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Wir wollen doch nur Euer Bestes! - oder eben die legalisierte Enteignung

Zypern`? Probelauf mit einem unwichtigen Übungsland.

Wie oft sind genau die Mahner als Unken bezeichnet worden, die in der "Affaire Zypern" erst den Anfang, quasi einen Probelauf gesehen haben? "Schwarzseher", "Miesmacher". All die schönen Worte für ein Ding, das nicht wird, weil es nicht sein darf. Und? Nur ein paar Wochen später bekommen -leider- genau diese Mahner Recht.

Die EU-Kommission will also bereits ab 2015 eine Haftung der Sparer für die Banken einführen, bei denen das jeweilige Guthaben liegt. Wenn es nicht so traurig und ernst gemeint wäre, dann könnte man darüber durchaus lachen.

Kommt denn im freien Handelsverkehr auch nur ein Kunde auf die Idee, für einen in Insolvenz gegangenen Lieferanten zu haften? Niemand, der klar bei Verstand ist, würde dieses Risiko eingehen.
Die EU-Kommission aber zwingt Sparer künftig dazu, ab einer Einlage von 100.000 Euro zu haften, als wäre der Sparer ein Teilhaber, nicht einfach nur Kunde.

Anstatt das Übel an der Wurzel zu packen und die Gründe für solche Schieflagen zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren, wird an den Symptomen repariert. Der Patient stribt zwar, aber in voller Pracht. Na, ist doch auch was wert.

Anstatt die Banken dazu zu verpflichten, wie jedes andere Unternehmen aus der Privatwirtschaft auch für eine ordentliche Kapitalausstattung zu sorgen, wird ein Rundum-Sorglos-Paket geschnürt. Mal eben ein paar Milliarden in den Sand gesetzt? Übertrieben hohe Bonizahlungen an die Banker? Dividentenzahlungen abseits von gut und böse? Ist doch egal, denn, wenn das Geld aufgebraucht ist, haften erst die Aktionäre, die Bank - und dann die Sparer. ganz hinten erst der ESM. Künftig schwebt also ein Damokles-Schwert über Guthaben, die eine gewisse Höhe überschreiten.

Irgendwie lesen sich vertrauensbildende Maßnahmen aber anders. Warum soll man Banken - und auch Staaten - nicht in eine Pleite gehen lassen? Wenn jahrelange Misswirtschaft keine weitere Folgen als abendliche Gelage mit der Troika zur Folge hat, dann wird sich wenig ändern. Oder gleich gar nichts. Vielleicht ein bisschen Fassadenkosmetik, um die Massen zu beruhigen.

Anstatt immer mehr souveräne Staaten unter diesen "Rettungsschirm" zu nehmen, sollte wirklich über den Sinn einer - eigentlich nicht existenten - Haftungsunion nachgedacht werden. Was wäre denn passiert, wäre Zypern aus der EU ausgetreten? Oder besser - herausgeworfen worden? Ein klares Zeichen an die Staaten und deren Bürger, die lieber auf die Straße gehen, anstatt an den hausgemachten Problemen zu arbeiten. "Meine Damen und Herren; bis hierhin und keinen Schritt weiter!" Die EU hätte sich geschüttelt und im Tagesgeschäft weiter gemacht. Aber, so sollte das nicht sein, schließlich kann man den EU-Bürger anhand Zypern schon mal auf die Dinge vorbereiten, die hier noch im Kleinen durchexerziert werden und im Großen im Hintergrund lauern.

Ist nicht genau Zypern immer ein Spaltpilz gewesen, wenn es um Banken und deren Machenschaften ging? Tja, ist leider schief gegangen, bisher waren die Regeln der EU nicht erwünscht. Aber das Geld, das wird gerne genommen. Und bitte wieder nach den Spielregeln der Zyprioten.

Der Anreiz, in Wohlstand und Sicherheit zu leben hat z. B. die Bürger Deutschlands angetrieben, nach dem Krieg das Land wieder aufzubauen. Wenn aber die Staatsmentalität eher auf eine mehrstündige Siesta ausgerichtet ist, auf das Beiseite-Schaffen von Werten, wenn der Betrug des eigenen Staates eher die Regel als die Ausnahme ist - muss man sich dann wundern, wenn einzelne Staaten den fiskalen und monetären Hintern nicht hoch bekommen?

Zyper war genau das falsche Zeichen. "Macht nur weiter so, ihr werdet schon sehen, was passiert!" Und zwar passiert eine "Rettung". Wirklich eine Rettung oder nur die Überbrückung bis zum nächsten kräftigen Wackler, der die Grundfesten der EU erschüttern wird? Was, wenn Griechenland, Italien, Frankreich, Portugal, Slowenien, vielleicht auch Irland unter diesen "Schirm" krabbeln wollen? Woher soll all das Geld für deren Rettung kommen?

Meine Prognose: Zypern war der Probelauf, die Übungsstrecke. Andere Länder werden kommen, sich teilsanieren lassen und lachen. Und irgendwann werden auch die Bewohner der noch "reichen" EU-Mitgliedsländer wieder den Wert eines Esels erkennen, wenn dieser die Kohle und die Kartoffeln nach Hause schleppt. Irgendwie sind wir doch alle gleich. Warum nicht auch beim Lebensstandard? Die EU wird auch hier dafür sorgen, dass wir uns alle auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner wiederfinden werden.


Ach ja - die ganz Großen werden schon eine Weg gefunden haben, wie sie bereits ihr Geld in sichere Gefilde bringen. Lieber ein paar Prozent Zinsen als einen Totalverlust erleiden.



Kommentare

  1. "Kommt denn im freien Handelsverkehr ... zu haften ?"

    Ja, ständig. Weil es oft wichtiger ud billiger ist den Lieferanten am Leben zu lassen mit dem man eine langjährige Geschäftsbeziehung hat und der einen kennt, als sich einen neuen zu suchen und dem wieder alles ab Erkaltung der Erde erklären zu müssen.

    Und deshalb taugt der Vergleich mit haftenden vermögenden Bankkunden nicht, die das im Zweifel nicht freiwillig tun werden, sondern qua Enteignung. Bei dem bin ich weitgehend Deiner Meinung.

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    1. Langjährige Geschäftsbeziehungen - besonders dann, wenn der Lieferant ein Alleinstellungsmerkmal hat - kommt es durchaus vor, dass der Kunde bereit ist, eine Haftung zu erklären.

      Mit meiner Aussage hatte ich auch eher den Kunden im Hinterkopf, der seinen täglichen Bedarf bei oftmals leicht auszutauschenden Lieferanten (Discounter z. B.) deckt und somit kein gesteigertes Interesse hat, diesen finanziell am Leben zu lassen.

      Andererseits ist nunmehr eine zweijährige Vorwarnung gegeben, wer also höhere Vermögen besitzt, der kann nun schon gegensteuern. Ein wichtiger Punkt wird sein, wie die Ausgestaltung dieser Regelung laufen wird. Ab welchem Termin (rückwirkend? aktuell?) die Haftung eintritt wird sicher noch ein großer Knackpunkt werden. Wahrscheinlich wird es doch so ablaufen, dass entweder eine weitere Kapitalflucht nach außerhalb der EU einsetzt, kleinere Vermögen sich in Sachwerte flüchten oder evtl, ein Splitting der Konten/Banken erfolgt.

      Wie auch immer das ablaufen wird, es wird spannend, zu sehen, wie der Bankensozialismus durch die Hintertür eingeführt wird.

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  2. Woher all das Geld kommen soll? Wo ist das Problem, da legen Giesecke & Devrient eben zusätzliche Schichten ein.
    Schafft Arbeitsplätze.

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    1. Da brauchts dann nur noch einen Alchimisten, der das Gold als Gegenwert herzaubert. G&D hätte dann ein weiteres Geschäftsfeld ;-)

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  3. Genau. Katzengold würde ja genügen angesichts des gefluteten Geldmarkts.
    Vermutlich wird dann im Falle des Falles die Summe noch auf 50000 Öcken runtergefahren. Dieser Drecksbande traue ich alles zu.
    Elend.

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    1. 50.000 kommt doch erst dann, wenn wir uns an die 100.000 gewöhnt haben.
      Stufe drei dann die Zwangsbelastung von Immobilieneigentum :-)
      Aber die Sache mit dem Zutrauen.... Ja, alles, nur nichts gutes.

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  4. Meinst Du? Ich kann mir eine Hauruckentscheidung seitens der Politik durchaus vorstellen sobald hier wieder mal eine Hütte brennt.
    Die Caymans lachen sich tot, würde ich um Asyl für meinen Sparstrumpf bitten.
    Vielleicht mal wieder eine kleine Londonreise einplanen?

    OT: die Cranberrie/weiße Schoggi Cookies habe ich bei Lidl gekauft. Sind fair getradete, 99 cent, glaube ich. Sehr gut, danke für den Tip.

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    1. Sicher sein kann man sich heutzutage doch überhaupt nicht mehr. Wer weiß schon, was da lange im voraus besprochen wird. Dass dabei die nationalen Regierungen nur noch ausführende Funktionen haben und für das KleinKlein zuständig sind, dessen bin ich mir fast sicher.
      Mit dem Sparstrumpf auf die Caymans? Ich glaube, den würde der Portier an sich nehmen im Glauben, das wäre sein Trinkgeld :-)

      London ist lustig. Die sträuben sich ja auch gegen den Euro. Ganz falsch ist der ja nicht, nur zu viele Mitglieder sind drin und auch die falschen. Naja, solange unser Erspartes ausreicht :-)

      99 Cent? Ernsthaft? Oh man... bei uns in Coburg sind die im Moment überhaupt nicht zu bekommen, bei einer Bekannten um die 1,19. Irgendwie schon ein lustiger Haufen dort bei Disco-Schwarz.

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