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Wer kann das Ahnen?

Da bekomme ich wortlos ein Päckchen zugeschoben. Postkarten, Bilder, Briefe. Von meiner Oma, aus dem Nachlass, den eine Tante von mir verwaltet. Vor langer Zeit habe ich schon einmal darum gebeten, mir ein wenig über die Familie zu erzählen, ein paar Fotos zur Verfügung zu stellen. "Ne, gibt es keine...!" So hatte ich schon abgeschlossen. Und dann das! Zurück bis zu den Ururgroßeltern reichen die Fotos, die teilweise auch aus heutiger Sicht eher belustigend sind. Und einige Fotos geben aufgrund der Aufschriften und Orte der Fotostudios auch kleine Hinweise, wo die Wurzeln liegen.

Hier mal zwei Fotos, die ich besonders krass fand. Leider kann ich nur eine Person identifizieren. Aber, ich bleibe dran.

Noch unbekannte Familie, akkurater Haarschnitt

Ururgroßmutter, irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts

Kommentare

  1. Das ist so cool. Der Ehemann und das Kind haben vor Jahren mal eine digitale Familienchronik angelegt und alle Fotos dazu eingescannt, die wir irgendwie bekommen konnten. Meine Mutter hatte da ungeahnte Quellen und der Vater vom Ehemann auch, so dass die Kinder nun von beiden Familien einen ordentlichen Stammbaum haben. Überhaupt gabs bei der Fotoaktion auch viele schöne Familiengeschichten und Familiengeschichte.
    Wir sind übrigens die überlegene Elite. Schließlich haben unsere Vorfahren seit Adam und Eva alle überlebt - zumindest bis zur Reproduktion. Tja, nur die Harten kommen in den Garten.

    Damals hat man sich für Fotos noch extra schick gemacht und das eine Studiofoto sagt mehr über unsere Vorfahren aus als alle tausende Schnappschüsse von uns zusammen.

    Grüße! N.

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  2. Nelja, das hat zwar zwei ganze Tage gedauert mit dem einscannen, aber das war es das wert. Und wenn man mal die Detailgenauigkeit bei der S/W-Fotografie ansieht, dann ist das faszinierend.

    Du hast Recht, was das "Zurechtmachen" angeht. Kein Foto ist dabei, welches unbedacht "geknipst" wurde. Heute? Einfach draufhalten, das Beste nehmen und gut. Lustig fand ich auch, dass gerade auf den alten Bildern (ich habe die mit höhstmöglicher Auflösung gescannt) Dinge am Bildschirm zu sehen sind, die auf den Papierfotos glatt entgehen. Die Hintergründe, der verschlissene Boden, manchmal auch Spiegelungen. Einfach toll.

    Schade finde ich nur, dass ich keine oder kaum Geschichten zu den Bildern erfahren werde. Scheinbar hat dieser Zweig der Familie in der braunen Zeit leider eine besondere Treue zum Regime bewiesen. Keine Fotos, keine Antworten auf Fragen. Aber, nach dem Krieg erfolgreich "entnazifiziert". Was solls, ich kann nicht für die Taten der Vorfahren büßen.

    Mal sehen, was ich von väterlicher Seite mal an Fotos bekommen kann. Ein einziges Foto habe ich von meinem Vater, kurz nach dem Krieg, als er als 10jähriger schon hart mitarbeiten musste. Oft habe ich Tränen in den Augen, wenn ich sehe, wie glücklich er das wirkt und trotzdem keine Kindheit hatte.

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  3. cool, ich könnte mir stundenlang alte Fotos angucken.
    Finde ich total interessant!

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    1. schuschan, ich bin erst mal bedient. Vielleicht dann in der nächsten Woche wieder ;-) Hab schon ganz eckige Augen.... ;-)

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  4. Das sind ja schon Schätze. Ich fand es immer seltsam auf dem Flohmarkt oder im Sperrmüll alte Fotos zu finden. Das sind doch Erinnerungen die dann verschwinden. Aber wahrscheinlich gibt es da niemanden mehr, den das interessiert. Es muss auch schrecklich sein, wenn das Haus abbrennt und dann sowas alles weg ist.

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    1. Da denke ich auch oft dran. Alles geht ersetzen, aber Bilder kann ich ja nicht kaufen. Kann man nur hoffen!

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