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Back to the roots

Bei dem Titel fällt mir ein, dass ich gerne mal wieder ein Roots-Beer trinken würde. Ist aber gestrichen, weil momentan vegetarische Diät angesagt ist. Da bin ich streng zu mir selbst, nicht mal ein Fitzelchen Zucker gibt es. Mein geliebtes Spezi...

So. Zurück aus dem sächsischten Sachsen, welches ich jemals kennengelernt habe. Warmbad, ein Ortsteil von Wolkenstein, ca. 20 km von Chemnitz entfernt sollte das Ziel sein. Drei Tage dort, den Hotelaufenthalt bei eBay als Gutschein günstig geschossen. Der einzige Trost im Nachhinein.

Die Anfahrt war ja, wie schon kurz im vorherigen Beitrag angerissen - abenteuerlich. Gut 200 km haben uns eine Fahrtzeit von etwa vier Stunden abgenötigt. Dabei gab es auch zwei sehr weitläufige Umgehungen/Umleitungen zu bewältigen. Und das bei einem Dauerregen, welcher auf der Autobahn zeitweise fast zu Schrittgeschwindigkei genötigt hat. Das letzte Teilstück verlief dann über eine Holperstrecke, auf der Autohersteller sehr gut ihre neuen Produkte auf Klapperresistenz prüfen könnten. Da war uns auch erstmals das Geräusch an der Hinterachse aufgefallen. Ein Rattern, erst nur bei Rechtskurven. Dann auch auf der Geraden. Und am Schluss fast immerzu. Beim "Freundlichen" auf die Bühne, kurz geschaut - alles klar. Im Radkasten sind Spritzschutzplatten angebracht, werksseitig mit drei Schrauben und Sprengringen befestigt. Davon gab es gerade noch eine, die ihren Dienst verrichtet hat. Zwei Schrauben mit Zubehör, hat gute 10 Minuten gedauert und war eine Serviceleistung. Gratis. Prima und Danke dafür an die Firma Kühnert.  Der Service, welcher in der Westgastronomie abhanden kommt (schlecht bezahlte Servicekräfte), findet hier also noch statt.

FrauDSL war also beruhigt, ich auch ein klein wenig.

Das Hotel selbst. Naja, nach Eigenwerbung auf der Internetseite wurde es zum drittbesten Hotel in Deutschlands Osten gewählt.Ganz ehrlich? Da möchte ich nicht die Hotels kennenlernen, die noch dahinter kommen. Die Einrichtung war echt neu, auch sehr sauber. Eine Sterneklassifizierung habe ich im Vorfeld schon nicht gefunden, was uns da erwartet lag also ein Stückchen im Dunkel. Ausgestattet war das Zimmer dann sehr einfach, zweckmäßig. Ein Fernseher, welcher sich fast hinter dem Display meines Handys verstecken kann, keine Minibar oder eine Möglichkeit, Getränke zu kühlen. Im Bad zwei Handtücher (ca. 30  40 cm) ein etwas größeres Handtuch (ca. 40 x 60 cm) und zwei Badetücher, vielleicht 50 x 70 cm. Ok, alles zu verkraften, auch Duschgel und Seife war im Spender vorhanden. Soweit, so gut.

Was aber gar nicht ging war die Zweckmäßigkeit der Einrichtung. Die Stühle in der Sitzfläche dermaßen schmal, dass nach fünf Minuten Sitzzeit die Oberschenkel schmerzhaft beeinträchtigt wurden. Und nicht nur bei mir, auch für die schmale FrauDSL waren diese Stühle zu eng. OK, ich kann ja stehen, muss nicht unbedingt sitzen. Aber liegen zum schlafen, das möchte ich schon. Erstmals in einem Hotel habe ich ein klappbares Kopfteil angetroffen. Prima Sache, das spart das jonglieren mit den zwei oder drei Kopfkissen. Dumm nur, dass die Matratze von Haus aus so weich ausgeführt war, dass das Rückenunterteil extrem nach unten gesunken war. Und die Füße dadurch fast Kopfhoch gelegen haben. Zudem hat die Weichheit der Matratzen dafür gesorgt, dass der Bettkasten beim Ein- und Aussteigen an den Oberschenkeln für extremen Druck gesorgt hat. Hier überlegt man sich sogar, ob man das zur-Toilette-gehen nicht hinauszögert. Ernsthaft.

Wir haben uns dann so beholfen, dass wir die Kopfkissen an das Fußende gelegt haben, das eigentliche Kopfende wieder ganz nach unten stellten und so eine einigermaßen brauchbare Liegeposition einnehmen konnten.

Schlaf? Nicht daran zu denken. Unser Zimmer (Eckzimmer) lag von zwei Seiten umgeben im Eingangsbereich. Wer auch immer dort hinein kam, er musste an unserem Zimmer vorbei. Mehr als einmal wurde so die Nachtruhe gestört. Und wie man einen Flur dermaßen laut gestalten kann; es ist uns ein Rätsel. Selbst als wir uns angestrengt haben sehr leise zu laufen, kamen wir uns wie eine Herde Elefanten vor.

Wie auch immer, nach der ersten Nacht kamen wir müder aus den Betten als wir hineingestiegen waren. Zerschlagen, mürbe, unausgeruht. So was hatten wir in 15 Jahren Hotelübernachtungen noch nicht erlebt.

Dafür muss man den Zimmerservice loben. Wir hatten uns am ersten Abend Essen auf das Zimmer bestellt.

Für mich einen gemischten Salatteller mit Vinaigrette (€ 6,90).

FrauDSL bekam Schweinemedaillons mit Pfifferlingssoße und Kartoffelirgendwas. Für € 13,60. Zuzüglich € 2,00 für die Belieferung im Zimmer.

Der Salat war gerade so in Dressing getaucht, welches nur selten nach mehr als Öl geschmeckt hatte. Blattsalate in allen Varianten, ein wenig nicht marinierte Gurkenscheiben, etwas Tomate pur und ein halbes Radieschen in Scheibenform.

Auch FrauDSL hatte nicht mehr Glück. Das Schwein war weich aber kalt, die Pfifferlinge genießbar. Die Kartoffelplätzchen aber einfaches Kartoffelpüree mit ein wenig Kräutich. Und das Kurhotel zeigte seine wahre Bestimmungbeim Gemüse: kaputtblanchiert und ohne Eigengeschmack. Und fast nicht gewürzt.

So, nun saßen wir da mit unserem Talent und hätte gerne noch etwas zur Sättigung gehabt. Da fiel mein Blick auf die "Fernsehkarte". Eine Auswahl von Roh- und Schnittkäsen, mit Obst und Nüssen sollte es noch sein. € 8,70 war dafür auf der Rechnung vermerkt. Bekommen haben wir zwei Scheiben Graubrot, eine Scheibe Vollkornbrot, eine kleine Auswahl von Käsen von Feinkost Albrecht und vier Weintrauben. Nüsse? Fehlanzeige. Zumindest waren wir danach satt.

Morgen dann: Land unter in Chemnitz mit Toten und lecker Essen auch in Sachsen.

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