine Diagnose zu stellen, sie versteht es auch hervorragend, die Sachverhalte schlüssig und technisch detailiert zu schildern und zu erklären. Sogar die feinen Unterschiede in der Technik der Geräte zur Körperinnenansicht waren ihr bekannt. Gehört das zum Ausbildungsplan? Ach ja. Waren früher die Ärztinnen nicht eher kleine verhärmte Studienmäuse? Die, die ich bisher im LKH kennengelernt hatte, waren das. Hier auch wieder eine charmante Ausnahme.

Abendbrot. Zucchinisalat mit scharfem Dressing, Tee, frischem Brot, zwei Scheiben guter Wurst. War überrascht, wie hochwertig die Wurstsorten da schmecken. Und der Schinken war wohl eine Art Parmaschinken, allerdings in einer Stärke wie hausgeschnittener Bauernschinken. Da wurde nicht gespart. Lecker. DA hätte ich mal eine zweite Portion essen können.

Interna? Ach, ist jetzt auch schon egal. Alle(!) Werte sind so gut wie ideal. Auch wenn mir beim betreten des Hauses eine Säuferleber unterstellt und mehrmals nach meinem Alkoholkonsum gefragt wurde. Nur einer ist etwas erhöht, der allerdings keinen Anlass zur Sorge gibt. Kann man mit leben.

Der Grund für zwei der drei Gebrechen wurde festgestellt. Hier gleich noch eine Interna: von Montag bis Freitag wurden 17 Liter Wasser ausgeschwemmt. Finde ich mal ganz lustig. Eines sorgt für Kopfzerbrechen bei mir und den Ärzten, da erfolgt noch eine Kontrolle in sechs Wochen mit ein wenig Eingriff zur Probeentnahme. Da gruselt es mich ein wenig davor. Muss aber sein, da gehts dann halt durch.

So. Nun sitze ich endlich wieder zu Hause, bin glücklich, leicht, kann die Treppen fast rauf und runter springen, kann atmen. Und darf nie wieder mehr als fünf Kilo heben. Sport? Das fand ich positiv: Nur schwimmen und einfach spazieren gehen. Nicht joggen. Keine Hanteln mehr. Und schon gar nicht die schweren Stühle im Esszimmer heben. Wird also Zeit, dass ich mir einen Wasserlieferanten suche. Wenn man erst mal ein paar Dinge weiß, kann man auch reagieren.

So. Jetzt mache ich mal ein wenig Tabletten zurecht, das ist eine kleine Lebensaufgabe bei den Mengen, die ich  mitbekommen habe. Aber auch das ist in den Griff zu bekommen. Wäre ja gelacht. Und es lacht auch der kommende Sommer, denn es sieht aus, als hätte ich in dieser Woche mein Leben nach einem Warnschuss zurück bekommen. Schön wäre es. Und die Welt steht mir offen. Endlich reisen, schauen, erleben. Alleine und nur für mich. Auch ein Ziel, an dem ich festhalten werde.

Kommentare

  1. Antworten
    1. Danke schön, geht ja irgendwie besser. Noch nicht optimal, aber gut. Und keine Schmerzen. Ist das was Feines :-)

      Löschen
  2. Wie gut, dass es dir wieder besser geht. Erhol dich gut!

    Liebe Grüße,
    Jessica

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, bin auf einem guten Weg. Erholung klappt am besten zu Hause. Irgendwie ;-)
      LG, Holger

      Löschen
  3. Au Backe.-----Du machst ja Dinge.
    Ich wünsch Dir ganz schnelle und absolut gute Besserung !!! ;)
    Liebe Grüße :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, das war wohl eine Initialzündung, endlich wurde gefunden, was mich seit vier Jahren quält. Und nun gibt es täglich mehr Lebensfreude.
      LG, Holger

      Löschen
  4. Du machst Sachen! Ich muss sagen, dass mir das Essen im Krankenhaus auch meist geschmeckt hat und zwar aus folgenden Gründen:1. Schön, wenn man mal bekocht wird, 2. es gibt Gerichte, die man in der Zusammensetzung sonst nie gegessen hätte, 3. Essen gegen Langeweile...
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir gute Besserung und, dass Dir Dein Humor weiterhin in jeder Lebenslage erhalten bleibt! LG ST.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sturmtänzerin, die Langeweile war eigentlich das Schlimmste. Der Fernseher ist für eine Ganztagesbeschallung sowieso nicht geeignet. Was also heißt: 22 Stunden feine Bettruhe. Nachdem ich Wolken bei der Verwandlung von einem Pudel in einen Schreibtisch beobachtet hatte, war auch da mal die Grenze der Unterhaltung irgendwann erreicht.
      Essen? Naja, die ersten Tage wollte das nicht so recht.... Kein Appetit. Komisch ;-) Aber dann. Und alles war wirklich gut, die Canneloni mal ausgenommen. Aber - auch zu Hause klappt doch nicht immer alles.
      Danke für die Wünsche, LG, Holger

      Löschen
  5. Ach Holger.... mehr fällt mir grad nicht ein. Ach Holger. Oh, jetzt fällt mir grad doch noch was ein! Pass auf, ich hab hier rein zufällig einen Beagle sitzen. Eigentlich ist es ja kein richtiger Beagle, eher so ein Mischling. Bisschen größer als ein Beagle. Und auch hässlicher. Schlau ist er auch nicht. Zumindest nicht so schlau wie ein Beagle. Na ja. Den würde ich dir jedenfalls bringen, weil du doch mal so einen Wunsch geäußert hast. Kein Scherz, tät ich machen. Und nach ein, zwei Kaffee und ein, zwei Stücken Kuchen würde ich ihn auch wieder mitnehmen. Der haart nämlich wie Sau, kann man niemandem zumuten. Soll ich?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sach mal Alex, willst Du etwa einen dummen, haarenden und hässlichen Hund loswerden? Klingt ja fast so ;-)

      Also, pass mal auf.... Wenn Du hier in der Nähe bist, dann steht Dir jederzeit meine Haustür (und auch die zur Wohnung ;-) offen. Kaffee gibt es immer, kein Problem, auf den Kuchen musst Du ein paar Minuten warten, dann gibts den frisch. Also - ich bin da, wann immer Du willst.

      Aber ob der Beagleverschnitt dann wieder mit Dir mit heim darf, dass müssen wir dann erst sehen ;-)
      LG, Holger

      Löschen
    2. Loswerden? Paul? Im Leben nicht! Ginge eh nur operativ, weil, er klebt an mir. Mein Schatten. Wir trennen und nicht. Aber: wir essen beide total gerne Kuchen

      Löschen
    3. Also gut. Kuchen für Paul, Dich und mich. Kein Problem. Sagt an, welche Sorte!

      Löschen
  6. Wie ich feststelle, hast du den Bettenburg-Aufenthalt mit der dir eigenen Würde überstanden. Ich wünsche alles Gute - und nie wieder so einen Fraggle als Zimmergenossen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Würde? Die habe ich da mehrmals verloren im LKH. War aber den Untersuchungen geschuldet, von daher ok. :-)

      Warte mal, wenn ich die nächsten Tage vom Nachfolgenachbarn erzähle. Der war noch einen Tacken härter. :-)

      Löschen
  7. Auch von mir weiter gute Besserung. Mein kleines Hypochonder- Ich hat ganz schön mitgebibbert beim Lesen. Was einen so aus heiterem Himmel ereilen kann. Aber wenn ich es richtig verstanden hab, haben sie endlich rausgefunden, was Du hast...DAS wäre dann doch ein echter Meilenstein. Alles Gute für den Löffel:)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön! Ach, das geht immer so schnell, da kommt man selbst kaum zum nachdenken. Und dann wieder Abwechslung mit Langeweile.
      Ja, wurde gefunden. Hurra! So ein fast logisches Ding. Aber tritt nicht immer auf, nur in Konstellation mit... Und das hat genau hingehauen. Von den Werten her war ich ideal. Ob Niere, Leber, Hormone - alles. Nur, dass es eben keine Werte gibt bei der Ursache. Tja :-) So, jetzt geh ich erst mal heilen ;-)

      Löschen
  8. Ach du grüne 9e :/
    Ich wünsch dir weiterhin gute Besserung!

    Heileheilesegen-Grüße vom Schäfchen ;)

    AntwortenLöschen
  9. Nicht zu fassen wie du deine Erlebnisse auch noch zu einer bebilderten Geschichte zusammenfasst.
    Kudos!
    Mich freut von ganzem Herzen, daß herausgefunden wurde was dir fehlt und der Verlust von 17 Litern Wasser - ein riesiger Wackerstein ist weg.
    Aufatmen, Oooohmm.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn Du mal stundenlang nur rumsitzen und dumm gucken kannst, dann kommst Du auch auf die tollsten Ideen. Kannst Du mir glauben. Die meisten habe ich erst gar nicht eingestellt.

      17 Liter, heute wieder etwas. Bin begeistert. Urlaub ist in Sichtweite. Endlich. Und dann: Vier Wochen am Stück, ganz alleine. Wohnmobil würde mir gefallen. Schweden, Nordländer. Dann, wenn es dort nicht mehr so viel Getier hat. Oder Schottland. Na, mal sehen.

      Ja, atmen kann ich jetzt wieder. Arzt 17 hat es gefunden :-)

      Löschen
  10. das Schöne ist ja für all diejenigen, die mit dem Essen im KH so gar nicht klar kommen, dass jeder vernünftige Pizza-Bringdienst bis ans Bett liefert ;o)

    Wünsche weiterhin gute Besserung!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, wenn das Essen so schlimm gewesen wäre, wie der Bettnachbar es gemacht hat, dann hätte ich wohl auch bestellt. War aber absolut nicht nötig. Ab und zu esse ich da mal in der Cafeterie, habe seltenst Anlass, ein wenig zu meckern. Vollkommen daneben ging es nie. Und Abends, nach Schluss der Tageskartenzeiten, kochen die sogar nach Speisekarte. Leckere Sachen wie Lendchen mit Pilzen und so.

      Danke für die Wünsche, ich hoffe, das fluppt weiter so :-)

      Löschen
  11. Hey Holger, da war ich die letzten Tage nur ganz selten online und habe mich trotzdem gewundert, warum es mit Mal so still um Dich wurde - und jetzt les ich den Grund.
    Mensch Mensch Mensch... Du kannst einem schon nen Schrecken einjagen. Ich wünsch Dir von Herzen gute Besserung!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, irgendwie war da auch eine Vorahnung da. Hab am Montagvormittag noch alles erledigt, was in der letzten Woche wichtig war. Und eine Stunde später ging es los.

      Schrecken? Frag´ mich mal :-)

      Danke für die Wünsche, geht schon besser. Hab zwar eigentlich leichte Bettruhe, aber da wird man ja blöd... Oder noch blöder ;-)

      Löschen
  12. Hallo Holger,
    ich hatte so eine Eingebung, dass etwas nicht in Ordnung ist, weil du gar nichts von dir gegeben hast, allerdings rechnet man nicht gleich damit, dass du solche Sachen machst. tzz
    Wünsche dir baldige Besserung, lass dich nicht unterkriegen und pass auf auf dich.
    Alles Liebe
    Sadie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sadie. War schwierig, weil ich ja vom Netz komplett weg war. Zwischendurch hätte ich schon gerne mal ein wenig gesurft... Mal sehen, vielleicht muss ich mir doch ein Smartphone zulegen ;-)

      Danke für die Wünsche, ich arbeite daran, versprochen!
      LG, Holger

      Löschen
  13. Ach Du Schande, Du machst ja Sachen... Ich hab mich mehrmals beim Lesen mit erschrocken. Aber siehste, das ganze Theater (so schlimm das auch für dich gewesen sein muss) hat doch nun endlich zu des Rätsels Lösung geführt und das allein ist jetzt wichtig. Finde ich. Ich verstehe zwar immer noch nicht so richtig was Du nun hast und vor allem, warum das so heftig geblutet hat, aber das muss ich ja auch nicht zwingend (obwohl ich schon gern würde ;-)). Was ich aber verstanden habe ist, dass Du irgendwann in nördliche Gefilde reisen willst. Und dann musst Du eine Pause machen. Und dann hoffe ich, dass unser riesiger, wohnmobiltauglicher Hof auf deinem Weg liegt. Ich würde mich sowas von freuen...

    Ganz besonders liebe Grüße, weiterhin gute Genesung und überhaupt... Lass es dir gut gehen, soweit das bei diesen tropischen Temperaturen möglich ist.

    brisy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. brisy, ja, das Thema sieht aus, als ob es bald erledigt wäre. Und danach habe ich zwar ein paar Einschränkungen beim Sport, aber nicht bei der weiteren Lebensführung. Was soll ich sagen? Ich reite schon seit Jahren aus Gewichtsgründen nicht mehr. Vielleicht fange ich wieder an. Squash war das selbe, aber da zieht es mich nicht mehr hin. Laufband darf ich, das ist gut. Schwimmen auch, radfahren ist verboten. Hasse ich sowieso. Und das Beste: Für all den Scheiß habe ich ab sofort eine offizielle Entschuldigung.

      Ich darf essen und trinken was ich will, wie bisher auch. Nur eben das Ganze in 40 - 50 kg leichter. Hurra :-)

      Klar, irgendwann tauche ich auf der Nordtour auch so mal bei Dir auf. Ob mit oder ohne Wohnmobil. Da muss ich dann noch bei Juergen, Gerhard, Kröti, Pfanni vorbei, wird wohl ein Zweiwöcher werden. Und dann trinken wir endlich mal einen Schädelsprenger bei Dir im Garten mit Schatzi zusammen.
      LG, auch Dir eine gute Zeit, Holger

      Löschen
  14. Man, man ,man.....was ne Story.
    Wenn ich mir vorstelle, ich sitz zu Hause, plötzlich läuft der Kopf aus....nee.
    Ich freue mich allerdings, dass die Eskapade durch die Diagnosefindung gut ausgegangen ist und dass es scheinbar Kliniken gibt, in denen das Personal sich nicht von der unbefriedigenden Arbeitssituation davon abhalten lässt, den Patienten als oberste Priorität zu sehen.
    Für dich weiterhin positive Entwicklung der Sachlage, für den Urlaub die Daumen gedrückt.
    Beste Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und da bin ich froh, dass das in der letzten Woche vor der großen Hitze passiert ist. So komme ich beruhigt, heilend und um einen halben Zentner leichter durch diese Zeit. Und ich hoffe, dass es weiterhin so abwärts geht. Also mit dem Gewicht ;-)

      Das LKH Coburg ist mit seinen Angestellten vielleicht eine Ausnahme - was ich glücklicherweise nicht beurteilen kann. Aber: Nicht eine Sekunde hatte ich in dieser einen Woche das Gefühl, dass ich als Patient/Kunde lästig wäre. Im Gegenteil; jeder war zu Scherzen aufgelegt, wenn es nicht ein Krankenhaus wäre, würde ich gar sagen, dass der Urlaub nett war. Kein Witz: Ich habe in Hotels schon Personal erlebt, welches weit weniger freundlich war.
      Das Essen war in meinen Augen auf gut, auch in Lokalen gibt es einmal einen Ausrutscher.

      Also - wenn man nicht wegen einer Krankheit hin müsste, man könnte es empfehlen. Naja, in sechs Wochen muss ich ja wieder. Und dann darf ich wieder Nadelkissen spielen :-)
      LG, Holger

      Löschen
  15. bei den ganzen unangenehmen Erfahrungen, freut mich allerdings zu hören ähm lesen, dass das Essen immer noch gut ist im LKH. Ich habe in grauer Vorzeit meine Ausbildung zur Krankenschwester im LKH gemacht. War eine tolle Zeit. Das war während der großen Baumaßnahmen.

    Weiterhin gute Besserung

    lG Symeria

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Symeria! Danke schön. Das Essen ist wirklich gut. Nicht umsonsts war ich ja auch oft genug in der Cafeteria essen, wenn ich mal keine Lust hatte zu kochen. Die Mädels dort sind toll, auch die Ärzte bemüht, die Fahrer ebenso. Nur die Mitpatienten waren wohl etwas speziell. Wie hat die eine Schwester gesagt? "Da hast Du mit dem Neuen ja wieder Pech." War aber auszuhalten, ich war nach drei durchwachten Nächten so tot, dass sogar der Randalierer egal war :-)

      Vor der Bauzeit? Das war doch Mitte der 90er in etwa. Na, am Ende sind wir uns da ´93 mal über den Weg gelaufen, war ambulant für ein paar Stunden in der Urologie.

      Danke für die Wünsche, LG zurück, Holger

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

90 Minuten Ruhe und Entspannung

Bild: Eingangsbereich zum Bad in Bad Staffelstein

Piscina. Ich war überrascht, dass ich zu meinem Geburtstag einen Gutschein für einen Aufenthalt im Piscina bekommen habe. Mir war der Begriff bis dato nur als kirchlicher bekannt, bezeichnend für das Handwaschbecken in Kirchen. Einfach zu Reinigung.

Bild: Die Piscina

Und die Assoziation war nicht einmal so falsch. In oben genannten Gutschein-Fall ist Piscina etwas erweitert zu sehen, und zwar als Becken, in welches man Wasser füllt - und eben wieder ablässt. Dieses Piscina befindet sich in dem der Klinik Bad Staffelstein angeschlossenen Bad. Unseres, wir hatten das mit der Nummer eins, wird durch eine Art Schleuse betreten, die gleichzeitig auch als Umkleideraum fungiert. Da diese nur durch einen einfachen Fallriegen zu verschließen ist, empfehlen wir, Wertsachen im Auto zu belassen.

Die Piscina selbst ist komplett gefliest, helle, freundliche Farben, zwei Schalen mit Kerzen sorgen für eine gewisse Grundstimmung, eine eigene Dusche sowie z…

Ragout Fin - der Convenience-Test

Mitte der 70er Jahre im 20. Jahrhundert war es ein Edel-Essen auf jeder besseren Party; Ragout Fin. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter diese -damals noch recht teuren- Blätterteigförmchen gekauft hat. Und drei Tage vorher wurde uns das Maul schon wässrig gemacht. Zumindest haben mich diese Teilchen auf Anhieb überzeugt. Eigentlich mehr der Inhalt, den ich auch Heute noch gerne esse. Zeit, einen Test zu veranstalten, nachdem in der letzten Zeit immer mehr dieser Convenience-Produkte auf den Markt kommen.

Im Test befinden sich Aufwärm-Produkte von verschiedenen Discountern, teils auch Aktionsware wie das Produkt der Marke Sodergarden, hergestellt von Tulip. Zwar sind diese nicht immer zu bekommen, einen Geschmackstest kann man ja trotzdem machen. Natürlich völlig uneigennützig... Erwärmt werden die Produkte jeweils auf 60° Celsius, um eine Basis für die Vergleiche zu haben. Gemessen werden die Temperaturen mit einem Digitalthermometer, um eine Überhitzung und somit Beei…

Geschmackstest - "Royal One" Burger für die Mikrowelle von LIDL

Heute stand auf den Speiseplan: Nichts.
Einzukaufen war: Nichts.
Ich war also nur Begleiter und hatte Zeit, die Augen ohne Einkaufszettel einfach so über die Regale schweifen zu lassen. Und siehe da, es gibt Neues.





Neugierig wie ich bin, wenn es um "Lebensmittel" geht, besonders dann, wenn es sich um Neuheiten handelt, muss ich zuschlagen. Manchmal geht es gut, manchman falle ich mit Anlauf auf die Nase.

Die Zubereitung ist für Nichtskönner, ich sollte somit damit klarkommen. Mikrowelle auf, das Teil inklusive Verpackung hinein, 600 Watt, 90 Sekunden. Einfacher gehts nur, wenn die Packung mitgegessen werden kann, ohne das Teil vorher durch die Teilchenkammer zu jagen.

Gesagt, getan, zwei Minuten später steht das Ding heiß und dampfend vor mir. Und riecht. Aber nicht gut, irgendwie "komisch". Nach Schwein. Wer schon einmal Insulin gerochen hat, der weiß, was ich meine.

Eigentlich sage alle Sinne, dass ich die Finger davon lassen solle. Aber, der männliche Forscherdr…