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Aaaalder....

"Siemens entlässt 6.900 Mitarbeiter". Zwar weltweit, aber doch einen großen Teil hier in Deutschland. Erst am Dienstag war ich im Raum Erlangen und Mittwoch unterwegs, konnte die "Siemensstädte" ansehen und die Weiten der Anlagen bestaunen. Nur knapp eine Stunde später kam dann die Hiobsbotschaft über den Äther.

Franken ist nicht so sehr betroffen, jedoch zwei Werke in Leipzig und Görlitz werden komplett geschlossen, weitere deutsche Standorte teils empfindlich getroffen.

Da stellen sich mir zwei Fragen.

1. Deutschland war irgendwann in der Atomenergie führend. Entsprechend war der Ruf in der Welt, die Auftragsbücher mehr als gut gefüllt und die Technologie des deutschen Konzerns weltweit gefragt. Was aber gilt ein Konzern mit einem Sitz in einem Staat, der sich gegenüber einer der Schlüsseltechnologien feindlich zeigt? Ich habe mit Österreichern gesprochen, mit Niederländern, mit Tschechen - und alle hatten nur eines für uns und unsere aufgezwungene Energiedoktrien übrig: Ein Lächeln. Manchmal auch ein ungläubiges Kopfschütteln. Nicht zuletzt hat man mich gefragt, warum wir akzeptieren, dass bei uns Atomkraftwerke früher als nötig abgeschaltet werden und dann der Strom teilweise nachts aus dem Ausland zugekauft wird. Aus Produktionsstätten, welche komplett dem entgegenlaufen, was uns hier als geistige Haltung aufgezwungen werden soll. Atomenergie ist nicht das Gelbe vom Ei, aber momentan die noch sauberste Quelle - sollte denn irgendwann die Entsorgung geregelt sein.

Einer der Hauptgründe war die Katastrophe in Fukushima. Leider wird nur verkürzt das gesehen, was die Auswirkungen sind. Nicht, wie diese entstanden ist, welche bei uns nicht gegebenen und eigentlich auch unmöglichen Auslösefaktoren zur Kernschmelze führten. Der Tsunami, welcher Wasserhöhen mitsich brachte, die neue Rekordhöhen markierten. "Normale" Fluten hätten auch dieser Anlage nichts anhaben können. Dieser Tsunami war ein Naturereignis, wie es die Menschheit meines Wissens bisher nicht aufgezeichnet bzw. überliefert hat. Das Ergebnis ist horrormäßig, für unser Deutschland jedoch auszuschließen.Jedoch war es eine hervorragende, wenn auch traurige, Möglichkeit, in Deutschland eine Sparte der Energiegewinnung finanziell auf dicke Beine zu stellen, welche der Ideologie der Opportunisten sehr entgegen kam. Erneuerbare Energien. Hierzu dürfen wir durch das EEG Milliarden in eine Leitungsstruktur investieren, die es uns u. A. ermöglicht, Windstrom von der Küste in das tiefste Bayern zu transportieren. Wieviel Natur hierbei zerstört wird, kann man sich täglich und live in unserer Region anschauen.

Leider fehlt nach wie vor eine wirtschaftliche und effiziente Speicherung des tagsüber gewonnenen, zudem meist überproduzierten Stromes. Dafür dürfen wir nächtens Strom aus auch von Fachleuten kritisch beäugten Stätten wie Tihange in Belgien und Temelin in Tschechien beziehen. Jeweils in direkter Nähe zur BRD. Was aber eigentlich egal ist, denn die lieben kleinen Strahlungen schaffen es durch jede Ländergrenze, zur Not um den Globus. Tschernobyl lässt grüßen. Aber egal, Hauptsache die Deutschen werden mit -teuren- Drops beruhigt. Und sei es noch so Aktionistisch.

2 Subventionen. Hat jemand mal genau hingeschaut, warum ausgerechnet in der Subventionszone zwei Werke geschlossen werden? Ist da eine Schamfrist verstrichen? Mir fehlt in der Diskussion um die geplanten Entlassungen die Aufrechnung der erzielten Gewinne gegenüber den Investitionszulagen aus öffentlichen Töpfen.


Mitten in die Verhandlungen um "Jamaika" hinein wird eine Auswirkung aus den grünen Politspitzen bekannt. Genau dann, wenn eine Partei, die ich als Splitterpartei bezeichne, sich gebärdet, als hätte sie die Wahlen alleine gewonnen. 75,2 % gültige Stimmen aller Wahlberechtigten. Bundesweit wurden von den Grünen 3.717.922 Menschen an die Wahlurnen bewegt, während z. B. allein in Bayern von der CSU 3.255.487 Wähler aktiviert wurden. Die CDU konnte 14.030.751 Wähler auf sich vereinen, die FDP 3.249.238. Grob gesagt: 20,5 Mio. Wähler von CDU/CSU und FDP stehen in den Verhandlungen gerade einmal 3,7 Mio. grünen Wählern gegenüber.

Hier scheint es sich wohl wieder zu bewahrheiten, schaut man sich die bisher geschlossenen Kompromisse an: Auch wenn Feuer und Wasser nicht zusammenpassen, um den Machterhalt zu realisieren sind die Parteien bereit, sich und nicht zuletzt auch den Wähler zu verraten. Der kleine Mann bleibt dabei auf der Strecke. Siehe Siemens und die strategischen Entlassungen. Strategisch? Ja, denn finanzielle Nöte treiben den Konzern nicht dazu um. Wer die GuV lesen möchte, bitteschön, hier der Link dazu KLICKE MICH

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