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Epileppi aber Happy?

Dieser Spruch war in meiner Teenagerzeit sowas wie die vielen anderen dummen Sprüche - unüberlegt und dem Zeitgeist geschuldet. Was das eigentlich bedeutet, hat doch keinen interessiert.

Heute hat uns die Bedeutung mit voller Wucht getroffen. Unser Sorgenkind, mein Vater, hatte am Freitag einen Anfall. Zwar nur einen leichten und einseitig, aber dann doch. Heute haben wir davon erfahren, der Arzt hat uns aufgeklärt, dass bei seinem Krankheitsbild (Alzheimer und aggressive Demenz) diese Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit rapide eine Verschlechterung erfahren wird. Was im Umkehrschluss bedeutet: noch mehr Medizin. Im Moment wird mit relativ leichten Tropfen entgegengewirkt, aber die Hoffnung auf Heilung oder zumindet einen Stillstand dieser zusätzlichen Belastung wurde uns gleich wieder genommen.

Was muss dieser Mann noch alles aushalten? Es tut sehr weh, seinen ehemals kräftigen und mannhaften Vater so hinsiechen zu sehen. Und niemand kann ihm helfen. Zum geistigen Verfall kommt nun auch noch ein immer schnellerer Abbau auf der körperlichen Seite dazu.

Demenz ist nicht heilbar, aber man kann diese verzögern. Instinktiv hat mein Vater kurz vor dem Zusammenbruch sein tägliches Spaziergangpensum täglich erweitert. Heute wissen wir, dass gerade dieser Bewegungsdrang seiner Krankheit geschuldet war. Diese wird dadurch zwar nicht aufgehalten, aber eine Verzögerung kann so einsetzen. Und das Schlimmste was ihm passieren konnte, das war das eingesperrt sein auf der Station. Zuerst konnte er sich da noch seine Laufration holen wann und so lange er wollte. Mit der Erhöhung der Tablettendosis ist dieser Drang aber fast zusehends erloschen. Was wiederum den Verfall begünstigt hat.

Nun ist eigentlich damit zu rechnen, dass wieder ein Verfallsschub einsetzt, wenn er stärkere Medikamente gegen die Krampfanfälle einnehmen muss. Wie klein doch da meine gesundheitlichen Probleme werden, wenn ich sehe, wie schlecht es meinem Vater geht.

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