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Schlemmen in Amerika - Der 1955 von McDonalds

Sodala, nachdem ich in dieser Woche nun schon sechs mal auswärts gegessen habe, ist es an der Zeit, sich in einem Café zu entspannen. Mit einer Bekannten habe ich mich in Weidach getroffen, ein Schlückchen Milchkaffee und ein winziges Stückchen Frankfurter Kranz durften es gerne sein. Zum Nachspülen: Coca-Cola. Die Sonne gab es umsonst und so ist aus dem Stündchen doch ein Treffen von zweieinhalb Stunden geworden. Der Neue der Bekannten ist übrigens ein Netter.

Hunger. Ja, Hunger, nicht einfach nur Gelüste. Und da ich eh einen Lauf hatte, warum nicht wiederholt andere für mich "kochen" lassen? War da nicht in der Werbung mal die Sprache von einem neuen Burger bei McDonalds? Die Gier und der Hunger zusammen sind ein schlechter Berater. Und wenn man im McDrive steht, dann kann man nicht mehr so einfach ausbrechen, wenn hinter einem bereits der Polo-Club steht. Nicht der vom Sport, sondern der Club mit den kleinen, lauten und grell bemalten Autos. Prima. Die Einsicht kommt mal wieder zu spät. Ob die meiner Heckschürze viel Widerstand bieten würden...?

An der Bestellstele den Burger aufgerufen, "einmal 1955" bitte. Und schon habe ich irgendwie an den Flux-Compensator denken müssen. Tsss... Männer...! "Was dazu?" "Ne, danke, nur so." Und ich schwöre, hätte es nicht an der neuen Anzeige gestanden, ich hätte nicht geglaubt, dass man für einen Schnellbraterburger fette € 4,69 berappen soll. Mal kurz überschlagen - das waren zu DM-Zeiten derer knapp neun! Zur Erinnerung: Gestern habe ich ein handwerklich und geschmacklich einwandfreies Schnitzel für knapp einmal vier Euro mehr bekommen. An den Tisch serviert, mit Salatbeilage und in einer Portionsgröße, die zur Not auch zwei Menschen ernährt.

So SOLLTE der Burger nach dem Werbeplakat aussehen: KLICK
Eine wahre Fotoschönheit, oder? Gelobt seien die Food-Designer und -Fotografen!

Und bekommen habe ich dies:
Appetitliche Verpackung, Marketing ist der halbe Verkauf





Inhalt gab es natürlich auch:

Der "1955" in der Verpackung

Irgendwie hat das Teil schon in der Verpackung ganz anders ausgeschaut als auf dem Plakat. Warum auch immer, aber meine Vorahnung hat mich die Kamera schon vorher zücken lassen.


4,69 € für erkaltetes Brötchen,etwas Salat, zwei Scheiben Tomaten, etwas Sauce, wenig Speck und einer Geheimzutat.

Das links im Bild ist übrigens der Salat, der auf dem Werbefoto so nett drapiert ist. Liebevoll sieht anders aus, und nach fast 10 Minuten Wartezeit am Schalter erwartet man dann doch etwas anderes. Zumindest ein heißes Essen. Unter dem Fleisch waren übrigens noch zwei Streifen labberiger Speck versteckt. Erkannt hat man dies an der kaum beißbaren Konsistenz und dem Salzaroma. I´m lovin´ it? Naja....



Hier die "Geheimzutat". Eigentlich wollte ich das schwarze Etwas ja nicht probieren, hatte aber die karamellisierten Zwiebeln vermisst. Und siehe da: sie waren auf dem Burger. Nur eine und dunkelschwarz, aber anwesend.

Der Laden war übrigens brechend voll, innen wie außen. Komischerweise regen sich die Leute immer und immer wieder auf, gehen aber auch immer und immer wieder hin. Auch ich. Blöd, oder.....?

Kommentare

  1. Blöd? Nööö, lecker :)

    Allerdings habe ich immer schon gedacht, wenn das Schicksal gewollt hätte, dass ich einen Burger 1955 essen sollte, wäre ich nicht erst 1963 geboren worden!

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  2. Geht mir jedesmal ähnlich: die Burger-Fotos machen richtig Appetit und die Enttäuschung ist dran groß - die eigenen Burger sind schwer zu schlagen - im Flamers - Mohrenstraße, leider schon lange zu, gab es mal gute Burger - aber das, was es bei den Golden Arches oder der Goldenen Krone gibt, hat mal mit richtigen Burgern, die dann auch "Medium" oder nach Wunsch serviert werden, nichts zu tun.....

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  3. @ Irina: Meinste, die sind noch von 1955 übrig?? ;-)
    @ Stefan: In das Flamers habe ich es irgendwie nie geschafft. Die hatten immer dann zu, wenn ich vor der Tür stand. Evtl. noch im Dolphins gibt es medium-Burger. Aber sonst? Industrieware ohne Liebe. Wenn ich sehe, was das Ding kostet....

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  4. Also, erlauben Sie mir die Anmerkung, 4,69 waren in der Gastronomie auch früher schon 4,69. Die Branche hat ja seinerzeit die Speisekarten gleich gelassen und lediglich das Währungszeichen geändert ;-) Anders sind diese Preise wirklich nicht zu erklären.

    Börger hin, Börger her, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich immer um Labberburger in Labberbrötchen aus der gleichen industriellen Fertigung handelt, lediglich andere Soßen oder "Geheimzutaten" machen dann eine neuen Namen aus - alles nur gespielt und jedesmal voll die Enttäuschung.

    Schmecken tut das Zeug - im ersten Moment. Aber wenn ich in die Läden reingehe und der immergleiche ranzig-urinale Geruch umwabert einen, da reicht's mir mittlerweile schon.

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