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Gedankengänge....

Der Volksmund sagt, dass Menschen, die lange alleine sind, sonderlich werden. Anders ausgedrückt: die verblöden. Kann ich nur zustimmen.

Gut, nachdenken ist nicht in jedem Fall schlecht, so bildet sich ja auch eine Meinung. Oder manchmal entstehen eben die Ideen für die Rezepte dessen, was es in den nächsten Tagen zu essen gibt.

An manchen Tagen aber, da führen die Einflüsse von außen zu Dingen, die mich über mich selbst den Kopf schütteln lassen. Kann ich, weil ja niemand da ist, dem ich das Gewackel erklären muss. Beispiel? Gerne:

Da schaue ich mir den kürzlich aufgenommenen Film "Grendel" an. Hab ich vorher noch nie von gehört, kann gut werden - oder auch nicht. Kurz: der Film ist grottig. Ein Held aus der dunklen Vorzeit, der einen scharf rasierten und getrimmten Vollbart hat. Dafür aber ein Monster, welches... ach, lassen wir das. Wichtiger: da kommt eine Ingrid drin vor. So ein Typ Frau, der wohl universell die Hormone der Männer hochschnellen lässt. Ich für meinen Teil denke da ein wenig auf der Namensgebung im Norden herum, diese setzt sich ja ein wenig anders zusammen als die hier in Mitteleuropa. Sage nur: Endungen auf -dottir und -son. Wie ist das aber mit den Vornamen? Was, wenn die Ingrid einen Siegfried als Mann nimmt? Heißt die Tochter dann Siffgritt? *kopfschütteln* Wäre doch aber möglich, denn "Scrollan" bedeutet in unserer Sprache auch in etwa "Baumelnde".

Blödheit liegt übrigens bei uns leider erblich in der Familie. Mein Vater wollte unbedingt einen deutschen Namen für mich. Hat nix mit Rassismus zu tun, aber bei uns gibt es keine Kevins, Jaquelines oder sonstwas. Also: Holger. Ist aber auch nordisch, hat mit Deutsch nix zu tun. Meine Schwester heißt übrigens Nicole. So ganz deutsch ist das auch nicht. Was solls.

Kleine Anekdote: auch wenn man mir das heute nicht mehr ansieht - ich wäre nach der Geburt fast verhungert. Krankheitsbedingt, nicht aufgrund von Vernachlässigung. Damals hatte ich Glück, ein halbes Jahr vor meiner Geburt wurde eine OP-Technik entwickelt, welche Kindern mit meiner Krankheit erstmals eine Überlebenschance einräumte. Und als Zweiter jemals an diesem Mist Operierter durfte ich die Krankenkasse ordentlich schädigen. Die Ärzte hatten mich also für ungefähr sieben Wochen auf der Intensivstation parken wollen. Aber - siehe mein Name - wenn ich was kann, dann kämpfen, wenn es mir das wert ist. Nach drei Wochen wurde ich also aus dem Krankenhaus geworfen, einfach aus dem Grund, weil ich ein guter Esser wurde und das Gewicht von "Skelettierter" auf "Moppelchen" umstellen konnte.

Mein Vater aber, der war ab dem Tag meiner Geburt für eine Woche nicht mehr gesehen. Zumindest nicht außerhalb seiner damaligen Stammkneipe. Sagen zufolge wurde der komplette Stammtisch eine Woche frei gehalten. Aber, es ist ja nicht so, dass er sich nicht um seine Familie gekümmert hat. Am achten Tag tauchte er wieder am Wochenbett auf und brachte mir mein erstes Geschenk: eine ganze Salami aus Frankreich. Nur für mich, meine Mutter solle darauf achten, dass nur ich die essen würde, niemand sonst. Die Sache mit der Emanzipation war damals noch nicht so weit. Und nein, falls jemand fragen sollte: ich habe die Salami nicht bekommen. Und auch in den Folgemonaten nur spezielle Kost. Nix Gläschen, nix Brei. Was vielleicht auch erklärt, warum ich noch heute Grießbrei liebe. Der mit Bananengeschmack steht ganz oben. Oder mit warmer Milch, Butterflocken, Zucker und Zimt. Und Rosinen.

So, genug blöd geschmarrt, jetzt kommt "Rookie Blue". Nicht so toll die Serie, aber die Missy Peregrym ist nicht die Hässlichste auf diesem Erdenrund ;-)


Kommentare

  1. Das mit der Salami ist jetzt deinem kruden Hirn entsprungen, oder? Sag, dass das nicht stimmt... Bitte...

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    1. Naja, mein Vater ist noch aus der Generation, in der die Kindererziehung - und die Aufzucht - Frauensache war. Windeln hat er nie gewechselt, die Aufgaben waren klar geteilt. Woher hätte er auch wissen sollen, was Kinder essen?

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  2. Harte Story.

    Mein Vater wollte unbedingt sofort auf die Geburt meiner Tochter "anstoßen" gehen. Nächsten Tag, als ich Frau und Kind im Krankenhaus besucht habe, haben die mir ein eigenes Bett und ein paar Nierenschalen gegeben. Hätte mich nicht gewundert, wenn ich noch eine Salami in der Tasche gefunden hätte. Einen Backstein hatte ich. Werde wohl nie erfahren woher.

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    1. Einen Backstein? Wahrscheinlich willst Du das nicht einmal wissen ;-)

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  3. Hmmm, Dein erster Satz zu diesem Post bereitet mir derzeit gerade mittlere Kopfzerbrechen, wie ich mein weiteres Leben - genau 'deswegen' - handhaben soll !
    Man(n) verliert leicht seine Kompatibilität! Und schrulliger/seltsamer wird man sogar mit zunehmendem Alter trotz liebevoll lenkender Hand zur Seite.
    Ich stimme Dir zu: auch Alleinsein hat zwei Seiten; eine Positive wie auch eine Negative.



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    1. Im Moment bin ich der festen Überzeugung, dass eine Frau nichts mehr für mich ist. Ist mir einfach zu blöd. Dann lieber gepflegt in die Schrulle.

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