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Schlemmen in Lauscha - Das "Restaurant Bürgerstuben"

Lauscha, ein Städtchen, welches seinen Aufschwung zu Zeiten der Glasbläsereien hatte und nun für einen gelegentlichen Besucher wie mich, im Sommer in den Winterschlaf fällt. Deckt in der Weihnachtszeit mit etwas Glück der Schnee die unbefestigten Bürgersteige zu, lässt die oftmals unschönen Häuser und Gärten wir durch einen Weichzeichner erträglich werden, so ist es bei Sonnenschein vorbei mit der Pracht.

Wir haben heute zur Mittagsspeisung ein Lokal auserkoren, welches wir im Herbst schon einmal für einen Kaffee und ein Stück Kuchen besucht hatten.

Parkplätze gibt es am Haus reichlich, dabei ist zu beachten, dass die Parkplätze auf ungefährer Höhe des Haupteinganges für das Personal reserviert ist. Mein Tipp: rechts neben der Glashütte die Abfahrt zum unteren Parkplatz nehmen, den Eingang des Winterlandes (rechts ist eine Rampe für Rollstuhlfahrer) nutzen und per Fahrstuhl in die erste Etage fahren. Dort ist das Restaurant und auch die Toiletten ebenerdig zu entern.

Das Restaurant innen ist sauber und gemütlich. Da waren wir im Herbst. Die Terrasse haben wir aufgrund der Wetterverhältnisse gewählt, da hier die Temperaturen erträglich waren. Sehr schöne und massive Terrassenmöbel stehen dort auf Pflaster, die Karten - inklusive einer Tageskarte - liegen bereits aus.

Die Wahl wurde schnell getroffen, so war etwas Zeit, den Blick schweifen zu lassen. Der Boden ist schwer rein zu halten, das verstehe ich. Aber Nadeln vom Herbst bzw. den Weihnachtsbäumen auf dem Boden? Spinnenweben über dem Eingang, unten an der Statue des Glasbläsers... In den Details erkennt man oft, ob der Inhaber einen Beruf oder eine Berufung hat. Es ist nicht dreckig, aber mehrere eingetrocknete Pommes von mindestens vom Vortag unter dem Tisch, das hinterlässt einen kleinen negativen Eindruck.

Nichtsdestotrotz haben wir für Speis´ und Trank sorgen lassen.

Heute:

1 Mineralwasser 0,3 Liter zu 2,20 € (7,33 €/Liter)
1 Limo (Colamix) 0,4 Liter zu 2,90 € (7,225 €/Liter)
1 Salat Pute zu 10,90 €
1 Bratwurst zu 8,90 €

Die Bedienung war freundlich wie im Herbst zuvor auch, hier können wir das im Internet gelegentlich Geäußerte nicht bestätigen. Kein Anlass zur Klage, auch das sollte einfach mit erwähnt werden. Die Speisen wurden zusammen mit den Getränken aufgenommen, nachdem wir eine angemessene Zeit zur Auswahl bekamen.

Die Getränke waren angenehm temperiert, nicht bis kurz vor dem Gefrierpunkt heruntergekühlt. Leider ist das bei Hochsommer-Temperaturen nicht immer der Fall. Danke dafür.

Die Speise selbst hatten ebenfalls eine Zubereitungszeit, welche im Rahmen liegt. An den Tisch kamen dann:
Thüringer Bratwurst mit hausgemachtem Kartoffelsalat, frischer gemischter Salat

Zur Erinnerung: 8,90 € für diese Portion. Und da beklagen sich die Coburger, weil sie am Markt für eine Bratwurst in einer halben Semmel gerade einmal 2,30 € für ein Prachtstück bezahlen müssen? Kurz vorab dazu: Im Fränkischen - und Lausche liegt eigentlich auch in dieser Region - bekommt man bei einer Bestellung von Bratwurst im Lokal immer ZWEI. Also ein Paar. Davon und auch angesichts des Preises sind wir auch hier ausgeganen. Erreicht hat den Tisch nur eine Einzelne. Augen auf, wer die Speisekarte liest. Da stand nichts von ZWEI, also auch kein Grund, zu reklamieren. Die Bratwurst war dann auch gut, schnell verzehrt und ohne Klage auf dem Weg, verdaut zu werden. Der Salat bestand aus einem Teil dessen, was auch ich auf meinem Salatteller wiederfinden sollte, dazu im nächsten Absatz.
Der Kartoffelsalat aber, der war selbst gemacht. Gut gewürzt, geschmacklich in Ordnung. Aber leider "furztrocken". Pellkartoffeln und Karotten mit wenig "Soße" oder Dressing. Sehr, sehr wenig. Nachdem dann meine Begleitung ihre Portion dann erstmals schneller als ich aufgegessen hatte, war mir klar, dass dies eine Seniorenportionsgröße war.

Lieber Wirt, Sie müssen leben, sollen Sie auch. Aber, wäre es denn nicht möglich, in der Karte den Hinweis auf "eine" Wurste zu geben, respektive dem Kunden eine zweite zum Aufpreis anzubieten?

Weiter zu meiner Portion.
 
Großer bunter Salatteller mit frischgebratenen Putenbruststreifen 

Vorab, ich wurde gut satt. 10,90 € hätten jedoch ein kleines Stückchen Weißbrot für das restliche Dressing vertragen können. Istn´t it? Kleiner Denkanstoß.

Der erste Furcher der Gabel ging in die Bohnen. Und machte mich erst einmal ratlos. Bohne. Kenia-Bohne. Schnibbel-Bohne. Grüne Bohne. In ihrer Reinform. Kein Salz, kein Pfeffer, kein Gewürz. Bohne. Gut, man kann dem Koch so zumindest nicht vorwerfen, dass er das Essen verwürzt hätten. Sehr gut dagegen der Gurkensalat. Fein abgestimmt, was mir zeigt, dass der Koch es eben doch kann. Dann wieder blanke Tomaten, perfekter Rettich-/Radieschen-Salat, eine schwache Rotkohl-Rohkost und ein prima Weißkohl, ebenfalls geraspelt wie der Rotkohl, aber lecker angemacht. Der grüne Salat war dankenswerterweise einmal kein Eisbergsalat, sondern guter Blattsalat. Die Pute. Nicht mein Geschmack, aber zumindest fachgerecht zubereitet, da gehen die Geschmäcker eben auseinander. Nicht Alles muss mir auch schmecken. Dafür war ich dann im Gegenzug dankbar, dass es sehr wenig war. Und am Schluss auf dem Teller: Das Pfützchen Salatdressing, welches ich gerne mit einem Stückchen Weißbrot oder Ähnlichem aufgenommen hätte. War halt nicht, ging auch so.

Unser Fazit: Zwiegespalten. Einerseits gutes Essen, dann aber Abstriche in der Preisgestaltung und bei der Menge. Wir versuchen demnächst wieder dieses Lokal, dann aber die Wildspezialitäten, mit denen es wirbt. Dem Kunden nach uns wünschen wir Waidmannsheil.

Kommentare

  1. Na, da weiß man doch was einem erwarte. Salat??? Oh Gott, ein endloses Thema. Ich traue mich schon kaum welchen zu bestellen. Es gibt kaum einen Koch der einen Salat geschmacklich git zubereitet. Faulheit oder Nichtkönnen, DAS ist hier die Frage. Leider lesen die Wirte so etwas nie.

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