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Schlemmen in Ohlstadt - Das Glockenstüberl


David Feierabend, seines Zeichens Gastwirt, war heute unser Gastgeber. Im Kurort Ohlstadt nahe Garmisch-Partenkirchen, einer ca.-2.400-Seelen-Gemeinde, gibt es mehrere Lokalitäten. Nachdem einer unserer Bekannten dort zur Wiederherstellung weilt, hat er in den letzten Wochen die Möglichkeit gehabt, das am besten zubereitete Steak herauszufinden. Als dieses klar war, machten wir uns auch die ca. fünf Stunden dauernde Fahrt.

Das Glockenstüberl liegt nahe der Kirche, was auf ein historisch gewachsenes Gasthaus schließen lässt. Von außen, da sind wir uns einig, würdern wir zwar den Biergarten besuchen, das Lokal selber ist jedoch von außen wenig einladend. Dort fremd und ohne Empfehlung - wir wären weiter gegangen. Und hätten etwas verpasst.

Der Besuch im Glockenstüberl war zweiteilig. Nachmittags erstmals. Zweck war ursprünglich eine Reservierungsbitte für Abends. Daraus wurde ein kurzer Biergartenbesuch mit Zwickelbier und Cola.-Mix-Getränk. Die Preise sind ländlich human angesiedelt, 0,5 Liter Bier liegen um € 2,50, Cola-Mix um 2,40 € und Tafelwasser wird mit 2,00 € berechnet, ebenfalls für jeweils 0,5 Liter.

Um 18:00 Uhr war es dann soweit, der zweite Besuch. Die Karte ist stark fleischlastig, was unseren Vorlieben sehr entgegen kommt. Diverse Steaks und Kurzgebratenes, auch ein wenig Dessert und Fleischfreies. Die Preise durchschnittlich. Dachten wir.

Bestellt haben wir dann etwas, was nicht auf der Karte steht - Rindersteak Strindberg. € 12,50 stehen auf der Preisuhr, zusammen mit einer Salatdeko und reichlich Pommes frites. Das Gewicht: geschätzte 300 - 350 g. Im gebratenen Zustand!

FrauDSL hat sich für ein Rindersteak mit Knoblauch entschieden, dazu wieder die Salatgarnitur, Knoblauchbutter, Kartoffelspalten und 12(!) Zehen angebratener Knoblauch. € 11,90 für ein Steak in der 250 g-Klasse gehen dabei mehr als in Ordnung.

Größe allein macht zwar satt, aber nicht unbedingt zufrieden. Was uns zur Geschmacksbeurteilung bringt.

Der Chef des Hauses vertritt die Meinung, dass ein Rindersteak vom Bauern aus der Umgebung zu kommen hat. Und dort eine anständige Zeit gehangen hat, was zur Reifung beiträgt. Rechts und Links von dieser Meinung gibt es nur Ware, die der Wirt nicht verarbeiten würde. Was man auch schmeckt. Auch das durchgebratene Steak von FrauDSL war trotz weit fortgeschrittenem Gargrad sehr weich, nicht zäh oder faserig. Perfekt.

Dieses Prädikat gilt auch für das medium bestellte und so ausgelieferte Strindberg. Vorgebraten von allen Seiten, mit einer Senf-Zwiebelkruste (sehr harmonisch abgeschmeckt) bedeckt, meliert und nochmals kurz gratiniert. Ein wahrer Genuss. Dazu die leckeren Pommesfrites und Kartoffelspalten, welches jeweils als Beilage den Genuss abrundet.

Auf der Garnitursalat ist frisch und knackig, am Geschmack erkennt man die Sorten. Auch dies ist nicht in jeder Gastronomie gegeben. Lediglich das Dressing war nicht unser Fall (Flasche) und die Knoblauchzehen mit sehr säurelastigem Geschmack waren in angebratenem Zustand leicht bitter. Vielleicht kann hier über eine frische Alternative zur bisher verwendeten Glasware nachgedacht werden.

Unser Fazit: für den Steakgenuss unbedingt zu empfehlen. Für Gehbehinderte geeignet, für Rollstuhlfahrer leider keine Möglichkeit, die Toiletten zu entern. Parkplätze gibt es reichlich um das Lokal. Und wenn man den Wirt nach einer Anekdote aus dem Dorfleben fragt - dann kann man Einiges über die Gebräuche im oberbayerischen Land erfahren. 

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