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Bratznkind und Bratznerwachsener

Alle paar Wochen trägt es sich zu, dass ich Sonntags Besuch von einer Familie bekomme. Ein Drittel davon ist mit mir verwandt, zwei Drittel sind einfach nur nervig.

Da hätten wir also den Vater des BKs, der neue Freund meiner Schwester. Auch schon über ein Jahr mit ihr zusammen. Immer auf Konfrontation. Meine Abhilfe: gar nicht reagieren.

Das Kind ist aber schon schwieriger. Oder besser: noch schwieriger. Ein kleiner Tyrann, der nur dann, wenn er bekommt, was er möchte, Ruhe hält. Ernährt sich von Säften und anderen süßen Getränken, wird mit Süßigkeiten und Kuchen stillgestellt. Richtiges Essen? So gut wie nicht. Dummerweise lässt sich der Kindsvater aber auch jedes Mal wieder breitklopfen. Dezente Hinweise auf die in meinen Augen falsche Art von Ernährung einer Vierjährigen werden nicht berücksichtigt. Auch nicht die meiner Schwester und schon gar nicht die meiner Mutter.

Die Krönung beim letzten Besuch war, dass das Kind zwar selbstständig auf das Klo geht, danach aber den "Paaaaaaaaapaaaaa!!!!!!" ruft. Der rennt. Und kommt zurück, um meine Schwester zu bitten, seinem(!) Kind den Hintern abzuputzen. Nur zur Erinnerung: das Kind ist nicht ihres, es selbst und der Vater tun ihr Bestes, meine Schwester zu nerven und zu drangsalieren. Ist so. Meine Schwester verneint natürlich, dem Balg den Hintern zu reinigen, schließlich ist es alt genug. Wutentbrannt rennt also der Kindervater wieder zurück und reinigt.

Auf meine Frage, warum sie denn noch nicht selber....? bekomme ich die Antwort, dass ich wohl keine Ahnung von Erziehung habe und ein Kind erst mit gut acht Jahren selber den Hintern abputzen kann. Das war mir wirklich neu. Was soll ich dazu sagen, außer staunen? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mit dem Eintritt in die Schule mit sechs Jahren bereits des Anziehens, des Klogehens und des Schuhe Zubindens mächtig war. Und das nicht erst mit dem Tag des Schuleintritts.

Meine Schwester erklärt mir in einer stillen (eher unbeobachteten) Minute, dass auch zu Hause so ähnliche Dinge ablaufen. Dass er erst in der letzten Woche die Tochter wie einen Säugling auf dem Boden liegend abgewischt hat. Ich wundere mich über sowas nicht mehr, der Mann ist einfach unbelehrbar. Und das Kind Psycho. Könnte vielleicht daran liegen, dass es bei 18 kg Körpergewicht täglich mindestens 2,5 Liter Limonade und Saft trinkt. Um dann wieder eine Milchschnitte oder ein Stück Kuchen nachzuwerfen. Und das abwechselnd. Das Kind ist nur am herumrennen und frech wie Rotz. Da fehlt einfach die führende Hand, die auch einmal die Grenzen aufzeigt und sagt: "Bis hierhin und nicht weiter!". Die fehlt aber. Bis er dann wieder hilflos herumbrüllt.

Und wer Abends vor dem zu Bett gehen noch schnell 0,7 Liter Flüssigkeit zu sich nimmt, der muss in der Nacht auch oft raus. Das Kind hat sein Zimmer im Erdgeschoss, direkt neben dem Gästeklo. Welches sie tagsüber ohne Probleme auffindet. Nur Nächtens wird erst in den ersten Stock gestiegen, am Bett das Schreien(!) angefangen, bis Beide im Bett sitzen. Und dann muss es auf das Klo begleitet werden, welches es plötzlich nicht mehr findet. Kleiner Terrorzwerg. Ich freue mich schon auf den Besuch morgen.

Dann bekomme ich heute einen Anruf, in dem ich des Lügens bezichtigt werde. Was war geschehen? Für einen Kumpel mache ich die Drecksarbeit und eigentlich fast Alles, was es für die Eröffnung seiner neuen Firma braucht. Dabei bin ich im Moment am Verzweifeln, weil er den ARSCH NICHT HOCH BEKOMMT! Alles muss mehrmals besprochen werde, totdiskutiert - und dann anders erledigt, als wir es besprochen haben. Auf Details gehe ich hier nicht ein, weil es sich um fremde Betriebsinterna handelt.

Kürzlich - er hat die Planungen und Vorarbeiten gut ein halbes Jahr vor Allen und Jedem geheim gehalten, hat er sich seinen Eltern offenbart. Die wussten weder von seinem Umzug noch von der Kündigung seiner sicheren Beamtenstelle noch von den Planungen zur Selbstständigkeit. Und ich sollte doch bitte dem Kumpel erzählen, was geplant ist. Dem Kumpel, der ein Schulkollege und Kartkumpel ist, der uns erst bekannt gemacht hatte. Ich hatte da schon Gewissensbisse, ihm gegenüber nicht einmal eine Andeutung machen zu dürfen. Ich hatte nun aber grünes Licht, ihn in Kenntnis zu setzen. Scheinbar hat sich der sich selbstständig machende Kumpel davor gedrückt. Was für einen Chef schon lausig ist. Aber, es ist, wie es ist.

Ich erzähle da also die Rahmensachen, nur prinzipielle Dinge. Details gibt es noch heute keine, da werden wir wohl noch oft diskutieren müssen. Für jede Kleinigkeit braucht es Tage, wenn nicht Wochen, bis zur Entscheidung. Der Kumpel, dem ich das also erzählen durfte, der ruft mich heute leicht aufgebracht an. Hat doch der Existenzgründer einige Dinge abgestritten, u. A. auch den neuen Wohnort. Und mich wie einen Lügner dastehen lassen. Dumm nur, dass es bereits Internetseiten gibt, die davon zeugen und an seiner neuen Wohnung auf der Name steht. Aber, eine dumme Situation war das schon. Und das nächste Gespräch zwischen uns läuft sicher anders ab, als er sich das denkt. Ich habe die Schnauze voll von sowas.

Kommentare

  1. Zwei Baustellen, beide nicht deine aber irgendwie doch.
    Da kann ich nur sagen (wie so oft): Was ist das Gegenteil von gut? Gut gemeint - Setze Grenzen und halte sie ein, sonst wirst du verbraten mit Haut und Haaren ehe du "Hallo, ich war's gar nicht!" sagen kannst. In beiden Fällen.

    So weh es tut, deine Schwester muss selbst an IHRE Toleranzgrenze kommen.
    Der Neuselbständige muss sein eigenes Lehrgels bezahlen (ist vvl. gar nicht so gut, ihm alles ab zu nehmen).

    Trotzdem ein schönes Wochenende! Grüße! N.

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  2. Bei der "Neufamilie" habe ich schon gegrenzt :-)
    Und mit dem "Neuunternehmer" werde ich ein ernstes Gesprächführen müssen.

    Auch Dir ein schönes WE
    H.

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  3. boar .....mehr fällt mir dazu nicht ein ..zu beiden Themen nicht .....aber ich weiss ganz genau das ich auf beides keine Lust hätte ;-)

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  4. Das arme Kind! Ich will nicht sagen, dass ALLES ein Produkt der Erziehung ist, aber das Meiste. Und bei dem Kind ist es offensichtlich. Die wird noch sowas von anecken, wenn sie erstmal in der Schule ist und später im Beruf. Schlimm, dass die Menschen es nicht einsehen, dass sie einem Kind mit so einer "Erziehung" keinen Gefallen tun.

    Der Neuselbständige is ja auch mal ein toller Typ... Wie kann man nur? Weiß der eigentlich, was er an dir hat? Bestimmt nicht...

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  5. Das Kind findet auch so schon kaum Freunde, ist eher auf den Vater bzw. die Mutter fixiert. Aber, was soll ich mir den Mund fusselig reden? Ich habe keine Kinder und werde so sowieso nicht als Diskussionspartner anerkannt.

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  6. Ich kenn die zwar nicht, die Eltern, aber selbst wenn Du zwölf wohlgeratene Gören hättest würden die nicht auf dich hören und auch auf sonst keinen. Glaub ich. Gggggrrrrr, denen möchte ich am liebsten so richtig in den Ar*** treten. Aber mach was dran... Auch später, wenn die erkennen, dass das Kind nicht so ist wie es gut wäre, niemals würden die sich die "Schuld" daran geben. Traurig.

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  7. Na, ich hoffe doch, dass sich "später" dann nicht mehr in und um mein Leben abspielt ;-)

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