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Gehört beim Metzger

Hab da ja meinen Stammmetzger, bei dem ich mittlerweile fast ausschließlich mein Fleisch und meine Wurst kaufe. Nachdem in diesen Laden maximal vier Kunden gleichzeitig passen, lässt es sich nicht vermeiden, den Gesprächen der anderen Kunden zuzuhören.

Heute live im Warteflur:

Kunde 1: "Wahnsinn, sou warm und die Leut´ stehn scho widder a fürs Fleesch. Manchmal denkste `man, die haben kein Zuhause`" (Anm: Hmmm... und wie ist das so bei IHM?)

Kunde 2: "Tja, die hamm eem ka Hobby. Ich bin ja a nur hier, weil ich wous zum gass keffen  muss." Denke ich mir so: Aha!

K1: "Sach, was kaufstn?"

K2: "Schnidsl. Die Alt will aans hou, da muss ich grenn"

K1: "Bei mia gibds Weißwürschd. Zwa Paar für jedn."

K2: "Ha Ha Ha... Da kann die Alt des saugn übn."

K1: "Ha, Du Blödmoo. Des gezutzl machn doch nur die Affn da undn in Münchn. Mir hamm doch Messer und Goubl, die sinn zu doof für sowas!"

K2: "Ha, sou hab ich des noch garned gseng. Hasta fei Recht!"

Und so lernt der Kunde beim Metzger dazu: Gezuzelt wird nur, wenn man zu dumm für Werkzeuggebrauch ist. Und was sagen die Münchner dazu? Schneiden oder noch immer zuzeln?

Kommentare

  1. Ich bin zwar keine geborene Münchnerin, aber es ist irgendwie doch meine Heimatstadt geworden...

    Nein, die Münchner zutzeln nicht. Mindestens habe ich nie einen gesehen, der das macht.

    Aber diese beiden Herren waren ja auch ziemliche.... ;)

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    1. Siehste, dachte ich mir auch. Hab´ ich ebenfalls noch nicht gesehen. Oder nicht mehr... Gerüchten zufolge sollen die Würste früher weicher gewesen sein, da konnte man das Brät noch per "zuzln" aus der Haut ziehen. Außerdem ist das eine Sauerei, wenn Senf im Spiel ist :-)

      Ja, die Herren waren ziemliche... Ich wette, da war noch keiner auch nur in der Nähe von München.

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  2. Ich habe mir das fast alles übersetzten können, aber was bedeutet "gass"?

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    1. "weil ich wous zum gass keffen" -- "weil ich was zum essen kaufen"
      So mal aus dem Kontext gerissen.

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    2. :-) ))))
      Aaaaalsoooo, ad eins kommt es drauf an WO man die Weißwurst isst!
      im Biergarten z. B. gibt’s koa Besteck! Also mußt’s mit de Finger essn.
      Do is des Zuzeln o gsagt. Ende vo der Wurschtr aufbeissa und nachher
      des Brät mit de Zähn rauszieacha und zwischpaduri immer im süßen Senf
      neidaucha.

      Ad zwei in einem Restaurant oder gutem Lokal wird selbstredend mit
      Messer und Gabel gegessen – auch die Weißwurst!

      Meine persönliche Variante ist die Variante A – der Längsschnitt mit
      der Option für Anfänger: die dürfen die Weißwurst sogar vorher einmal
      quer halbieren, wobei ich die nicht zu verzehrende Hälfte im heißen
      Wasser belasse um sie dann auch noch heiß genießen zu können!

      Übrigens, ein gutes Lokal erkennt man daran, wenn die Weißwürste in
      einer mit heißem Wasser und etwas Petersilie gefüllten Schale serviert
      werden!

      Hier die offizielle Gebrauchsanweisung fürs Weißwurstessen:

      Die Kunst des Weißwurst-Essen beginnt schon beim richtigen Bestellen. Des solltns beachten:

      Regel I. Als Kenner bestellt man immer eine ungerade Zahl. Wer nur eine Weißwurst bestellt, kann sofort aus Bayern ausgewiesen werden.

      Regel II. Zu den Weißwürsten bestellt man ei frisches Weißbier oder auch ein Helles.

      Regel III Eine resche Brezn oder ein Maurer Lowe, oder ein Remisches Weckerl gehören in Bayern zum Weißwurstessen.

      Regel IV. Einen süßen Weißwurst-Senf muss nicht extra bestellt werden, gehört sowieso dazu. Diese ur-bayerische Köstlichkeit erhält ihren typischen Geschmack durch karamellisierten Farinzucker.

      V. Sauerkraut als Beilage oder Ketchup als Ersatz für Senf gilt als barbarisch und frevelhaft!

      Grundsätzlich gibt es in Bayern zwei Arten, eine Weißwurst zu essen: Entweder die urig-bayerische Art mit der Hand = „Zuzzeln“ oder mit Messer und Gabel. Beide sind gleichermaßen zulässig.

      1. Das Zuzzeln
      2. Traditionsbewusste Altbaiern genießen von der Hand in den Mund und zuzzeln das Brät geschickt aus der Haut. Sie ziehen die Füllung mit den Zähnen aus der Haut – eine Methode, die Anfänger leicht der Lächerlichkeit preisgibt, dennoch lohnt sich der Versuch.

      3. Mit Messer und Gabel
      Diese Art des Weißwurstessens ist für alle, die nicht von der Hand in den Mund leben wollen und sich eine gewisse Kunstfertigkeit im Gebrauch von Messer und Gabel zutrauen.

      Variante A – der Längsschnitt
      Schneidet man behutsam die Weißwurst der Länge nach tief auf, ohne sie ganz zu teilen. Klappt die beiden Wursthälften auseinander und schält sie mit einer beherzten Drehung aus der Haut.
      Anfänger dürfen die Weißwurst sogar vorher einmal quer halbieren.

      Variante B – der Kreuzschnitt
      Diese hohe Kunst des Kreuzschnitts wird heute kaum noch beherrscht, weil sie voraussetzt, dass man Anweisungen wie „von links oben im Winkel von 45 Grad nach rechts unten“ oder „von rechts oben im Winkel von 45 Grad nach Links unten“ ob der unbändigen Vorfreude kapiert.

      Meisteresser zerlegen die Weißwurst mit dem Kreuzschnitt. Dabei werden mundgerechte Häppchen mit mehren Einschnitten in Rautenform freigelegt und herausgedreht. Am Wirtshaustisch wird diese Technik nur selten noch bewundert.

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    3. Danke für die ausführliche Anweisung :-)
      Ketchup? Sauerkraut? Das PASST doch nicht mal. Huh...

      Ich mag nur den Senf vom Händlmaier. Den gibt es im Kiloeimerchen. Das brauchts schon ;-)
      Und Längsschnitt mit einem scharfen Messer, ohne in das Brät zu schneiden. Serviert wird IMMER in der Brühe, wie bei Dir beschrieben. Sonst ist es Imbiss.

      Das ist eine Religion wie der katholische oder evangelische Schnitt in das Bratwurstbrötchen. Zur Coburger ein katholischer Schnitt ist ein Frevel!
      LG, Holger

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