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Einfach mal die...

neeee..., das wäre dann doch zu einfach. Zwar passt das Zitat des berühmten Denkers und Dichters von Gottes Gnaden, auch bekannt als "Dieter Nuhr" hier perfekt. Aber, das wäre zu viel der Ehre.

Was war geschehen?

Meine Mutter hat ihren nachmittäglichen Spaziergang angetreten, dieses Mal in Richtung unseres Brennpunkt-Discounters. Ob ich denn etwas benötigen würde? Eigentlich nicht, nur Gelüste. Nach Vanille, Fett, Milch und Zucker. Ein Vanille-Pudding eben. Order. Bestätigung.

Eine Stunde später steht er vor mir. Deutsches Markenprodukt, fettreduziert. Fettreduziert? Kein Scherz. Zumindest geschmacklich war er nicht so schlecht wie gedacht. Freunde werden wir aber trotzdem nicht werden, das Energiesparprodukt und ich.

Wieder ein paar Stunden später steht dann meine Mutter wieder vor mir, wir plaudern locker, als sie meint "Die PunktPunktPunkt hat mir dazu geraten, dir einen fettarmen Pudding mitzubringen!" Dazu kann ich nur sagen, dass genau diese Frau geschätzt 487 Diäten - zuletzt die einer bekannten sektenähnlichen Vertriebsstruktur, bekannt auf Film und Funk - gemacht hat. Und noch immer verteilen sich gut 150 kg auf eine Höhe (wenn man denn davon sprechen darf) von 160 cm. Wohlmeinend geschätzte Höhe. Da sag´ ich aber nichts dazu, denn es geht mich nichts an. Auch nicht, dass sie früher einmal als junge Kindsmutter und Ehefrau ein recht lockeres Leben in Bezug auf Männerbekanntschaften aus dem Internet geführt hat. Auch nicht meine Aufgabe, über diese Frau zu richten.

Dann aber meiner Mutter zu empfehlen, bei meiner Krankheit doch einen fettarmen Joghurt zu besorgen, ist frech. Zumal die Frau weder von meinen Lebensumständen noch von meinem Krankheitsbild auch nur die leiseste Ahnung hat. Kann sie auch nicht, denn nicht einmal meine Mutter weiß komplett, warum ich oftmals zu Hause gebunden bin. Tja, und dass fettarmer Joghurt bei Wasser im Bauch helfen soll - das war mir neu. Klar, die Leber wird so entlastet; aber sie geht einfach mal davon aus, dass ich so fett bin wie sie. Mitnichten, liebe PunktPunktPunkt.

SO etwas regt mich maßlos auf, zumal heute schon ein paar andere Dinge quer gelaufen sind. Siehe den Bericht vorher. Als alte Schulkollegin meiner Schwester, die uns auch ab und zu in der Firma besucht hat (um zu betteln für irgend welche Zwecke, nicht um einzukaufen!), hatten wir immer mal wieder losen Kontakt. Ich fand sie eher aufdringlich, meine Schwester hat sich am Schluss öfter vor ihr versteckt, um ihr so zu entgehen. Naja... Bei Facebook ist es keine Kunst, mich zu finden, so kam eines Tages; ganz am Anfang eine Einladung als "Freund". Hurra, ich habe Freunde. Lästig wurde PunktPunktPunkt schnell, nachdem täglich irgendwelche Einladungen zu blöden Spielen und das anbetteln um irgendwelche Dinge, die in selbigen benötigt werden, eintrudelten. Glücklicherweise kann man dies sperren, was auch so geschehen ist. Gleich den "Freund" zu entfernen, das ist nicht so mein Ding. Zumal ich eine sehr, sehr überschaubare Menge an Freunden bei FB zugelassen habe, mehr Ablehnungen als Annahmen getätigt habe.

Heute aber kam mir der Kontakt über diese "Social Media" sehr gelegen. Ist es doch einfach, per Klick eine kurze Nachricht zu senden. Inhalt war die Bitte - sehr höflich natürlich - meiner Mutter doch bitte künftig keine Tipps zu meiner Ernährung zu geben, sprich, einfach mal zu dieternuhren. Abgeschickt, Freund gelöscht. Schönes Gefühl.

Zurück kam dann kurze Zeit später eine Nachricht, die mir gezeigt hat, wie wenig die Menschen eigentlich nachdenken, bevor sie einem anderen Lebewesen etwas raten. Zu viele Menschen gehen einfach von ihrer Situation (hier extreme Adipositas) aus, also ist jeder mit mehr Körperfülle auch einfach fett und schwach. Schön, wenn man die eigenen Probleme mit sich selbst auch auf andere Leute projezieren kann. Muss ich das aber hinnehmen, dass ich dafür, dass ich krank bin und es so auch schon recht schwer habe, den Alltag lebenswert zu gestalten, als "Einigler" beschimpft zu werden? Ich denke nicht. Und wenn man sich dann wehrt, dann ist das Unverständnis groß. Tschüss, PunktPunktPunkt, Dir folgen als entfernter Freund demnächst noch welche in der Realität nach. Traurig? Bin ich nicht, eher befreit.

Kommentare

  1. also ...ich mag "einigler" ..bin auch einer .....da is nix schlechtes dranne:-)

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  2. Einfach mal die Kresse halte*grins* kennst du das Bild? Musste ich gerade daran denken. Bei manchen sprudeln die Worte einfach so aus dem Mund ohne, dass sie nur einen Funken nachdenken.
    Wir haben eine Mitarbeiterin die hat gerade MS diagnostiziert bekommen.
    Sie musste mitanhören wie 2 Nachbarinen "leise" Bemerkungen machten, dass sie am frühen morgen schon besoffen wäre.
    Sowas ist nicht nur traurig, es ist unverschämt.
    In solchen Situationen, da möchte man....
    Ich bin nicht bei Facebook und mache es mir damit sehr einfach, da würde ich zuviele Leute treffen die ich nicht mehr haben muss. Energiesparen :)!

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  3. Martina, ich bin aber gar kein Einigler, es geht einfach nicht anders. Ich würde liebend gerne das Frühlingsfest besuchen, reisen, essen gehen, mit dem Auto fahren. Aber im Moment muss ich mir jeden Schritt erkämpfen, bin froh, wenn ich es bis zur Balkontür schaffe, um frische Luft zu bekommen. Früher war das anders, da habe ich die Einsamkeit richtig genossen.

    Schuschan, dass ist es, was ich meine. Schnell mal den Menschen abgeurteilt, ohne zu wissen, was dahinter steckt. Kleine Anekdote: mein Cousin, vor 25 Jahren durch einen Kanonenschlag zu Sylvester einseitig mit einem Tinnitus belegt (97 dB!), hat sich dazu entschieden, das kranke Ohr in einer OP komplett ausräumen zu lassen. Zwar war dann Ruhe, aber die Koordination des Laufens musste neu gelernt werden. An einem Gehwagen, auch in der Stadt, um das Gehirn an die neuen Einflüsse zu gewöhnen. Mehr als einmal kam die Polizei, weil er - aufgrund des unsicheren Ganges - als Alkoholmissbraucher angezeigt wurde. Mehrere Alkoholholtests, oft ein sehr ruppiges Umgehen der Mitmenschen mit ihm, haben ihm gezeigt, wie hart die Menschheit ist.

    Im letzten Jahr im Biergarten habe ich dann auch erstmals eine offene Konfrontation gesucht. Bin sonst eher der ruhige, vielleicht auch freundliche Typ. Aufbrausend in keinem Fall. Bis auf den einen Tag, an dem ich zu Mittagessen an Krücken mit einer gehbehinderten Bekannten ging. Wir mussten einen kleinen Berg aufwärts, was uns beiden schwer fiel. Oben dann saß ein Tisch voller Menschen, die geschätzt so gerade Rentner wurden. Glotzen, anstarren. War ich gewohnt. Aber der Abschuss war, dass mir im vorbeigehen zugeraunt wurde, dass ich doch eh so fett wäre und hier im Biergarten wohl komplett falsch wäre, eher in ein Fitnessstudio gehöre. Ich bin stehen geblieben und habe ihn gefragt, ob ich ihm meine erlernte Krückenpolka in seiner Fresse vorführen soll. Betretenes Blicken nach unten. Und ich musste ein klein wenig grinsen, war wohl überzeugend :-)

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  4. Da bestätigt sich mal wieder, dass der Mensch in 80% der Fälle von sich selbst aus geht ... und zu viele erst reden/handeln/urteilen und dann denken. Wenn man sich die unangemessenen dann auf Distanz halten kann, ist das immer noch gut und kostet weniger Kraft, als ständige Fehleinschätzungen und Fehlverhalten auszuhalten und hin zu nehmen.

    Grüße! N.

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  5. Nelja, früher habe ich auf solche Menschen Rücksicht genommen, nur um denen ja nicht auf den Schlips zu treten. Das ist vorbei, denn diese Typen nehmen auf mich auch keine Rücksicht. Gnadenlos aussortieren ist angesagt. Der Zweite ist heute schon gefallen :-)

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    1. Ballast abwerfen tut gut. Egal ob man die Küche durchforstet (wie ich vor dem Umzug) oder die "Freundeliste" bereinigt (mache ich auch öfter mal).

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  6. Siehste, und darum bin ich nich bei Facebook und sowas. Allein was das an Zeit kostet, da mach ich lieber sinnvollere Sachen.

    Diese Geschichten, dass einem schnell Alkoholismus angedichtet wird, gibt's wohl überall. Hier wars eine Mutter mit 2 Kleinkindern. Was die genau für eine Krankheit hatte weiß ich nicht, jedenfalls war sie froh, dass die Kinder bei ihr bleiben konnten, wenn es ihr auch alles sehr, sehr schwer fiel. Die hatte auch diesen leicht schwankenden Gang und im ganzen Dorf hieß es, die sei morgens schon betrunken. Furchtbar sowas. Ganz furchtbar.

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  7. Facebook wird von mir nicht wirklich aktiv beackert. Das habe ich mal angelegt, das war es auch schon. Ab und zu mal ein Gruß zum Geburtstag, oder wenn ich eine Adresse brauche - aber sonst??? Wirklich braucht das wohl niemand.

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  8. Na, da frag mal die Kids heutzutage. Denen kannst eher ein Bein amputieren als dass die auf FB verzichten. Schlimm. Und das Argument "da kommunizier ich mit meinen Freunden". Hallo? Unter Kommunikation versteh ich was anderes...

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    1. Na, zum Glück kann man das ja blockieren. Erschütternd ist für mich, wenn ich sehe, wie viele wechselnde Partner so eine 13jährige hat. Und da geht es RICHTIG ab. Immer das gleiche Schema: 1 Woche Höhenflug, 1 Woche Bettgeschichte, 1 Woche Trauer und Trennung, 1 Woche Himmelhochjauchzend - und dann wieder von vorne.

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  9. Wem sagst Du das *zu 15-jähriger Tochter schiel*. Die hat zwar recht lange Beziehungen aber trotzdem *seufz*.

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