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Schön ist anders...

Wenn einem das früh am Morgen durch den Kopf geht beim Anblick des Spiegelbildes, dann weiß man endgültig, dass die Nacht dumm gelaufen ist. So war es auch. Scheinbar geht es auf Vollmond zu, draußen war es hell. Richtig hell. Wenn ich eine nordische Nacht will, dann ziehe ich in den Norden. Und damit meine ich nicht den Norden Bayerns. Geographisch liegen wir ja auch eher im Süden Thüringens. Also erwarte ich gefälligst südliche Verhältnisse.

Und weil diese gleißende Nachtsonne nicht ausgereicht hat, hat der Nachbarshund auch noch sein Scherflein dazu beigetragen. Nicht genug damit, dass er am Freitag unter der Bewachung meiner Mutter stand. Die noch dazu völlig damit überfordert ist, aber nicht "Nein" sagen kann. Ne, beim Mittagessen (Kartoffeln mit Lachs, Forelle und Bechamel, überbacken), muss sie das Untier mit zu mir in die Wohnung schleppen. Dumm nur, dass wohl vorher das eigentliche Frauchen den Wursthund (ohne Taille, sowas muss man gesehen haben) gefüttert hat. Ob er wieder eine halbe Pizza Diavola zum Frühstück hatte - ich weiß es nicht. Was ich sicher weiß, ist, dass der Hund wie eine Furzmaschine funktioniert hat. Ich habe kein Tier, weil mich sowas nervt (obwohl ich Hunde liebe) und dann sowas. Beim Aufstehen: Furz. Beim Hinlegen: Furz. Beim Wedeln: Furz Furz Furz. Prima, ein Hoch auf seine Körperbeherrschung. Dachte ich. Bis er würgend um das Eck ging. Ne, der kotzt nicht auf das Laminat, wäre ja zu einfach. Genau auf den Teppich, den ich vor zwei Wochen shampooniert und gesaugt habe. Muss ich was zu den Luftverhältnissen im Raum sagen? Danke....

Dieser Hund der Rasse "Hogami" hat also die ganze Nacht ein Streetbattle ausgetragen. Mit der unsäglichen Hirnlosmischung vom Nachbar 2. Ein "Wuff Wuff Wuff" gefolgt von einem "Wiff Wiff Wiff". Stundenlang. Ich bin ja durchaus Pazifist, aber in dieser Nacht habe ich mir überlegt, ob ich in China nach Hund am Spieß google.

Auf dem Kopf, im Gesicht und am Körper wachsen bei mir genau drei Haare. Also eher so das Modell "Nacktmull". An diesem Morgen auch inklusive der Körperfalten. Im Gesicht. Um zu sehen, wo die Lippen aufgehen, musste ich mit meinem Spiegelbild sprechen, um die Quer-Liegefurchen von den Mundbegrenzern unterscheiden zu können. Ah, hier muss die Zahnbürste rein. Wer kennt diese Morgenmüdigkeit nicht, die einen zu einer Unaufmerksamkeit verleitet, die dazu führt, sich die Zahnbürste in den Rachen zu rammen?

Zumindest unter der Dusche lief alles nach Plan. Wohltemperiertes Wasser, gutes Duschgel, der Fuß, der die Nacht wohl außerhalb der Decke verbracht hatte, taute auf. Die Badetücher schön hart, so wie ich das mag. Und der neue Föhn hat auch seinen Dienst geleistet. Zumindest theoretisch. Mit dem Konstrukteur (wohl ein Japaner, 1,10 m groß, Finger wie eine Kindergeisha) würde ich gerne ein paar Takte reden. Was will ich mit einem BaByliss Pro, der extra leise ist, sehr effektiv, ich aber mit einem mitteleuropäischem Zeigefinger alle drei Tasten auf einmal bediene? So bleibt es ein Spiel, die gewünschte Einstellung auch zu halten. Welcher Knaller hat entschieden, dass da leichtgängigste Tasten verwendet werden müssen? Allein der Windhauch aus dem Auslass reicht aus, die Einstellung zu ändern. So ist es eine Überraschung, ob ich die linke Kopfseite in der Stufe "Vorhof zur Hölle" mit der Stufe "Langsam" föhne oder die rechte mit "Arktiskuschelig" und dafür in der schnellsten Luftbewegung trockne. Taste drei ist übrigens so gebaut, dass man mit dem ruhenden Zeigefinger immer Gefahr läuft, die Geschwindigkeit beizubehalten, aber die Temperatur abzuschalten. Bei meinen kurzen Haaren mag das ja gehen, aber Frauen können da wohl an die Grenze stoßen, bei der Modellage ihrer Frisur. Was solls, vielleicht hällt der ja auch nicht so lange.

Heute Mittag kommt ein Kumpel vorbei. Nicht auf ein Bier, auf einen Sixpack. Drunter macht er es nicht. Ich wollte eigentlich Schaschlik machen, aber das wird nichts, der Backofen hat am Freitag die Flügel gestreckt. Macht aber nix, da kann ich endlich einen neuen kaufen. Der Alte hatte weder Umluft, noch konnte ich Ober- und Unterhitze gleichzeitig einschalten. Hatte ja mal erwähnt, dass mein Vater das Ding in meinen Jugendjahren ausgesucht hatte. Ein bekennender Küchenverweigerer mit Dollarzeichen in den Augen beim Einkauf. Ich war also schon froh, dass der nicht seine Energieversorgung über eine Kurbel erhielt. Nun ist der also am Ende. Und es gibt eben keine Schaschlik mit selbst gebackenem Weißbrot. Aus der Röhre sind die einfach die Besten.

Gibt es eben einen Hähnchen-Champignontopf mit Kaufbaguette und einer Currysauce. Wem es nicht passt - tja, heute ist der richtige Tag, sich bei mir zu beschweren.

Habe ich schon erwähnt, dass ich in der letzten Woche eine ganze Schüssel mit vier Sorten Apfel geschenkt bekommen habe? Leckere Dinger, aber auch hier wieder das gleiche Ergebnis wie bei den "modernen" Zuchtsorten: ein Jucken am ganzen Körper. Apfel ist also auch von der Karte gestrichen. Einzig in geriebener oder erhitzter Version ist der noch möglich, was daran liegt, dass da ein Enzym zerstört wird. Sagt der Doc. Wenn das nicht stimmt - ich weiß, wo sein Haus wohnt...

Kann sich noch jemand an "Mehmet" erinnern? Den minderjährigen Schwerverbrecher, der damals in die Türkei abgeschoben wurde? Genau der! Der will wieder nach Deutschland. 14 Jahre ist das nun her, dass er uns verlassen musste. Bitte eine Runde kollektives Bedauern. Danke, reicht schon. Dieser Mensch, Muhlis mit richtigem Namen, möchte uns wieder beehren. Was heißt: da lockt wohl das Sozialnetz. Schließlich sind in der Türkei ein Transportunternehmen und eine Paintballanlage gefloppt. Auf der Straße auf wehrlose Menschen einprügeln, rauben und erpressen ist eben einfacher, als ein Geschäft dauerhaft aufzubauen. Da ist es schon einfacher, wieder hier in Deutschland in die soziale Hängematte zu fallen. Brauchen wir solche Immigranten? Ich denke nein. Da geben wir doch lieber einem Menschen die Chance, der sich diese auch verdient hat. Vor den Grenzen stehen genug. Mit Ausbildung, ohne eine deutsche Strafakte mit über 1.000 Seiten Inhalt und 62 nachgewiesenen Straftaten.

Einen Lichtblick gibt es heute auch: das ZDF-MoMa ist nur mit Dunja Hayali, 
dafür ohne Cherno Jobatey. Auch wieder so ein Öffentlichkeitsarbeiter, der nicht kapiert hat, wann Turnschuhe zum Anzug nicht mehr lustig und "anders" waren. Und der vor sich hinkichert und sich beim Gast anbiedert. Merkt man, dass ich den Mann nicht mag? Kaum, oder?

Irgendwie will ich in mein Bett zurück und einfach nur den Tag verschlafen. Geht aber nicht, da ja UNBEDINGT die Schüsseln für die Äpfel abgeholt werden müssen. Und der Kumpel muss auch UNBEDINGT heute sein Bier erhalten. Na gut, dann quäle ich mich halt. So lustig es auch ist, lt. dem Doc im Monat neun der Bonuszeit zu leben, manchmal wünscht man sich einfach, die Zeitdiagnose hätte besser gepasst. 

Dann haben wir ja noch den anderen Kumpel. Der, von dem ich dachte, dass ich ihm beim Start seines Unternehmens geholfen habe. Tja, in einer ruhigen Minute habe ich mal so drüber nachgedacht, ob ich was bewirken konnte. Eigentlich nicht, denn, egal um was es ging, er hat immer das Gegenteil dessen gemacht, zu dem ich ihm geraten habe. Als Dank hat er mich nun erst ein paar Wochen lang nicht mehr zum Essen besucht, sich zu den Terminen, an denen er sich melden wollte, nicht gemeldet. Jetzt ist die vierte Woche herum und ich habe alle von mir erstellten Daten auf meinem PC in Sachen seiner Firma gelöscht. Aus den Augen aus dem Sinn. Keine Lust, mich über sowas aufzuregen. Ich bin nicht der Erretter der Welt. Wie es so schön heißt: Hilfe, die nichts kostet, ist auch nichts wert. Wie hat er kürzlich zu einer Bekannten gesagt: "Ist doch meine Angelegenheit, ob ich das mache oder nicht...:" Recht hat er, ist seine Angelegenheit. Nur und ganz alleine seine. Nur gut, dass ich nicht der Einzige bin, der von seinem Verhalten irgendwie enttäuscht ist. Aber, da kann er gerne noch selber dahinter kommen. 



Gerade singt "Max Buskohl" bei Sat1 im Morgenfernsehen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich sofort aggressiv werde, wenn ich geknödelte "Stimmungsjaulmusik" höre, vorgetragen von einem langhaarigen Mittzwanziger mit ach so sinnlichen Lippen? Ich finde eher, solche Menschen schauen aus wie die Puppen, die man sich in den Neunzigern an die Autoscheiben geheftet hat. Ja, genau die, die von innen nach außen geschaut haben. Und die mit den dicken Lippen an der Scheibe festgesaugt waren. Es soll Menschen geben, die zu solch einem Geschrammel gerne koppulieren. Ich bekomme da leider nur einen Brechreiz. Was solls, das geht ja vorbei, die CD werde ich mir sowieso nicht kaufen. So eine Betroffenheitsmusik macht mich aggressiv. Da vergesse ich den Pazifisten in mir.


Kommentare

  1. Kurz gesagt, ist heute nicht dein Tag, oder?
    Falls du ein bisschen Freude und Zuspruch brauchst, dann sei versichert, dass du MIR sehr geholfen hast - extrem viel wert, auch wenn es für mich völlig kostenlos war.

    Apropos helfen: auch DU darfst ungestraft NEIN sagen. (Ein Helfersyndom ist heilbar.)

    Grüße! N.

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  2. Nein, das ist einer der Tage, an denen mich nicht einmal meine Kanne Tee trösten kann. Ich habe mir jetzt das letzte Stück selbst gebackenes Brot geschnappt, dazu den Rest Almbutter und eine rote Zwiebel drauf geschnitten. Langsam wird es mit der Laune besser.

    Ach, ich bin ja "selbstreinigend", was heißt, dass mich solche Dinge nicht wirklich angreifen. Mal kurz geschüttelt und das Fell ist wieder sauber. Schade ist halt nur, dass ich mich mal wieder getäuscht habe. Und glaube mir, ich sage in den letzten zwei Jahren weitaus öfter offen meine Meinung und "Nein" als früher. Auch ich habe ja nur begrenzte Kräfte und Zeit.

    Wenn ich Dir geholfen habe, dann freut mich das wirklich, denn Du bist einer der Menschen, an denen mir liegt. Obwohl wir uns nur aus der Ferne kennen.

    Nun denn, dann wünsche ich Dir einen schönen Tag und viel Kraft für die Dinge, die auf Dich zukommen.

    Gruß
    Holger

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  3. Viel schlimmer finde ich Wulf Schmiese ( ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreiben muss. )

    Morgen wird ein besserer Tag, ganz bestimmt. ;)

    LG

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    1. Musste erst mal googeln, wer das ist. :-) Aber, Du hast Recht. Der kommt für mich gleich direkt nach dem Jobatay. Aber ganz direkt.
      Mittags war Besuch da, den ich bekochen durfte, das sah die Welt schon anders aus. Obwohl der eine Stunde früher als geplant kam :-)

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  4. Autsch, ja das war ja ein rundum ...tag
    Der furzende taillenlose Hund. Ob der sich selber noch riecht?
    Ich kannte einen, der hat sich immer umgeguckt, wenn er gepupt hat. War sich wohl selber nicht schlüssig, ob das wirklich aus ihm gekommen ist.

    Aber im Ernst, mit so einer Krücke von Herd, hast du, also DU so lange ausgehalten? Ich hatte noch gar nicht gemerkt, dass du ein Herz für Antiquitäten hast ;-)
    Liebe Grüße

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    1. Na, das Hundelein hat auch immer ganz entsetzt geschaut. Da denkt man, der sollte sich an sich gewöhnt haben. Nix ists. Beim Pferd würde man sagen, die Flanken sind dämpfig. Bei dem Hund habe ich aber die Vermutung, dass der ein einziger Dampfgenerator ist :-) Ob der sich noch riechen kann? Vielleicht war das sogar der Auslöser für den Brechreiz. Wer weiß..

      Ja, den Backofen habe ich äußerst selten genutzt. Und immer gehofft, dass er das zeitliche segnet. Jetzt ist es soweit :-) Die Ex hat mal einen Bananenkuchen gebacken. Erst hat es gut gerochen, drei Minuten - nach der Hälfte der Backzeit - irgendwie verbrannt. Das Thermostat hat wohl gehangen und anstatt 160 Grad hat der weiter gefeuert. Oben verbrannt, unten roh. Und der dumme Spruch mit dem "dazwischen war er gut" hat gepasst. :-)

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