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Ragout Fin - der Convenience-Test

Mitte der 70er Jahre im 20. Jahrhundert war es ein Edel-Essen auf jeder besseren Party; Ragout Fin. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter diese -damals noch recht teuren- Blätterteigförmchen gekauft hat. Und drei Tage vorher wurde uns das Maul schon wässrig gemacht. Zumindest haben mich diese Teilchen auf Anhieb überzeugt. Eigentlich mehr der Inhalt, den ich auch Heute noch gerne esse. Zeit, einen Test zu veranstalten, nachdem in der letzten Zeit immer mehr dieser Convenience-Produkte auf den Markt kommen.

Im Test befinden sich Aufwärm-Produkte von verschiedenen Discountern, teils auch Aktionsware wie das Produkt der Marke Sodergarden, hergestellt von Tulip. Zwar sind diese nicht immer zu bekommen, einen Geschmackstest kann man ja trotzdem machen. Natürlich völlig uneigennützig... Erwärmt werden die Produkte jeweils auf 60° Celsius, um eine Basis für die Vergleiche zu haben. Gemessen werden die Temperaturen mit einem Digitalthermometer, um eine Überhitzung und somit Beeinträchtigung des Geschmackes zu vermeiden.




Verkostet werden:


Füllung für Blätterteigpasteten der Firma "Sodergarden"
Gekauft bei "LIDL" am 05.05.2009 für € 1,29
Inhalt: 410 g Nettogewicht - ergibt einen Preis von € 3,15 per kg
Zutaten für DE/AT:
45 % Sauce, 19 % Erbsen, 19 % Karotten, 17 % gekochte Schinkenwürfel
Sauce: Wasser, Weizenstärke, Sonnenblumenöl, modifizierte Stärke, acetyliertes Distärkeadipat, Aroma (enthält Weizen), Gemüse- und Gewürzextrakte, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren verestert mit Citronensäure, ; Hydrotisiertes Sojaprotein, Salz, Champignonextrakt, Lcctose, Dextrose, Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat; Maisstärke, Säureregulator: Natriumcitrat; Kräuter.
Schinkenwürfel: 68 % Schweinefleisch, Wasser, Salz, Stabilisator: Triphosphate, Antioxidationsmittel: Natrium-L-Ascorbat, Konservierungsstoff: Natriumnitrit.



Ragut Fin der Firma "Sachsengold"
Gekauft bei "REAL" am 05.05.2009 für € 1,89
Inhalt: 400 g Nettogewicht - ergibt € 4,73 per kg
Zutaten für DE/AT:
Trinkwasser, Kalbfleisch (21 %), Putenfleisch (21 %), Champignons (3 %), modifizierte Weizenstärke, Sahne, pflanzliches Öl, Weizenmehl, Milcheiweiß, Gewürze (enthalten Eigelb und Soja), Selleriegewürz, Zucker, Würze, Speisesalz, Senf, Emulgator: E 472e, Verdickungsmittel: Guarkernmehl und Xanthan, Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat, Zitronensaft, Aroma.


Ragout Fin von "Dörffler"
Gekauf am 05.05.2009 bei "REAL" für € 2,59
Inhalt: 400 g Nettogewicht - ergibt € 6,48 per kg
Zutaten DE/AT:
Puten- und Hähnchenfleisch (38 %), Trinkwasser, Kalbfleish (8 %), Vollmilch, Sahne (4 %), modifizierte Stärke, Pflanzenöl, Champignons, WEizenmehl, Jodsalz, Vollei, Saccharose, LActose, Milcheiweiß, Stärke, Geschmacksverstärker: E 621, E 627 und E 6311, Emulgatoren: E 472e, E 471 und E 475, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Verdickungsmittel: Xanthan und Guarkernmehl, Antioxydationsmittel: Ascorbinsäure, Farbstoff: Beta-Carotin, Aroma.


Ragout Fin von "Heine´s"
Gekauft am 06.05.2009 bei "TeGut" für € 1,59
Inhalt: 400 g Nettogewicht - ergibt € 3,96 per kg
Zutaten DE/AT:
Fleischbouillon ( Wasser, Hähnchenfleisch), Hähnchenfleisch (18 %), Kalbfleisch (15 %), Putenfleisch (8 %), Champignons (7 %), modifizierte Maisstärke, Sahne, jodiertes Speisesalz, Pflanzenöl, Weizenmehl, Milcheiweiß, Verdickungsmittel: E 412, E 415, Speisewürze, Geschmacksverstärker: E 621, Gewürzextrakte, Gewürze (enthalten Senf, Sellerie), Eier, Emulgator: E 472e, Säuerungsmittel: Citronensäure


Ragout Fin von "Meica"
Gekauft am 06.05.2009 bei "TeGut" für € 2,39
Inhalt: 400 g Nettogewicht - ergibt € 5,98 per kg
Zutaten DE/AT:
Trinkwasser, 23 % Putenfleisch, 18 % Kalbfleisch, pflanzliches Speiseöl, gehärtetes Pflanzenfett, Champignons, modifizierte Stärke (mit Weizenstärke), Wein, Milcheiweiß, Dextrose, Sahne, Butterfett, Speisesalz, Gewürze (mit Sellerie), Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat, Verdickungsmittel: Guarkernmehl, Zitronensaftkonzentrat, Gemüsepulver (Zwiebel, Lauch, Sellerie, Blumenkohl), Emulgator; E 471, Aroma (mit Sellerie), Würze (aus Soja), Stabilisator: E 331, Maltodextrin.

Lasset die Spiele beginnen....


Die Sodergarden Pastetenfüllung nach der Öffnung der Dose und dem Aufwärmen

Beim öffnen schlägt einem bei jedem Produkt der gleiche Geruch entgegen - er erinnert leicht an Katzen- oder Hundefutter.
Auch diese "Pastenfüllung" von Sodergarden macht da keine Ausnahme. Die Optik der Masse in der Büchse erinnert stakr an eine Sülze. Diese lässt sich mit dem Löffel leicht entnehmen, auffällig ist die Farbenvielfalt des Inhaltes. Möhren, Erbsen, dazwischen Fleischstückchen.

Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, die Füllung schmeckt sehr süß, erinnert stark an eine Erbsensuppe, die aus Dosenerbsen hergestellt wurde. Fleischgeschmack? Leider überhaupt nicht vorhanden, der "Schinken" schmeckt sehr wässrig, die Konsistenz entspricht der einer Fleischwurst. Kein Geschmack nach Kräutern, dafür hat die Bindemasse einen deutlichen Getreidegeschmack, der wohl von der Bindung der Soße herrührt. Ein mehliges Gefühl auf der Zunge ist die Folge. Mein Fazit: kaufe ich nicht mehr, mehr als fünf Löffel gingen nicht.


Nächster Kandidat: Das Convenience-Erlebnis von Dörffler

Der Geruch wie bei allen anderen Produkten auch. Das Fleisch besser in der Konsistenz, wenn auch sehr schwach gewürzt, die Pilze quasi nur in Spuren vorhanden. Dafür ist die Soße von gutem Grundgeschmack, würde aber noch etwas mehr Pfiff vertragen. Nicht so gut: die kleinen Knochensplitter in der Soße. Nicht tragisch, aber beim kauen doch ein recht komisches Gefühl.

Fazit: Kann man durchaus essen, mit eigener Nachwürze gut servierbar. Hier sollte man den Tipp mit der Worcestershire-Sauce beherzigen.


Weiter geht es mit dem Produkt "Sachsengold".

Auf dem ersten Blick sehr leichte Soße, nicht zu flüssig, nicht zu fest. Der Geruch ist gut, die Konsistenz schein in Ordnung, auch Stücke von Pilzen sind gut sichtbar. Ab zum erwärmen.

Der erste Bissen verrät einen leichten Geschmack nach Wein, der aber leider sehr schnell von Zitronennoten überlagert wird. Das geht soweit, dass nur noch Zitronenaroma im Mund bleibt. Nach einigen Löffeln stellt sich dann ein metallischer Geschmack ein, so wie teilweise bei Leber oder Blutwurst. Von den Kräutern und Gewürzen ist ab da nichts mehr zu spüren. Schade, denn es hat ja vielversprechend angefangen. Die Konsistenz der Fleischstücke, die ähnlich der von Lyoner-Wurst ist, fällt da nicht mehr in das Gewicht. Nicht mein Geschmack. Ein Trost bleibt aber: Es sind keine Knorpel- oder Knochenstückchen in der Masse feststellbar, die den Geschmack noch weiter mindern könnten.

Mein Fazit: selbst gemacht bleibt selbst gemacht. Für Zwischendurch kann man (abgehärtete Geschmacksknospen sind Voraussetzung!) durchaus zu der Dosenware greifen. Gästen jedoch sollte man diese Fertigprodukte nicht zumuten.....

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