Direkt zum Hauptbereich

Geschmackstest - "Royal One" Burger für die Mikrowelle von LIDL

Heute stand auf den Speiseplan: Nichts.
Einzukaufen war: Nichts.
Ich war also nur Begleiter und hatte Zeit, die Augen ohne Einkaufszettel einfach so über die Regale schweifen zu lassen. Und siehe da, es gibt Neues.





Neugierig wie ich bin, wenn es um "Lebensmittel" geht, besonders dann, wenn es sich um Neuheiten handelt, muss ich zuschlagen. Manchmal geht es gut, manchman falle ich mit Anlauf auf die Nase.

Die Zubereitung ist für Nichtskönner, ich sollte somit damit klarkommen. Mikrowelle auf, das Teil inklusive Verpackung hinein, 600 Watt, 90 Sekunden. Einfacher gehts nur, wenn die Packung mitgegessen werden kann, ohne das Teil vorher durch die Teilchenkammer zu jagen.

Gesagt, getan, zwei Minuten später steht das Ding heiß und dampfend vor mir. Und riecht. Aber nicht gut, irgendwie "komisch". Nach Schwein. Wer schon einmal Insulin gerochen hat, der weiß, was ich meine.

Eigentlich sage alle Sinne, dass ich die Finger davon lassen solle. Aber, der männliche Forscherdrang ist stärker als der Selbsterhaltungstrieb. Der erste Bissen. Hier entscheidet es sich, ob es schmeckt oder eben nicht. Kurz: eben nicht. 1,99 € beim Teufel. Für mich denke ich in diesem Moment, dass bei dieser Preisgestaltung sicher die Verpackung mehr gekostet hat, als die Zutaten für dieses Machwerk.

Was sich olfaktorisch schon angekündigt hat, setzt sich gustatorisch fort. Eigentlich logisch, aber ich bin immer gerne geneigt, etwas zugunsten eines Produktes anzunehmen. Manchmal ist es aber auch so, dass sich die Geschmackswelt erst nach ein paar Bissen erschließt. Oder zumindest der Geschmack nicht mehr ganz so penetrant ist.

Hier nicht, der Chemiebaukasten ist und bleibt eben das, was er ist: Künstlich. Aber so richtig.

Auch das Mundgefühl ist kein angenehmes, es schmeckt weich, schmierig, matschig, schwammig. Das Fleisch ist penetrant im Geschmack, kaum auszuhalten. Noch einen Bissen herunter gewürgt, das war es dann. Mehr geht nicht. Ich bin kurz vor einem Brechreiz. Alles stäubt sich, der Magen zieht sich zusammen, der Körper schreit laut "Stopp!".

Die Zusammenstellung der Zutaten sorgt dafür, dass der Geschmack komplett auf der Strecke bleibt, nur die schiere Menge kann überzeugen. Aber, was nützt es mir, wenn ich zwar satt bin, mich aber zum Essen zwingen muss? Ich kenne die Reaktionen, wenn ich nicht nach Signalsetzung die Aufnahme stoppe: Entweder umgehendes Erbrechen oder eine halbstündige Verwarnpause, bevor die Stürme am anderen Ende losbrechen.

Ach ja, die Listung der Komponenten ist auch abgebildet. Gut so, denn, wenn das Teil aus der Mirkowelle kommt, ist es nicht unbedingt ersichtlich, was genau da die Schichten gebildet hat.
Mein Fazit: Es gibt genau zwei Situationen, in denen ich dieses Teil nochmals essen würde:
1.) ich bin ernsthaft vom Hungerstod bedroht.
2.) Ich habe alle Sinne - besonders die zuständigen für Geschmack und Geruch - verloren.

In keiner anderen Lebenslage wird man mich jemals wieder dazu überreden können, ein Teil dieser Reihe zu versuchen.


Kommentare

  1. Das sieht so ein bisschen wie ein McDonalds Design aus.

    Klingt gruslig. Aber ich kenne das. Ich muss auch immer probieren, wenn ich solche Dinge sehe. Essen und Leben am Limit.

    Ich muss unbedingt die Augen danach offen halten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nur wer das Schlechte kennt, weiß das Gute zu schätzen. Nun denn, werter Herr MiM, auf in das Abenteuer. Auf dass das weite Feld der Geschmackseindrücke erweitert wird. In welche Richtung auch immer...

      Löschen
  2. Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich hatten auch schon das sehr zweifelhafte Vergnügen. Volle Zustimmung für deinen Eindruck; das Ding war gar nichts.

    AntwortenLöschen
  3. Danke! Ich dachte schon, ich bin mal wieder besonders mäkelig. Aber DAS hat echt nicht auf den Markt gemusst.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin der Meinung, man sollte das Preis-Leistungsverhältnis sehen! Für einen Burger vom Discounter nicht so schlecht, ist jedenfalls meine Meinung. Was soll man denn bei diesem Preis verlangen bzw. erwarten? Bleibt doch bitte mal alle auf dem Teppich, es ist kein Artikel aus dem Delikatessenladen!

      Löschen
    2. Nein, ist es nicht. Aber die Frage ist doch: Wenn man für dieses Geld keine ordentliche Ware auf den Markt bringen kann - warum macht man das? Nur, um ein solches Produkt im Angebot zu haben? Natürlich gibt der Markt den Strategen bei LIDL recht, denn die Teile sind noch immer im Angebot. Aber ich nehme mir nach wie vor das Recht, Dinge durchaus NICHT gut zu finden, egal zu welchem Preis sie auf den Markt geworfen werden. Nicht alles was kann, muss auch getan werden.

      Löschen
    3. Kurz und knapp. Selber schuld. Fress nicht alles was Du siehst.

      Löschen
    4. Da hast Du recht, Gerhard. Aber Du weißt ja auch, dass meine Neugier fast so groß ist wie mein Magen. Aber sei beruhigt: Ich habe den "Burger" nicht aufgegessen.

      Löschen

Kommentar posten

Beliebte Posts aus diesem Blog

Nachruf für Kathrin Engels †

Am vierten November im Jahr 1977 hast Du das Licht der Welt erblickt. Ein paar Jahre später durften wir Dich bei unserem gemeinsamen Hobby kennenlernen. Nur kurz war unser gemeinsamer Weg, im Jahr 1995 haben wir uns dann schon wieder aus den Augen verloren, hinter uns lagen ein paar Jahre, die von Spaß, Leichtigkeit und Freundschaft geprägt waren. Deinen Weg haben wir immer weiter verfolgt. Über Dein Studium bis hin zu deiner letzten Berufung. Bestürzt waren wir, als wir am 20.04.2009 erfahren mussten, dass Du bereits zwei Wochen vorher von uns gegangen bist. Dein unbeschwertes Lachen, Dein freundliches Wesen - Du wirst uns fehlen aber in unseren Herzen auf ewig existieren.

Ragout Fin - der Convenience-Test

Mitte der 70er Jahre im 20. Jahrhundert war es ein Edel-Essen auf jeder besseren Party; Ragout Fin . Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Mutter diese -damals noch recht teuren- Blätterteigförmchen gekauft hat. Und drei Tage vorher wurde uns das Maul schon wässrig gemacht. Zumindest haben mich diese Teilchen auf Anhieb überzeugt. Eigentlich mehr der Inhalt, den ich auch Heute noch gerne esse. Zeit, einen Test zu veranstalten, nachdem in der letzten Zeit immer mehr dieser Convenience-Produkte auf den Markt kommen. Im Test befinden sich Aufwärm-Produkte von verschiedenen Discountern, teils auch Aktionsware wie das Produkt der Marke Sodergarden, hergestellt von Tulip . Zwar sind diese nicht immer zu bekommen, einen Geschmackstest kann man ja trotzdem machen. Natürlich völlig uneigennützig... Erwärmt werden die Produkte jeweils auf 60° Celsius, um eine Basis für die Vergleiche zu haben. Gemessen werden die Temperaturen mit einem Digitalthermometer, um eine Überhitzung und somit