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Schlemmen in Zeickhorn - Die "Zeickhorner Stubn"

Freitagabend, gelegentlich gibt es da in der "Zeickhorner Stubn" einen Themenabend. Dieses Mal: Steak. Fünf ausgewählte Zubereitungen, vier davon haben wir an diesem Abend probiert.

Kurz von vorne: Parkplätze zu finden sind direkt am Haus und auch -zur Not- in der Umgebung reichlich vorhanden. Wir hatten an diesem Tag doppelt Glück: Einmal war war ein Parkplatz direkt vor dem Lokal frei, quasi noch "warm". Und dann hatten wir, weil ohne Reservierung und zu viert, zum Glück einen frühen Termin gewählt, nämlich um 17 Uhr. So konnten wir gerade noch einen Platz belegen, der um 19 Uhr neue Gäste beherbergen wird. Auch der Nebenraum war gut gebucht.

Eine Stufe nach oben führt in die Gaststube, machbachr auch mit Rollstuhl. Der Rest geht eben vonstatten.

Eine Neuerung ist mir aufgefallen: Neue Menagen stehen auf den Tischen. Eine "Bunte Pfeffermischung" steht neben einem "Himalaya-Salz" in kleinen Mühlen bereit. Nötig waren diese heute nicht, aber ich bin auch nicht das Maß aller Dinge.

Spezi, Wasser und Colaweizen wurden geordert, die Einzelpreise habe ich nicht eingesehen, aber diese waren bisher immer ortsüblich, so auch an diesem Tag. Keine Überraschung also.

An Speisen hatten wir:

1 x Putensteak mit Beilagen - zu 9,90 €
1 x Pfefferduo mit Beilagen - zu 13,80 €
1 x Holzhackersteak mit Beilagen - zu 13,80 €
1 x Rindersteak mit Beilagen - zu 13,80 €

Vorweg: Für diese Tellergerichte werden jeweils ca. 300 g Fleisch verwendet. Mit den Beilagen zusammen nur für gute Esser zu schaffen. Eigentlich zähle ich auch mich dazu, aber an diesem Tag - viel zu viel, auch "Dank" der reichlichen Beilagen.

Beginnen wir mit dem "Pfefferduo"
Die Steaks wurden nicht medium, sondern "durch" bestellt. Und kamen auch so zum Gast, ohne trocken oder gar zäh zu werden. Ich durfte die Soße probieren - perfekt. Cremig, guter Geschmack nach Pfeffer, auch leichte Schärfe, so soll es sein. Über die Sahne kann man streiten, aber die Idee ansich ist brauchbar. Die Steaks bestanden aus einer Schnitte vom Kalbsrücken und einer Schnitte vom Rind. Meiner Meinung nach aus der Nuss.Der Preis hierfür: 13,80 €.

Das Putensteak wartete ebenfalls mit purer Masse auf.
Auch hier wurde das Versprechen, nein, die Androhung eines Riesenstückes Fleisch eingehalten. Da dieses für eine Seniorin gedacht war, blieb am Ende leider ein ordentliches Stück übrig, welches der Küche zurück übergeben wurde. So nett die 300 g auch gedacht sind, dies ist einfach zu viel, wenn man nicht unbedingt auf XXL aus ist. Der Salat war, wie bei allen anderen Steaks auf, frisch, sehr gut abgeschmeckt und knackig. Dankenswerterweise ohne den Shicesalat. Der Preis hierfür: 9,90 €

Die nächste Blutsverwandte hatte sich für das "Holzhackersteak" entschieden.
Auch dieses sollte "nur" 300 g haben. VOR(!) der Zubereitung. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass der Koch den Finger an der Waage hatte. Allerdings von unten. Denn - dieses Stück sah nach mehr aus und aß sich auch so. Geschätzte 500 g Rohware. Man beachte die Schnittenhöhe und das normalflächig ausgebratene Spiegelei obenauf. In der Verbindung mit dem Salat und einer Schaufel toller Bratkartoffeln war dieses leider ebenfalls nicht zu schaffen. Der Herr mit dem "Pfefferduo" hatte sich der Reste erbarmt, scheiterte ebenfalls an dem Rest. Sodass Fleisch im Gewicht eines ganzen Schnitzels in die Küche zurück ging. Schade darum, wenn auch für den Preis von 10,90 € nicht teuer. Aber - hierfür ist ein Tier gestorben und es widerstrebt mir, wenn Fleisch ungenutzt entsorgt werden muss.

Kommen wir am Schluss zu meinem Fleisch.
Rindersteak medium, mit Kräuterbutter und Pommes frites und Beilagensalat. Preislich mit 13,80 € sozusagen als Schnäppchen zu sehen. Aber auch hier hätte ich für diesen Preis ein Stück Fleisch akzaptiert, hätte es nur die Hälfte an Gewicht gehabt. Bis auf ein kleines Stückchen (für mich dann doch zu "roh") habe ich es bezwungen. Bezwungen klingt nach Zwang. Und ja, das war es auch. Am Anfang habe ich die tolle Kruste mit der Gewürzanhaftung genossen. Auch der Schnitt durch die Mitte - ich wollte es einfach wissen - hat überzeugt. Nachdem ich weiß, dass das Fleisch ein wenig nachgart, war es für mich kein Problem, dass es einen bleu Kern hatte. Wieder zusammen geschoben und es garte noch ein wenig weiter. Bis eben auf das kleine rohe Stückchen. Einen Teil der "Schuld" muss ich mir aber mit meinem Schnitt selbst anhaften.

Der Salat war in einer Mulde des Brettes, sodass der Saft/das Dressing sind nicht mit dem restlichen Essen vermischen konnte. Sehr gut, denn ich mag gerne selbst entscheiden, welche Komponenten auf dem Teller eine Beziehung miteinander eingehen.

Leider war auch dieses Stück Fleisch viel zu viel. Zwar habe ich es bezwungen, hauptsächlich dem Respekt vor dem Tier geschuldet, aber gegen Ende des Riesenstückens war es mehr Arbeit als Genuss. Die Pommes waren toll zubereitet, der Salat ebenso wie der der Anderen am Tisch. Ein kleineres Stück hätte mich restlos überzeugt, so werde ich mir künftig überlegen, ob ich nicht explizit ein kleineres Stück ordere.

Fränkischer Banause der ich bin, die Italiener mögen mir verzeihen, gab es als "Dessert" noch einen Cappuccino. Toller Kaffee, kleine Krone, perfekt. Einer der besten Kaffees, die ich in der letzten Zeit getrunken habe. Bestätigt wurde mir das von einer meiner Tischdamen.

Fazit: Die "Zeickhorner Stubn" glänzt in der Regel sowieso schon mit einem tollen Preis/Leistungsverhältnis. Hier aber wurde dem Ganze die Krone aufgesetzt. Sehr gutes Fleisch, eine Zubereitung auf den Punkt, satte Gäste. Leider ein wenig über das Ziel hinaus, aber durchaus als Empfehlung für Gäste mit einem Bärenhunger.Das Personal freundlich und verbindlich wie immer, inklusive einer netten Plauderei bei der Bezahlung. Im Großen und Ganzen mag ich sagen: Hingehen, genießen, überzeugen. Aber vorher bitte reservieren.





Kommentare

  1. ohhh das sieht echt lecker aus...

    Aber warum habt ihr euch das nicht einpacken lassen, wenn noch soviel übrig geblieben ist?

    lg

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    1. Ansonsten sehr gerne. Aber... Wir sind allem am kompletten WE eingeladen/zum Essen weg. Das wäre also im Kühlschrank vergammelt. Auch, wenn wir es schweren Herzens zurücklassen mussten, so haben wir wenigstens nicht auch noch Verpackungsmaterial verschwendet. Schade drum. Um das Tier.

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