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Freude? Eher so innen drin....

Vor einiger Zeit habe ich ja mal einen ganzen Sermon darüber abgelassen, dass ich mich mit dem zeigen von Freude eher schwer tue. Ehrlich, ich freu´ mich dann schon, aber ich kann das nicht so zeigen. Und besondere Schwierigkeiten habe ich mit Geschenken so mittendrin. Entweder was persönlich Blödsinniges (von mir aus ein geschnitzer Lutscher) oder ein für mich gebackener Lieblingkuchen (z. E.: schneller Apfelkuchen nach VL, Donauwelle/Schneewittchen oder Frankfurter Kranz) oder irgendwas anderes, was zu mir passt.

Mehr ist blöd, da fühle ich meist "überschenkt", kann das schlecht annehmen, weil ich denke, ich bin das eigentlich nicht wert. Warum auch immer.

Mit den ganz großen Geschenken dagegen habe ich wieder kein Problem, da gibts auch mal die "Schweinsäuglein". Häuser, einen BMW M5 (nicht M3, nicht X6 - M5!) oder sowas. Ferrari und so Zeug mag ich nicht, von Porsche bitte nur den 911.

Und heute habe ich auch erfahren, von wo ich das geerbt habe. Von meiner Mutter.
Klingeling, der Postbote ist da. In der Hand ein Karton, speziell an meine Mutter adressiert. Was macht die Frau? Bringt mir den. Steht doch groß drauf: "Blumenfee". Warum sollte ich mir Blumen schenken? Eben. Blumen sind nicht so meines, es sei denn es wäre eine einzelne rote Rose von einer Frau. Aber, das ist ein ganz anderes Thema und kam erst einmal in meinem Leben vor. Ach, ich schweife ab.

Wie auch immer - der Karton steht nun da. In der Hand hat sie zudem den Büschel Post für mich, nur langweiliges Zeug. Ich: "Mach auf, ist deins." Sie: "Ich hab´ nix bestellt und will auch nix." Schon die zweite Frau in diesem Jahr, die von mir keine Blumen will. Von wegen, "Blumen sagen Danke!" Am Arsch. Blumen vermitteln alles mögliche, aber keine Freude. Die Ex wollte welche, ich fand das blöd und dachte, dass ein Kilo Filet doch besser ist. Dann dachte ich, ich hätte gelernt, ab und zu ein Blümchen zeigt der Frau, dass man sie schätzt. Oder Danke sagt. Nicht mehr, nicht weniger. Sind ja nicht 31 Rosen oder so. Aber nein - anstatt einfach mit einem Lächeln "Danke" zu sagen, muss sich Mann heute dafür rechtfertigen, warum er Blumen schenkt.

Ist mir eine Lehre, gibts halt das nächste Filet für mich. Nur gut, dass ich Dry Aged bestellt habe. Ich weiß wenigstens, dass ich mich über mein Geschenk freue. Wenn auch nur innen drin.....

Kommentare

  1. Aber bitte nicht alle Frauen über einen Kamm scheren ;). Ich freue mich immer sehr über geschenkte Blumen - auch (oder gerade dann) einfach mal so zwischendurch :).

    Nicht ärgern, nur wundern!

    Liebe Grüße,
    Jessica

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  2. Keine Angst, ich ärgere mich nicht mehr, verschenke eben einfach nichts mehr. :-(
    Das mit den Frauen habe ich eh aufgegeben, da spare ich lieber auf meine Islandreise.
    Gruß zurück
    Holger

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  3. Ab und zu schreibe ich auf die gemeinsame Einkaufsliste
    "Blumen, damit das Frollein sich freut"
    Wirkt Wunder!
    Meistens kauft er dann zum selben Einkauf keine, aber beim nächsten oder übernächsten Mal, dann ohne Aufforderung und somit überraschend.
    Raffiniert von ihm, gell?

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    1. Holzhammermethode, auch eine Möglichkeit, an Freugemüse zu kommen. Na dann ist das ja auch eindeutig. Zeichen zu deuten - nicht mehr mit mir!
      Gruß an den Besten ;-)

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  4. Kommt mir bekannt vor. Eine ziemlich lange Zeit hatte ich damit das gleiche Problem. Extrem nervig. Für mich habe ich jedoch entschieden es anders zu machen als Du es planst.

    Und verschenke nach wie vor. Erwarte keine Dankbarkeit. Rechne mit unangenehmem Überraschtsein. Seltsamen Reaktionen. Warum dann ?

    Weil's mir wurscht ist. Denn ich tue es ja nicht nur für den anderen, sondern mindestens genauso für mich. Nur gestehe ich mir das mittlerweile ein und habe seither keinen Gedanken mehr daran verschwendet oder mich geärgert. Nur den halben Zweck zu erfüllen ist oft kein ganz schlechter score.

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    1. Du hast ja Recht. Eigentlich schenke ich, weil es mir Spaß macht und ich das gerne gebe, was ich schenke. Und auch nur an besondere Menschen.

      Dankbarkeit erwarte ich ja gar nicht, denn es sind ja auch meine "Danke". Aber eine Ablehnung ist schon etwas anderes. Ich habe aber keine Lust, für eine "gute Tat" auch noch angemeckert zu werden. Wenn mich die Dinge runterziehen, die eigentlich Andere aufbauen sollen, dann ist der Zweck verfehlt. Na, mal sehen.

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  5. Da bin ich genau so. Ich kann auch nicht gut annehmen. Wohl, weil ich es nie gelernt hab. Sprich, der NM hat NIE irgendwas mitgebracht. Ich hab das auch nicht vermisst, weil ich es ja eben nicht kannte. Nun krieg ich ganz oft ne Kleinigkeit, und das ist wirklich schön. Trotzdem sag ich immer noch "das sollst Du doch nicht". Besonders, wenn jemand anderer als Schatzi mir etwas außer der Reihe schenkt. Das kommt aber nach wie vor nicht allzu oft vor. Irgendwie denke ich auch immer, das bin ich doch gar nicht wert. Das ist aber Quatsch. Wenn das so wäre, würde derjenige das ja nicht machen. Ich finde es immer noch schön, wenn man Menschen mit einer Kleinigkeit eine Freude machen kann. So wie mein Stiefpa. Der kann sich so richtig freuen und das auch zeigen. Meine Mutter und er haben noch nie Raclette gegessen, dazu will ich sie am Wochenende einladen, wenn alles so klappt wie ich mir das vorstelle. Wir essen das eh, und wenn noch zwei Personen mitessen, das kostet ja nicht so viel mehr. Ich weiß jetzt schon, dass er sich kaum wieder einkriegen kann und immer wieder sagen wird, wie toll das doch ist und wie er sich freut. Diese Art Anerkennung freut dann mich wiederum und ich tue so etwas sehr gern. Es ist so einfach: Öfter Mal das Wort Danke, nicht nur bei Geschenken, Anerkennung für selbstverständliche Dinge und Verständnis für den Anderen, und die Welt ist gleich ein wenig freundlicher.

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    1. Ach, brisy, Dank ist selten geworden. Als Mensch bist du eine Selbstverständlichkeit, nur wenige Leute wissen zu schätzen, wenn du loyal bist. Liegt vielleicht an der schnellen Zeit, an der Selbstverständlichkeit und vielleicht auch an unserem Alter. Freunde? Wenn ich keine mehr habe, dann hole ich mir neue. Ob das dann wirklich Freunde oder nur Bekannte sind - das ist eine ganz andere Sache. Wirkliche, enge Freunde, denen ich auch mein Leben anvertrauen würde, das sind keine Handvoll. Und die haben auch meine Festnetznummer, die hüte ich wie einen Augapfel. Das ist mein Luxus, zu entscheiden, wer mich immer erreichen kann. OK, manchmal steht das Ding auf der Ladestation und ich höre es nicht - aber theoretisch...

      Vielleicht ist da auch Facebook mit dran schuld, weil man da ja automatisch "Freunde" hat, auch wenn man nur Bekannte oder Arbeitskollegen etc. anklickt.

      Wie Du auch schreibst... Es ist nicht das 10-Gang-Menü, zu dem ich eingeladen werde. Es ist vielleicht das Messerbänkchen, welches mir zeigt, dass ich als Gast gerne gesehen bin. Oder eine kleine Zutat, die ich mag. Oder oder oder... Und wenn es nur ein Happen ist, von einer Sache, die selbst gemacht wurde. Oder einfach mal ein Danke. Wie Du schreibst.

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  6. Das ist wohl wahr. Schatzi sagt immer, wenn Du nachts um 3 jemanden verzweifelt anrufst, dann ist nicht der dein Freund, der sagt, lass uns reden, sondern der, der sagt, wo bist du. Ich komm her, auch wenn's in Australien ist...

    Ich glaube, ich habe keine Freunde. Bekannte, klar. Auch jemanden, der sagt, er hat mich so lieb und freut sich, mich kennen gelernt zu haben. (nein, nicht Schatzi). Der sich dann wieder und wieder Geld von mir leiht und es nur dann zurück gibt, wenn ich 10 Mal nachfrage. Und Anfang der Woche brauchte ich es wirklich dringend, ich musste mir was von Kind 1 leihen, um einkaufen zu können. Das Nötigste. Ich weiß schon, was du sagen wirst, ja, das mach ich auch. Ich leih nix mehr.

    Facebook... sososososo Viele verwechseln das mit dem real life. Sie haben "Freunde" ohne Ende, sitzen aber immer alleine zu Hause vorm PC. Nacht für Nacht. Selbst, wenn ich mich gern auf einen Wein mit demjenigen zusammensetzen möchte, meistens hat er dann keine Zeit. Muss ja wichtig an den PC. Und dann rumheulen, dass man so alleine ist und niemanden hat. Die merken es einfach nicht. Auch nicht dieses Rumgelästere, Jeder zieht über Jeden her. Natürlich fein hinterm Rücken. Ins Gesicht sagen? Niemals, das trauen sie sich nicht.

    Ach, ich könnt noch seitenlang weiter tippen, aber ich muss jetzt erstmal los *wink*

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