Bestimmt war jeder schon einmal bei einem Chinesen zum Essen. Oder bei einem Thailänder. Oder -ganz allgemein und im Trend - bei einem "Asiaten". Das sind dann die, die zum Beispiel aus Korea kommen, thailändischen Stil haben, original japanische Sushi können und auch das "chinesische" Chop Suey perfekt zubereiten. Chopy Suey und chinesisch, ja klar.... Quasi asiatische Alleskönner, die in einem Lokal alle Stile vereinen.
In so einem Lokal waren wir gestern Abend zu Gast. Da gab es sogar noch "Italienische Pizza" aus dem Steinbackofen. Wahrscheinlich deshalb, weil der Vorgänger den Pizzaofen übrig gelassen hat.
Was haben wir aus unserem Besuch von Gestern Abend gelernt? Wer vieles ein bischen kann, kann noch lange nicht eine Sache richtig gut. Na, vielleicht doch, aber er hat keine Zeit mehr, sich darauf zu konzentrieren.
In einem Forum auf RK habe ich kürzlich gefragt, ob wir denn überhaupt authentische Sachen zu essen bekommen, wenn wir beim Italiener, Griechen, Chinesen oder dem Asiaten allgemein essen gehen. Sicher war sich niemand, zuerst. Dann kamen wir nach und nach doch darauf, dass meist in den Ländern selbst ganz andere Sachen gekocht werden, als wir dann in Deutschland auf den Teller bekommen. Die Asiaten weniger scharf, die Italiener hauptsächlich Pizza und Nudeln, die Griechen fast nur Gyros. Und gerade Letztere haben in Griechenland so eine hervorragende Küche weitab vom Drehspiess. Da gibt es Lamm in allen Varianten, Bohnengerichte, tolle vegetarische Speisen, einfach Alles.
Vielleicht liegt es daran, dass sich die Deutschen die Sachen heraussuchen und annehmen, die wir sonst nicht so auf dem einheimischen Speiseplan haben. Ein anderes wird es wohl sein, dass die anerzogenen Schranken die ortsgegebenen Leckereien verhindern. Schwarz gerösteter Hammelkopf ist in Mitteleuropa nicht Jedermanns Sache.
Ein weiteres Problem ist grösstenteils sicher auch die Verfügbarkeit von speziellen Gewürzen und Zutaten. . Zwar sind viele spezialisierte Händler bemüht, auch immer die richtigen Ingredienzien vorrätig zu haben, aber manchmal stösst man auch an Vorschriften in der EU, die eben solche Importe unmöglich machen.
Oder der Geschmack ist schlicht und einfach "eingedeutscht", um mehr Kunden erreichen zu können. In meinen Augen falsch, ich möchte ja wissen, wie es in anderen Ländern schmeckt. Der Erfolg dagegen gibt den Köchen aber recht. Wer kann es ihnen verdenken? Irgendwann in den 50er oder 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mussten die Spezialitätenköche mit dem vorlieb nehmen, was im Nachkriegsdeutschland zu haben war. Was Wunder, dass dies eben hauptsächlich einfache Zutaten waren, für die keine Devisen benötigt wurden und die im Land einfach zu kultivieren waren. Und die jeder Deutsche kannte. Und Jahrzehnte später kennt der Deutsche Gast eben nur die Speisen als authentisch, mit denen mittlerweile die dritte Generation gross geworden ist.
Vielleicht kommen unsere Kinder einmal in den Genuss wirklich authentischer Speisen, wenn ein Koch den Mut hat entgegen der allgemeinen Geschmackrichtung zu kochen. Hier ist das schon teilweise der Fall, in Coburg bekommt man im Gerberhof und im Südostasien weitgehend unverfälschte Speisen vorgesetzt. Und die schmecken!
Oft ist es aber doch noch so, dass ich den Chinamann A mit dem Chinamann B in einem beliebigen Ort in Deutschland verwechseln kann. Und auch in der jeweiligen Karte schmecken viele Gerichte gleich, unterscheiden sich nur durch die verwendete Fleischsorte. Die oft auch noch gleich schmeckt
Oder beim Italiener die immer gleichen Pizzen. Was ist denn mit den leckeren Fleischgerichten? Saltimbocca kann doch nicht alles sein? Oder kommen alle Italiener aus Rom? Was ist mit den Abruzzen? Kennt denn jemand hier bei uns die Arrosticini? So simpel mit so vielen Variationsmöglichkeiten.
Und in Frankreich ist ja auch nicht überall ausschliesslich die Sterneküche zuhause. In den mittleren Pyrenäen z. B., gibt es ja auch bodenständige Gerichte, die dem Deutschen auch schmecken werden.
Mein Aufruf an die Spezialitätenköche - deutsche wie internationale Köche - besinnt Euch auf Eure Herkunft, kocht, wie bei Euch im Dorf oder im Land. Bringt die Vielfalt in allen Geschmacksvarianten zu uns. Setzt Euch ab von der Gleichmacherei, der Kunde wird Euch die Vielfalt danken.
Ich finde, es ist an der Zeit, mehr über die anderen Geschmäcker zu lernen. Sicher belebt das auch wieder unsere Gastronomie!
In so einem Lokal waren wir gestern Abend zu Gast. Da gab es sogar noch "Italienische Pizza" aus dem Steinbackofen. Wahrscheinlich deshalb, weil der Vorgänger den Pizzaofen übrig gelassen hat.
Was haben wir aus unserem Besuch von Gestern Abend gelernt? Wer vieles ein bischen kann, kann noch lange nicht eine Sache richtig gut. Na, vielleicht doch, aber er hat keine Zeit mehr, sich darauf zu konzentrieren.
In einem Forum auf RK habe ich kürzlich gefragt, ob wir denn überhaupt authentische Sachen zu essen bekommen, wenn wir beim Italiener, Griechen, Chinesen oder dem Asiaten allgemein essen gehen. Sicher war sich niemand, zuerst. Dann kamen wir nach und nach doch darauf, dass meist in den Ländern selbst ganz andere Sachen gekocht werden, als wir dann in Deutschland auf den Teller bekommen. Die Asiaten weniger scharf, die Italiener hauptsächlich Pizza und Nudeln, die Griechen fast nur Gyros. Und gerade Letztere haben in Griechenland so eine hervorragende Küche weitab vom Drehspiess. Da gibt es Lamm in allen Varianten, Bohnengerichte, tolle vegetarische Speisen, einfach Alles.
Vielleicht liegt es daran, dass sich die Deutschen die Sachen heraussuchen und annehmen, die wir sonst nicht so auf dem einheimischen Speiseplan haben. Ein anderes wird es wohl sein, dass die anerzogenen Schranken die ortsgegebenen Leckereien verhindern. Schwarz gerösteter Hammelkopf ist in Mitteleuropa nicht Jedermanns Sache.
Ein weiteres Problem ist grösstenteils sicher auch die Verfügbarkeit von speziellen Gewürzen und Zutaten. . Zwar sind viele spezialisierte Händler bemüht, auch immer die richtigen Ingredienzien vorrätig zu haben, aber manchmal stösst man auch an Vorschriften in der EU, die eben solche Importe unmöglich machen.
Oder der Geschmack ist schlicht und einfach "eingedeutscht", um mehr Kunden erreichen zu können. In meinen Augen falsch, ich möchte ja wissen, wie es in anderen Ländern schmeckt. Der Erfolg dagegen gibt den Köchen aber recht. Wer kann es ihnen verdenken? Irgendwann in den 50er oder 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mussten die Spezialitätenköche mit dem vorlieb nehmen, was im Nachkriegsdeutschland zu haben war. Was Wunder, dass dies eben hauptsächlich einfache Zutaten waren, für die keine Devisen benötigt wurden und die im Land einfach zu kultivieren waren. Und die jeder Deutsche kannte. Und Jahrzehnte später kennt der Deutsche Gast eben nur die Speisen als authentisch, mit denen mittlerweile die dritte Generation gross geworden ist.
Vielleicht kommen unsere Kinder einmal in den Genuss wirklich authentischer Speisen, wenn ein Koch den Mut hat entgegen der allgemeinen Geschmackrichtung zu kochen. Hier ist das schon teilweise der Fall, in Coburg bekommt man im Gerberhof und im Südostasien weitgehend unverfälschte Speisen vorgesetzt. Und die schmecken!
Oft ist es aber doch noch so, dass ich den Chinamann A mit dem Chinamann B in einem beliebigen Ort in Deutschland verwechseln kann. Und auch in der jeweiligen Karte schmecken viele Gerichte gleich, unterscheiden sich nur durch die verwendete Fleischsorte. Die oft auch noch gleich schmeckt
Oder beim Italiener die immer gleichen Pizzen. Was ist denn mit den leckeren Fleischgerichten? Saltimbocca kann doch nicht alles sein? Oder kommen alle Italiener aus Rom? Was ist mit den Abruzzen? Kennt denn jemand hier bei uns die Arrosticini? So simpel mit so vielen Variationsmöglichkeiten.
Und in Frankreich ist ja auch nicht überall ausschliesslich die Sterneküche zuhause. In den mittleren Pyrenäen z. B., gibt es ja auch bodenständige Gerichte, die dem Deutschen auch schmecken werden.
Mein Aufruf an die Spezialitätenköche - deutsche wie internationale Köche - besinnt Euch auf Eure Herkunft, kocht, wie bei Euch im Dorf oder im Land. Bringt die Vielfalt in allen Geschmacksvarianten zu uns. Setzt Euch ab von der Gleichmacherei, der Kunde wird Euch die Vielfalt danken.
Ich finde, es ist an der Zeit, mehr über die anderen Geschmäcker zu lernen. Sicher belebt das auch wieder unsere Gastronomie!
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