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Wir wollen nur Dein Bestes!

Dein Geld nämlich. Dieses Mal ist Afrika dran. Kinder mit aufgetriebenen Bäuchen werden von die Kamera gezerrt, Menschen beim Persönlichsten überhaupt, dem Sterben, abgelichtet. Und das entweder für Sensationsreportagen bei den Privatsendern oder um die Zuschauer mal wieder abzuzocken. Geschäfte mit und rund um den Tod.

Daran hat man sich ja mittlerweile schon gewöhnt. Auch, dass uns immer wieder ein schlechtes Gewissen eingeredet werden soll, dass es der Menschheit im Allgemeinen sehr schlecht und uns durchgängig sehr gut geht. Und der Deutsche glaubt das, spendet und duckt sich weg.

Wer aber genau hinschaut, der entdeckt in jedem Land der Erde die gleichen Strukturen. Hier bei uns wie auch im letzten Winkel in Afrika. Teils korrupte, jedoch aber hervorragend versorgte Menschen an der Spitze. Wenig bis keine Mittelschicht, darunter dann die Masse derer, die um das Überleben kämpft. Klar, ich höre schon wieder die Gutmenschen, die mir sagen wollen, dass es uns doch gut geht. Dass wir keinen Krieg haben, dass bei uns jeder eine warme Mahlzeit hat.

Geht es wirklich jedem gut? Dann, liebe Mahner, schaut mal in die Städte, wie viele Menschen nur ihre Fassaden aufrecht erhalten, dahinter aber täglich um ihr Überleben kämpfen. Und eine warme Mahlzeit ist nicht mal mehr für jedes Kind Standard. Wir sehen immer nur die Teens, die in Markenklamotten auf der Straße rauchend anzutreffen sind. Nicht sehen können wir die Kinder, die zuhause in ihrem Zimmer sitzen und wegen Geldmangel nichts machen können. Ja, ihr Gutmenschen, ich weiß, die Natur kostet nichts. Aber mal ehrlich, ein wenig mehr als täglich zwischen Bäumen spazieren zu gehen, das wollten wir in unserer Jugend doch auch, oder? Oder mal ein Eis essen gehen können. Oder einen Comic kaufen. Irgendetwas, was das Leben schöner macht, von der Tristesse des bloßen Seins ablenkt.

Aber, dafür haben wir ja unsere Organisationen, die auch von unseren Spenden sehr gut leben können. Charityveranstaltungen. Liest sich doch prima, da kommt auch einiges an Geld für die Bedürftigen zusammen. Geht in Ordnung, in der Regel kommt das Geld auch von Menschen, die dieses übrig haben. Mal abgesehen davon, dass es wohl auch in den meisten Fällen die Steuerlast senkt. Wie hat meine Oma immer gesagt? Besitz verpflichtet. Also, bitte spenden, aber nicht an die große Glocke hängen. Dabei fällt mir ein: ich habe noch nie einen Fernsehspot gesehen, in dem um Geld für unsere Kinder in Armut gebeten wird. Ist wohl nicht so schick, wie einen anonymen Afrikaner vor die Linse zu zerren. Da setzt der Spendenreflex von allein ein. Denn: wir sind alle reich, die Afrikaner alle arm, wir müssen unser Geld umverteilen.

Von den lieben Politikern, die durch die Welt reisen und durchaus auch ab und zu in Afrika von den Potentaten empfangen werden, hört man da wenig zum Thema. Ist halt einfach nicht so angesagt, einem Despoten klar zu machen, dass er seine Milliarden mit Blut an den Fingern "verdient" hat und dafür das Volk in Armut lebt. Indien ist da einige Schritte weiter mit der Vergabe von Mikrokrediten. Wäre nur eine Idee. Dumm nur, dass die Sammelorganisationen nicht Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Wäre ja auch zu blöd, den Menschen zu zeigen, wie sie sich selber helfen können. Wer schneidet schon die Hand ab, die einen füttert? So wird halt gewartet, bis die Hungersnot wieder werbewirksam in Szene gesetzt werden kann, dann werfen wir ein paar Säcke mit Reis ab (wie soll der ohne Wasser gekocht werden, wenn sogar das Vieh verdurstet?), und ein paar Medikamente, um die aktuell schlimmsten Folgen zu mindern.

Mein Vorschlag wäre, den Regenten der armen Länder einen Urlaub oder sonstige Aufenthalte in der "schönen" Welt zu verwehren. Solange, bis auch einmal an die eigenen Leute gedacht wird, nicht nur an den eigenen Geldbeutel. Tja, wenn es da wenigstens Öl oder Wasser gäbe. So sind diese Länder leider uninteressant, somit auch die Menschen, die dort leben. Ist in meinen Augen so. Was nützt es denn, wenn ein Außenminister durch einen Slum geführt wird, aber nur in die gemäßigten?

Was mich besonders aufregt im Moment, sind diese 5-Euro-Spendenaufrufe. Da kann man mit einer SMS oder einem Anruf fünf Euro an eine Hilfsorganisation spenden. Zuzüglich der "Transportleistung". Heißt: die Kosten für eine SMS oder den Anruf kommen dazu. Akzeptabel, was solls. NICHT akzeptabel ist für mich, dass nur 4,83 Euro bei der Organisation ankommen. Wer steckt sich denn die 17 Cent ein? Die Werbeunternehmen, die den Spot machen? Die Fernsehsender als Aufwandsentschädigung? Oder etwa eine Art Makler, die die "Vermarktung" übernimmt? Wir reden hier immerhin von gut 3 1/2 Prozent der Spendensumme. Zuzüglich den Verwaltungskosten, die bei den Hilfsorganisationen entstehen.

Und wie viel Geld im Moment an die Islamisten als Schmiergeld gezahlt wird, möchte ich nicht wissen. Wie skrupellos muss man sein, die eigenen Landsleute verhungern und verdursten zu lassen, um gegen Bares Hilfsaktionen zu ermöglichen? Oder gar die gelieferten Hilfsgüter zu stehlen und zu verkaufen? Wo sind da die Armeen der belieferten Länder? Kämpfen die am anderen Ende des Landes etwa gerade gegen den Nachbarn und sind verhindert?

Wie auch immer - ich spende nur noch für innländische Hilfsprojekte. Und nicht für welche, die von Organisationen abhängig sind, einen Verwaltungsapparat sondergleichen aufbauen und wie die Made im Speck die gesicherten Pfründe ausweiden. Lieber gibt es eine Überweisung an einen Hilfsverein vor Ort. Klein, überschaubar, mit nachvollziehbaren Projekten und null Kosten für die Verwaltung.

Der SPENDENRAT hilft dabei, hier eine WARNLISTE.

Kommentare

  1. Hallo, DSL.
    Ich bin über Susis Blog irgendwie hier hergestolpert und möchte nur kurz erzählen, dass es auch anders geht mit den Spenden. Durch meine Arbeit als freie Mitarbeiterin bei einer kleinen Zeitung hatte ich im letzten Jahr das Glück, den Gründer einer Hilfsorganisation in Ghana persönlich kennen zu lernen. Ich war begeistert von der Arbeit, die er und seine Mitstreiter machen. Da gibt es nämlich Kleinkredite (wir reden hier von Beträgen von 20 bis 100 Euro!), die an die Menschen vergeben werden, damit sie sich eine eigene Existenz (z.B. einen Handel mit selbst hergestellten Produkten) aufbauen können. Die Organisation ist eng mit einer Gemeinde hier bei uns verbunden, es gab ein Benefizkonzert, und ALLE Einnahmen hat der Gründer der Organisation (in meinem Beisein) überreicht bekommen und kann so 400 (!!!) Schuluniformen kaufen, die einen Schulbesuch dort erst ermöglichen. Die Familien der Kinder können diese Uniformen nicht bezahlen. Also können nun 400 Kinder die Schule besuchen. Ich weiß wohl, dass das nur ein Tropfen auf den sprichwörtlich heißen Stein ist, aber es ist ein ganz lobenswerter und vor allem nachahmensweter Ansatz zur Hilfe zur Selbsthilfe. Finde ich. Ach so, ich hatte bei dem Besuch des Ghanaers den Gedanken, dass doch so eine Reise hierher sehr teuer ist, und ob der das vielleicht von den Spendengeldern bezahlt. Neinnein, ein Geschäftsmann hier hat die Reise gesponsort.
    Liebe Grüße

    brisy

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  2. Unser Pfarrer hier der sammelt auch fast nur für Weisenkinder in Rumänien.
    Ich habs mir angewöhnt das wenn ich was spende dies nur für regionale Zwecke wie Kindergarten oder die Behinderteneinrichtung in Lichtenfels mache.Und das direkt.Da werden dann halt mal ein paar behinderte Kinder zum Pizzaessen eingeladen oder zum Eisessen.
    Das wird auch immer sehr gedankt.

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  3. Hallo Brisy! Schön, dass Du hier schreibst. Ja, sowas habe ich gemeint. Eine Organisation, welche effektiv arbeitet und bei der das Geld auch entsprechend geleitet wird. Vertrauen ist dadurch entstanden, da kann man auch spenden. Zumal die Bildung das wertvollste Gut -neben Wasser- der Zukunft sein wird.

    @ Pfannenschwenker: Bei uns hatte das im Laden überhand genommen. Oster, Sommerferien, Weihnachten - immer öfter sind die Sammler für Rumänien gekommen. Und am Schluß wurde nicht mehr gefragt, sondern eine Bedarfsliste abgegeben. Und nein, es durfte nicht viel und markenlos sein (waren meist eh die Zweitmarken bekannter Firmen), es musste renommierte Ware sein. Da war für mich dann Schluß. Lieber habe ich dann für die Jugendarbeit etwas gesponsort.

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  4. Hallo DSL, freut mich, dass es dich freut, dass ich hier schreib *gg*. Mir ist noch eingefallen, dass der Ghanaer, als er hier war, nicht etwa in einem (von Spendengeldern finanzierten) Hotel gewohnt hat, sondern privat bei besagtem Geschäftsmann. Und der, und auch alle anderen Sponsoren haben darauf bestanden, dass keine Summen genannt werden. Find ich gut, sich nicht mit Spenden profilieren zu wollen, wie so viele es tun. Ja, Bildung ist ein sehr wertvolles Gut, und Kindern das zu ermöglichen eine unglaublich wichtige Aufgabe. Ach ja, eine Straßenfußballmannschaft haben die dort auch gegründet. Gespendete Trikots hat er auch mitgenommen als er hier war. Auch soetwas ist wichtig, Gruppenzusammenhalt zu fördern, und die Kids so von "kriminellen" Aktivitäten abzuhalten.
    Mir gefällt's übrigens gut hier bei dir, hab mich schon durch viele, viele Seiten gelesen...
    Ein schönes Wochenende wünsch ich dir *wink*

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  5. brisy, so ist der Idealfall. Aus gegebenem Anlass habe ich mich damals mit den Ronald McDonald Häusern beschäftigt. Die bekommen meine Zuwendungen. Da kommt auch jeder Cent an, und es erreicht die wirklich "armen Schweine", kranke Kinder. Ich werde leider keine haben, so kann ich wenigstens etwas an die Gesellschaft zurückgeben.

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  6. Also, ich glaube, wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass unsere Spende von selbst an die richtige Adresse wandert, wenn sie einmal auf dem entsprechenden Konto ist.

    Geld ist das eine, daraus Hilfe umzusetzen, eine andere. Natürlich entstehen bei den Hilfsorganisationen Verwaltungskosten, denn die dortigen Mitarbeiter sind in erster Linie Angestellte, die professionelle Arbeit leisten, aber natürlich auch ein Gehalt benötigen. Zudem kostet auch der Transport von Hilfsgütern.

    Selbstverständlich ist jeder bestrebt, dass sein Geld effektiv ankommt und darauf kommt es ja eigentlich an. "Gute" Hilfsorganisationen haben transparente und angemessene Verwaltungskosten, bei manchen werden diese Kosten von eigenen Trägern bezahlt, so dass die Spende zu 100% eine Hilfeleistung sein kann. Dann hat der Spender ein gutes Gefühl.

    Hier haben wir als Spender die Aufgabe, die richtige Auswahl zu treffen und das ja im eigenen Interesse.

    Bei allem Leid in der Welt sollte man jedoch nicht, wie Du es auch beschreibst, die Not vor unserer Haustüre vergessen - hier sind genug Hilfsbedürftige, die unsere Unterstützung benötigen. Falls man darüberhinaus helfen will, kann man durchaus hinaus in die Welt schweifen.

    Bei Afrika tue ich mich allerdings schwer. Da sind sich die Menschen einfach noch zu sehr selbst im Wege, als dass man hier effektiv von aussen helfen könnte.

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