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Blucom GmbH, Stockelsdorf - Vertrag gegen den Willen

Vor gut einer Woche hat FrauDSL auf ihrem Handy einen Anruf bekommen, der von einer Service-Hotline ausging. Gefragt wurde, ob man denn mit dem Gewinnspiel einverstanden sei und dieses verlängert werden solle. FrauDSL war sehr direkt in der Absage und hat es auch vermieden, ein "Ja" oder ähnliches von sich zu geben.

Trotzdem waren wir auf der Hut, nachdem uns schon einmal so ein Vertrag aufgeschwatzt werden sollte.

Heute dann kamen zwei Briefe von der Firma Blucom GmbH aus Stockelsdorf. Inhalt: Dankschreiben und Vertragsunterlagen für zwei Zeitschriftenabos.

Vertrag Nr. 1:
Vertrag Nr. 2:


Muss ich sagen, dass sofort ein Widerruf rausging? Im Internet ist momentan noch nichts über Blucom zu finden, außer, dass es sich um eine Art Weboptmierer handelt. Auch die Geschäftsführerin, Selma Kahriman, ist nicht negativ aufgefallen. Wahrscheinlich dürften sich aber diese beiden Umstände in den nächsten Tagen ändern. Und weil man ja auf alles gefasst sein muss, haben wir je eine Kopie an unseren Anwalt und den Rechtsschutz gesendet. Man weiß ja nie.

Nun sind wir in solchen Sachen recht firm, haben das rechtliche Grundwissen, können entsprechende Formulierungen abfassen und verfügen auch über die Technik, diese schnell abzusetzen. Was aber, wenn es ältere Menschen trifft? Da wird so eine Aktion auf fruchtbaren Boden treffen, zumal eine einzelne Ausgabe der Zeitschrift Bianca mit 5,30 € in Rechnung gestellt wird. Hurra, da wird aber ordentlich verdient.

Jetzt warten wir einmal ab, wie sich die Sache entwickelt, das Konto steht nun unter besonderer Überwachung und wir sind auf alles gefasst.

Besonders lustig finde ich auch den Datenschutzhinweis, der, auszugsweise aus dem Vertrag, wie folgt mitteilt: "Eine Übermittlung Ihrer Daten an Dritte erfolgt ausschließlich im Rahmen der Vertragserfüllung an BMD-Firmen, eine Dienstleistungsfirma sowie deren IT-Dienstleister." Klartext: da ist noch mehr im Busch, wir werden wachsam sein. Unser Tipp: unbekannte Nummern und Nummern, die offensichtlich von Servicefirmen genutzt werden einfach wegdrücken und sich Ärger sparen. Obwohl, wir haben ja auch schon von Verträgen gehört, die abgeschlossen wurden, ohne den Adressat zu erreichen.

Kommentare

  1. in Kroetenborn ist vor kurzem so ein Callcenter verurteilt worden ...genau die gleiche Masche ..Leute anrufen ...und dann die Antworten so wie sie passen ausgeschnitten und mitgeschnitten worden! Unglaublich dreist! Die rufen an und fragen" wollen sie das Gewinnspiel kündigen" ......da man es nie abgeschlossen hat sagt man "ja" ...usw! Voll die Abzocke!

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  2. Die Frage, was alte Menschen in so einer Situation machen stelle ich mir auch immer.

    LG

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  3. @ paderkroete: Da liegt ja der Hase im Pfeffer: wir haben mit aller Macht ein "Ja" oder eine sonstige Zustimmung vermieden. Auf die Frage, ob wir kündigen wollen, haben wir gesagt: "Bitte kündigen, wir haben nie daran teilgenommen" Natürlich wurde versucht, uns eine Zustimmung zu entlocken. Frechheit durch die Bank.

    @ Manu: Vor kurzem ging ein Bericht durch die Medienwelt, in dem über einen Mann berichtet wurde, der jährlich 13.000 Euro für solche Sachen bezahlen musste. War komplett hilflos, ist fast verhungert.

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  4. Also, meinem Vater, Pflegestufe und leicht dement, haben sie auch am Telefon eine Glückspielteilnahme über 9,95 Euro pro Woche (!) verkauft, Abbuchung über die Telefonrechnung, was natürlich besonders perfide ist.
    Trotz Widerspruch bei der Telekom, die hier als Dienstleister auftritt, wurde das Spielchen drei Monate so gemacht.

    Tja, Blucom ist noch unauffällig, aber die "PVZ Stockelsdorf" dafür umso weniger, wenn Sie danach googeln. Was ich dem PVZ-Geschäftsführer, aber auch J. B. als Verlagsgeschäftsführer der "Bild der Frau" schreiben würde, können Sie sich sicherlich vorstellen ...

    Haben Sie eigentlich schon mal über eine Anzeige der Service-Hotline wegen unerlaubtem Anruf nachgedacht?

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  5. @ Blogspargel: Krass, was diese Verbrecher sich erlauben. Und noch krasser ist, dass der Verbraucher so allein gelassen wird. Blucom und PVZ scheinen ja trotzdem irgendwie zusammen zu gehören, zumindest arbeiten die eng zusammen. Die Briefe an die Verlagsgeschäftsführer beider Zeitungen sind per Email raus, aber ich denke, da wird sich wenig tun.

    Bei der Hotline habe ich angerufen und auf den Busch geklopft, gedroht, ich würde es der "BILD" zur Verfügung stellen. Antwort: Gelächter und die Aussage, dass man auch für die Bild vertreibt, die würden da sicher keinen Staub aufwirbeln und sich in das eigene Fleisch schneiden. Bin trotzdem versucht....

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  6. Also, ich habe die Erfahrung gemacht, dass E-Mail gerne "abgelegt" wird und Beschwerden bei der Hotline, meist kostenpflichtig, abperlen, da dort geschulte Mitarbeiter sitzen, die gelernt haben, einen ablaufen zu lassen.

    Wie will die Firma im übrigen einen Geschäftsabschluss rechtswirksam belegen? Eine Unterschrift haben sie nicht. Ein Hinweis auf ein Telefonat oder - besser noch - ein aufgezeichnetes Gespräch (wurde vorher auf die Aufnahme hingewiesen?) erleichtert die Anzeige wegen ungenehmigtem Telefonanruf.

    Wie die Erfahrung auch zeigt, sind die Kreditinstitute von Abzockern nicht begeistert, als Hausbank mit eben denjenigen in Verbindung gebracht zu werden. Eine Anfrage bei der Revisionsabteilung der Bank ist hier am wirkungsvollsten. Die Anfrage über diesen Weg kann der zuständige Sachbearbeiter in der Filiale nämlich nicht ignorieren.

    Glückauf! Ein interessanter und dankbarer Fall. Wie komme _ich_ zu einem Anruf von diesen Drückern?

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  7. Ist echt schlimm, was manche Leute versuchen.
    Mein Freund wollte mal in einem Callcenter in Köln (am Cinedom, Mediapark) anfangen.. das ist auch der reinste Verbrecherladen!

    Es lief so ab, dass man Leute anrief.. man musste sich grundsätzlich einen falschen Namen ausdenken, dann fragte man die Leute, wie ihnen das Gewinnspiel gefällt und ob sie zufrieden sind. Natürlich wissen die Leute von keinem Gewinnspiel.. dann sagen die Mitarbeiter "Kein Problem.. sagen sie mir doch ihre Kontodaten, damit ich sie hier rauslöschen und kündigen kann..".

    So in der Art, falscher Vorwand um an die Kontodaten zu kommen.. mein Freund war echt geschockt von seinem "Bewerbungsgespräch". Alte Leute wurden oftmals verbal erpresst und sehr unter Druck gesetzt.

    Der Lohn war sehr hoch .. aber ich denke nicht, dass die Leute da wirklich so viel verdienen!

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  8. Hab heute auch ein Schreiben der Firma Blucom bekommen. Wir hätten eine Zeitschrift aboniert, was wir natürlich nicht haben. Hab per Mail widersprochen. Natürlich hab ich versucht mit Blucom zu telefonieren. Der Teilnehmer war nicht zu erreichen. War erschreckend zu lesen was das für eine Firma ist. Mir wurde am Telefon zugesichert das ich eine schriftliche Bestätigung meines Widerspruchs bekomme.

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  9. Hallo Hans, am besten gleich einen Widerspruch hinterherschicken, mit Einwurfeinschreiben (wichtig!) aufgeben. Und gut den Bon von der Post aufheben, vom Postmann drauf schreiben lassen, wohin das Schreiben ging. Viel Glück damit!

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