Direkt zum Hauptbereich

Ich kann zaubern!

Ehrlich. Ich kann aus einem Backofen Fenster und Türen machen.

Ich zeige mal den mich erschüttert habenden IST-Zustand.

Darf ich vorstellen, dass ist das, was sich ein Fensterbauer unter einer 200-Euro-Instandsetzung vorstellt.

Passiert vor zwei Jahren, als das Fenster vom Mieter als undicht gemeldet wurde. Klar, die sind schon älter, die sind an einer extremen Wetterseite gelegen und Holz macht eben irgendwann schlapp.
Der gute Mann war damals vor Ort, hat mir gesagt, dass die Reparatur, ein wenig Farbe und Material 200 Euro kosten würden, dann wäre das Fenster wie neu.

OK, ist in Ordnung, das war ein Fachbetrieb, der Fenster selbst hergestellt hat. Da sollte man meinen, dass der alte Lack abgeschliffen wird, das Fenster instand gesetzt und haltbar gemacht wird.
In Wahrheit aber wird ein wenig Kitt in ein Eck geschmiert, die Schrauben nachgezogen und der Vollzug gemeldet. Dabei gehe ich einfach mal davon aus, dass es so passt, wie der Ausführende in der Rechnung schreibt. Was sich der Mieter über mich im Zusammenhang über diesen untauglichen Versuch einer Wiederherstellung gedacht hat - ich mag es nicht ahnen. War sowieso ein prima Jahr, zu gleichen Zeit hatte ich einen Grasteppich bestellt und bezahlt - der Lieferant ging in Insolvenz, mein Geld in die Masse. Ja, wenn es läuft, dann läuft es eben.

Umso überraschter war ich, dass mir kürzlich mitgeteilt wurde, das Fenster würde undicht sein. Gut, nochmal reparieren lassen wollte ich nicht, ich wollte sowieso auf Kunststofffenster umbauen. Allerdings erst im nächsten Jahr. Der Bitte nach ein paar Fotos hat der Mieter entsprochen. Was kam, hat mir das Brot aus den Lippen gedroschen. Bild oben, Reparatur. Wert: 200 Euro. Kein Scherz.

Der Versuch, beim Ausführenden von damals anzurufen - tja, dumm gelaufen, der hat den Betrieb aufgegeben, aus Altersgründen. Und vorsorglich ist der Mann auch gleich noch verstorben. Heißt: Dem kann ich nicht die Hoden massieren mit einem Hammer.

Nun, es sei wie es ist, die ersten Kostenvoranschläge sind da. Und zauberdizapp: Der Backofen hat sich in Luft aufgelöst, dafür erscheinen demnächst ein wunderschönes Fenster und eine neue Terrassentür auf der Bildfläche. Na, bin ich nicht ein Zauberer? Und im nächsten Jahr, wenn die Fenster sich bewähren, dann zaubere ich beim Rest.

Kommentare

  1. Wahnsinn. Man könnte fast meinen, das sei Zauberei aus dem tiefsten Osten.
    Und - bevor einer meckert: Ich bin Ossi.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, das ist natürlich solideste Westarbeit. Fein geklöppelt, mit Gefühl und Liebe von Meisterhand versorgt. State of the Art ;-)

      Löschen
  2. Unfassbar........ nur: warum hat der Mieter das bei der Reparatur nicht gleich bemerkt? Ich bin ja auch Mieter.. wenn da was repariert wird und ich als Mieter unterschreibe das, dann schaue ich auch nach, was da genau gemacht wurde. Und so was hätte ich sicher mit meinem Vermieter abgeklärt... und nicht unterschrieben..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Mieter ist da ohne Schuld. Er wusste nur, dass das repariert bzw. abgedichtet wird. Der Umfang der Arbeit war ihm nicht bekannt, nur das Ziel. Und das wurde ja kurzzeitig erreicht.
      Im Lieferschein stand nur: "Fenster nach Absprache instandgesetzt". Was solls, man lernt dazu und der Schaden war überschaubar. Wenn auch zu vermeiden.

      Löschen
  3. Ich frage mich auch gerade wie Frau Vau, warum der Mieter das nicht bemängelt hat.

    Andererseits ist es ein Lerngeschenk für dich: Glaube keinem Handwerker einfach so, sondern schaue immer erst ob die Ausführung auch ordnungsgemäß und fachgerecht durchgeführt wurden...

    Aber als Zauberer wird dir das vermutlich kein zweites mal passieren.

    Bist ja schließlich nicht auf der Brotsuppn dahergschwommn;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. LernGESCHENK. Hmmm... Ne, dann mag ich bitte keine Geschenke mehr bekommen ;-)
      Ne, beim nächsten Mal wird kontrolliert und nachgefragt. Das muss ich wirklich nicht mehr haben :-(

      Löschen
  4. Hör mir auf mit Handwerker....
    Ich durfte das schon vor 10 Jahren beim Umbau meines Hauses feststellen.
    Was mich beruhigt ist, dass es in Süddeutschland auch solche Murkset gibt...
    Apropos: Ich hab noch ein Pfund Kitt daheim. 300 Euronen ? Check ?...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klar, war halt ein ganz schlaues Exemplar. Und leider über Jahrzehnte hier am Markt. Wer hat denn dann sowas geahnt? Bis dahin war ich immer zufrieden mit den Arbeiten. Ach...

      Nur 300 ? Grübel.... Ach ne, doch lieber nicht. Aber ich komme bei Bedarf darauf zurück :-)

      Löschen
  5. Oje, bei dieser Instandsetzung hast du definitiv die A***karte gezogen.
    Ich kann mir vorstellen, dass du künftig alles mit Argusaugen überwachen wirst.
    Lg und schönen Abend.
    Sadie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich hätte da schon gerne Bilder, bevor ich etwas überweise. Aus Schaden wird man klug. Grrrr....
      LG und auch Dir einen schönen Abend,
      Holger

      Löschen
  6. Tse... als hätte er einen Kaugummi genommen... unfassbar.

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hmmm... Vielleicht sollte ich mal eine Geschmacksprobe nehmen ;-)
      Grüße!

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

90 Minuten Ruhe und Entspannung

Bild: Eingangsbereich zum Bad in Bad Staffelstein

Piscina. Ich war überrascht, dass ich zu meinem Geburtstag einen Gutschein für einen Aufenthalt im Piscina bekommen habe. Mir war der Begriff bis dato nur als kirchlicher bekannt, bezeichnend für das Handwaschbecken in Kirchen. Einfach zu Reinigung.

Bild: Die Piscina

Und die Assoziation war nicht einmal so falsch. In oben genannten Gutschein-Fall ist Piscina etwas erweitert zu sehen, und zwar als Becken, in welches man Wasser füllt - und eben wieder ablässt. Dieses Piscina befindet sich in dem der Klinik Bad Staffelstein angeschlossenen Bad. Unseres, wir hatten das mit der Nummer eins, wird durch eine Art Schleuse betreten, die gleichzeitig auch als Umkleideraum fungiert. Da diese nur durch einen einfachen Fallriegen zu verschließen ist, empfehlen wir, Wertsachen im Auto zu belassen.

Die Piscina selbst ist komplett gefliest, helle, freundliche Farben, zwei Schalen mit Kerzen sorgen für eine gewisse Grundstimmung, eine eigene Dusche sowie z…

Ragout Fin - der Convenience-Test

Mitte der 70er Jahre im 20. Jahrhundert war es ein Edel-Essen auf jeder besseren Party; Ragout Fin. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter diese -damals noch recht teuren- Blätterteigförmchen gekauft hat. Und drei Tage vorher wurde uns das Maul schon wässrig gemacht. Zumindest haben mich diese Teilchen auf Anhieb überzeugt. Eigentlich mehr der Inhalt, den ich auch Heute noch gerne esse. Zeit, einen Test zu veranstalten, nachdem in der letzten Zeit immer mehr dieser Convenience-Produkte auf den Markt kommen.

Im Test befinden sich Aufwärm-Produkte von verschiedenen Discountern, teils auch Aktionsware wie das Produkt der Marke Sodergarden, hergestellt von Tulip. Zwar sind diese nicht immer zu bekommen, einen Geschmackstest kann man ja trotzdem machen. Natürlich völlig uneigennützig... Erwärmt werden die Produkte jeweils auf 60° Celsius, um eine Basis für die Vergleiche zu haben. Gemessen werden die Temperaturen mit einem Digitalthermometer, um eine Überhitzung und somit Beei…

Geschmackstest - "Royal One" Burger für die Mikrowelle von LIDL

Heute stand auf den Speiseplan: Nichts.
Einzukaufen war: Nichts.
Ich war also nur Begleiter und hatte Zeit, die Augen ohne Einkaufszettel einfach so über die Regale schweifen zu lassen. Und siehe da, es gibt Neues.





Neugierig wie ich bin, wenn es um "Lebensmittel" geht, besonders dann, wenn es sich um Neuheiten handelt, muss ich zuschlagen. Manchmal geht es gut, manchman falle ich mit Anlauf auf die Nase.

Die Zubereitung ist für Nichtskönner, ich sollte somit damit klarkommen. Mikrowelle auf, das Teil inklusive Verpackung hinein, 600 Watt, 90 Sekunden. Einfacher gehts nur, wenn die Packung mitgegessen werden kann, ohne das Teil vorher durch die Teilchenkammer zu jagen.

Gesagt, getan, zwei Minuten später steht das Ding heiß und dampfend vor mir. Und riecht. Aber nicht gut, irgendwie "komisch". Nach Schwein. Wer schon einmal Insulin gerochen hat, der weiß, was ich meine.

Eigentlich sage alle Sinne, dass ich die Finger davon lassen solle. Aber, der männliche Forscherdr…