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Da sparste nix....

Anruf von der Tante. Die Gute hat sich vor vier Jahren einen Luxuswagen gekauft, einen Dacia Sandero 1,4 MPi. Mal kurz abschweifen: wenn man auf dieses "1,4 MPi" von rechts schräg drauf schaut, dann liest sich das im Vorbeigehen "Lumpi". Nur mal so.

Also, wir reden hier von einem zwar recht soliden, aber auch sehr günstigem Auto. Laut Liste werden 6.990 Euro aufgerufen, als Extra war nur ein Metalliclack geordert. Wie auch immer, das Ding fährt flott, nur die Bremsen sind ein wenig eine Zumutung. Dafür aber auch im Rahmen des Preises. Und wer will in so einem Auto schon gerne alt werden ;-)

Eine Zumutung sind allerdings die Kosten, die meiner alleinstehenden Tante aufgebürdet werden. Im ersten Winter, das Auto war da schmale drei Monate alt, offeriert man ihr, dass für die "Winterfestmachung" nicht nur das Waschwasser mit einem Zusatz versehen wird, es "muss" auch die Kühlerflüssigkeit raus und gegen eine Winterfeste Mischung getauscht werden. Und neue Scheibenwischer für den Winterbetrieb. Bitte? Und dafür sollen 210 Euro fällig sein? Rückfrage beim Händler (allerdings durch die Tante!): "Ja, das hat seine Richtigkeit, das Auto wurde im Sommer ausgeliefert!" Was bedeutet - ab dem Gefrierpunkt ist damit zu rechnen, dass das Auto kaputt geht. Der Kühler kann dann spontan vereisen. OK, wenn sie nicht hören will - bitteschön. Die Werkstatt bringt es also fertig, die arme Frau gnadenlos abzuzocken. Könnte man sagen: selber schuld.

Auch selbst schuld daran, dass die Abwrackprämie, welche damals vom Staat gewährt wurde, dem Auto zwar zugeteilt, jedoch nie auf den Kaufpreis angerechnet wurde. Auch hier wieder: mehr als reden kann ich nicht, wenn sie nicht hört: bitteschön. Was sind schon 2.500 Euro, man (oder Frau) hats ja so dick. Und für die Entsorgung des Altwagens hat sie auch nur 300 Euro zahlen müssen. Man kann es nicht glauben, aber so wird gearbeitet. Das hätten die mal mit der Vanillelady machen sollen, die hätte den Laden zerlegt :-)

Das Auto ist dann irgendwann mal so um die eineinhalb Jahre alt. Anruf vom Kundenservice des Importeurs, ob denn nun ihr Auto endlich dicht wäre und der Wassereinbruch gestoppt. Viele Fragezeichen im Gesicht der Tante, denn das Auto war zwar billig, aber auch dicht. Die Werkstatt hat jedoch zwischenzeitlich vier(!) Kulanzanträge beim Importeur gestellt, weil vorne rechts im Fußraum regelmäßig Wasser stehen soll. Komisch nur, dass die Tante davon nie etwas mitbekommen hat. Keine Fische im Auto, nicht mal ein Tröpfchen Tau am Morgen. Kurz mal unter die Matte geschaut: zwar fast blankes Blech, aber kein Rostpickelchen. Und schon gar keine aktuelle Feuchtigkeit. Ein Schelm, der..... Der Importeur hat dann bei der Rückfrage durchblicken lassen, dass da wohl öfter mal ein Kulanzantrag nicht ganz innerhalb der Spielregeln läuft.

Winter heißt ja auch, dass es bei uns in der Region gelegentlich schneit. Es flöckelt etwas, richtig Schnee fällt ja kaum noch. Tantchen fährt bei Schnee nicht. Bei Eis schon gar nicht. Was also bedeutet, dass das Auto im Winter eher ein AutoINmobil ist. Trotzdem gibt es Reifen und Felgen, die nach der Rechnung (870 Euro!) eher Premiumteile sind. Kumho steht auf dem Reifen des Formates 185/65/15 und die lümmeln sich auf Stahlfelgen. Dank der 55kW laufen diese auch eher nicht Gefahr, sinnlos abgebrannt zu werden. Kurz Frau Google bemüht, der Komplettsatz war damals zu 350 Euro in etwa zu haben. Mit Versand an einen Händler nach Wahl vor Ort. Tantchen wird erzählt, dass da beim Händler die Montage auf die Felgen, das Umstecken, das Lagern und die Venitel incl. Kappen(!) mit dabei sind. Und sie ist somit fein überzeugt. Es lebe die Verkäuferschulung.

In den letzten Monaten war eher Ruhe, ein wenig Tüv, da wurde mir aber nicht von erzählt, kann mir gut vorstellen, warum.

Heute kommt LaMama zu mir, ganz aufgeregt. "Musste dir mal vorstellen, die Durchsicht für den Dacia kostet ja sooo viel..!" Ob der vierstelligen Summe wird mir schwindelig, auch wenn mal als Fahrer eines Dreibuchstabenautos aus bayerischer Produktion doch einiges gewohnt ist. Anruf bei Tantchen - die Auskunft beschränkt sich darauf, dass sie den Kilometerstand zwischen 1.100 und 70.000 km vermutet. Kein Scherz, sie weiß es wirklich nicht. Ich tippe auf ungefähr maximal 24.000 km, die sie in den vier Jahren bewältigt hat, die Versicherung wurde erst kürzlich auf 6.000 km Jahresleistung umgestellt, den Briefverkehr dazu habe ich geführt.

Auf Nachfrage in der Werkstatt, was denn am Auto kaputt ist, kann die Frau am Service (erst nett, dann nicht mehr so sehr) mir nur sagen, dass ein Teil für 800 Euro(!) im 4-Jahres-Turnus getauscht werden muss. Hmmm... Da fällt mir nur der Zahnriemen ein. Kurz mal wieder im I-Net geschaut und siehe da: erst einmal heißt das Ding bei Dacia "Keilrippenriemen". Der ist auf dem Ersatzteilmarkt für um die 40 Euro zu bekommen. Und der muss unbedingt nach vier Jahren getauscht werden. Oder nach 90.000 km. Kurze Nachfrage: wie viele Kilometer? 16.200 Gesamtfahrleistung. Ah ja... Dann doch so viel? Gegenstelle: "Wenn das nicht gemacht wird, dann kann der jeden Tag reißen und dann ist der Motor kaputt, das wird noch teurer, der kostet um die 4.000 Euro!" Ja, klar.... Gebraucht ohne Anbauteile (welche denn auch???) werden um die bis zu 1.300 Euro aufgerufen.

Naja, also einmal "Keilrippenriemen", einmal Durchsicht und einmal Hochleistungsöl(!) auf der Rechnung, würden dann 1.100 Euro in etwa ausmachen. Stolze Preise für ein Billigauto.
Ach ja, bei meinem Anruf beim Händler, warum die Preise so stramm wären, sich doch krass in Gegensatz zum Günstig-Ruf verhalten und wie man auf die Idee kommt, dass bei 16.000 km der Riemen quasi sofort reißen wird, wenn die Tante den Hof verlässt und er nicht gewechselt wird, wurde mir recht patzig mitgeteilt, dass doch bis 13 Uhr die Werkstatt zu erreichen wäre und der Auftrag stoppen ginge. Bin mal gespannt, ob sie den Auftrag trotzdem gibt. Ich tippe mal auf ein leises "Ja" ;-)

Kommentare

  1. Hm, billig heißt nicht unbedingt günstig...

    Leider ist alten Leutchen der Aufand und die Nerven zu viel um sich dagegen zu sehren..

    Schade, wirklich schade.

    Im Grunde tun mir aber auch die Leute bei der Werkstatt leid, weil die dazu angehalten sind solchen Schrott auch noch zu verteidigen. Das macht bestimmt keinen Spaß und endet sicherlich so manches mal in Pampigkeit...

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    1. Naja, ich habe ja dort für sie angerufen, sie hätte einfach nur sagen müssen "Machen wir, wie mit meinem Neffen vereinbart." Nicht mehr, nicht weniger.

      Die Werkstattleute DORT tun mir nicht leid. Die, mit denen der Kunde Kontakt bekommt, die wissen genau, was und wie sie es sagen müssen. Und das Pampige kam daher, weil sie sich erwischt gefühlt hat.
      Dummerweise versteckt sie sich da hinter einer "Kann"-Regelung. entweder 90.000 km ODER nach vier Jahren. Aber mal ehrlich, das Ding sieht aus wie Neuware, hat gerade mal 16.000 km runter. Selbst wenn es den zerreissen würde, dann ist ein Tauschmotor nur wenig teurer. Kalkulierbares Risiko also.

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  2. Hach ja... Wäre echt ein Fall für Ede Zimmermanns: Nepper, Schlepper, Bauernfänger... Unglaublich!

    LG

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    1. Ja. Und vorhin habe ich erfahren, dass das wohl schon länger die Masche der Werkstatt ist.
      Gruß

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  3. Uff,
    dann streiche ich den auf jeden Fall von der Auto-in-Aussicht-Liste, Dacia stand eh ganz unten

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    1. Das Auto ist nicht so schlecht. Die Werkstatt ist aber mies. Leider steckt man da vorher nicht drin.

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