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Gunther Sachs ist tot - Freitod als Ausweg vor Alzheimer?

Gunther Sachs ist tot. Naja, ist halt so, zumal er seine Hochzeiten hauptsächlich vor meiner Geburt hatte. Und geglänzt hat er wohl dadurch, dass ihm die Frauen zu Füßen lagen. Wie auch immer.

Gestern dann ist es erstmals als Gerücht durch das Internet gegeistert. Selbstmord. Warum? Konnte noch niemand sagen. Heute dann hat die Familie im Rahmen einer Pressekonferenz auch den Abschiedsbrief veröffentlicht. Die Rede in diesem ist von der unheilbaren Krankheit A. Alzheimer? Der Schluss liegt nahe, denn er hat in selbigem Brief auch Symptome aufgezeigt, die teils schon vorhanden sind, teils noch nicht - aber zum Krankheitsbild gehören.

Es klingt vielleicht grausam, aber der Herr Sachs hat das Einzige getan, was in solch einer Situation für mich verständlich ist. Er hat sich bei freiem Willen und in der Lage noch klar zu denken das Leben genommen.

Wer hier ab und zu mal mitliest, der weiß, dass mein Vater an Alzheimer-Demenz erkrankt ist. Noch dazu an einer Form, die sehr schnell fortschreitet und aggressiv verläuft. Innerhalb von eineinhalb Jahren ist mein Vater von einem noch recht agilen und teils selbstbestimmten Mann zu einer Fleischhülle verkommen, die unkontrolliert einnässt, einkotet, nicht mehr spricht, weder uns noch die Umgebung wahr nimmt und sein Essen unkenntlich püriert bekommt. Mein Vater hat immer geäußert, so nicht vegetieren zu wollen, sich vorher das Leben zu nehmen. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, ich würde es ihm gerne ermöglichen, wenn es eine legale Möglichkeit dazu gäbe. Quasi als letzten Dienst. Mein einziger Trost ist, dass er seinen Zustand nicht mehr wahrnehmen kann.

Wer jetzt wissen möchte, ob evtl. ein erhöhtes Risiko besteht an Alzheimer zu erkranken, der sollte zumindest auf die LDL- und HDL-Werte im Blut achten und auch den Homocysteinwert checken lassen. Ärzte wissen bislang nur selten die Zusammenhänge und untersuchen in der Regel den Homocysteinwert nicht.

Kommentare

  1. Also, erlauben Sie mir die Anmerkung, dass die Reduzierung des Erkrankungsrisikos auf einzelne Blutwerte den Blick für das Wesentliche trüben kann und eher der Pharma- und Medizinindustrie in die Hände spielt, die damit ihre Geschäftsinteressen in den Vordergrund stellen will.

    Keine Frage, das, was Ihrem Vater widerfährt, ist tragisch und das möchte man niemandem wünschen. Wir hatten uns zu dem Thema ja auch vor einiger Zeit schon einmal ausgetauscht.

    Wir sind selbst von ähnlichen, zum Glück nicht so tragischen Fällen betroffen, hier zeigt sich, dass die Erkrankung in einem Gutteil in Erbmasse, aber auch in jahrzehntelangem persönlichem Verhalten, wie Sport, Essen, Trinken, Lebenseinstellung, ... begründet sein kann.

    Ich bin daher der Meinung, dass man diese Erkrankung nicht so einfach aufhalten kann und dass die Ursachen durchaus tiefer liegen können, als nur in einzelnen Blutwerten.

    Die Betonung liegt auf "Kann", weil man es nicht genau weiss, aber doch eher wahrscheinlich ist, wenn man die Parallelitäten der Fälle betrachtet.

    Ich glaube, die Versuche der Medizin, dagegen zu steuern, sind Kämpfe gegen Windmühlen, die wir nicht gewinnen können und wir durch "Therapien", die eine Heilung oder Linderung zumindest in Aussicht stellen, nur Geld und die Betroffenen Lebensqualität einbüßen, ohne tatsächlich etwas zu gewinnen.

    Der Mensch hatte bis vor einiger Zeit eine Lebenserwartung von ca. vierzig Jahren. Die Gebrechen, gegen die wir heute kämpfen und die ein Gutteil unserer "Gesundheits"kosten ausmachen, treten auch heute noch n.a.c.h. vierzig auf.

    Vielleicht, nein, sicherlich ist die Evolution noch nicht so weit, für die plötzliche Verlängerung der Lebenserwartung den geeigneten Körper zur Verfügung zu stellen.

    So lange werden wir wohl noch auf Pflege und Pillen angewiesen sein.

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  2. Da stimmen wir zu 100 % überein. Und doch sind diese Werte zumindest erste Anhaltspunkte, die vielleicht als Frühindikatoren zu sehen sind. Jeder Wert für sich alleine betrachtet bringt sicher nur in Ausnahmefällen eine sichere Diagnose. Aber gerade Alzheimer/Demenz steht ja noch am Anfang und jeder Ansatzpunkt ist wichtig.

    Früher wurden die Menschen tatsächlich früh abberufen und hatten nicht einmal die "Chance" an den sogenannten Zivilisationskrankheiten zu erkranken. Und wenn mal einer/eine über die sechzig hinaus kamen und an Demenz litt, so wurde es aus Unwissenheit als Altersstarrsinn oder Verwirrtheit abgetan. Und ohne Hilfe hatte sich dies dann ja auch für diese Menschen recht schnell erledigt.

    Auch ich glaube, dass wir mit der Medizin die Evolution starkt überfordern. Wir reizen die Lebenszeit aus, ohne die damit einhergehenden Krankheiten in den Griff zu bekommen. Heute erst habe ich gelesen, dass gut 200 Kliniken (gut 10 % der deutschen Zentren) vom Pleitegeier umkreist werden. In der Zukunft werden wir uns also wohl eher auf eine Verschlechterung als auf eine Besserung in der Pflege einstellen müssen. Auch die Heime sind teilweise stark überfordert im Umgang mit Dementen.

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